28.01.2019

Chronische Schmerzen Fibromyalgie: 13 typische Symptome sind ausschlaggebend

Fr, 20.07.2018, 14.32 Uhr

Fibromyalgie Symptome

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Mit Bluttest und Röntgen lässt sich Fibromyalgie nicht nachweisen. Ausschlaggebend sind die Symptome. Erfahren Sie, welche dabei wichtig sind!

Chronische Schmerzen in den verschiedensten Bereichen, aber der Arzt findet keine Ursache? Wer an Fibromyalgie leidet, muss oft eine Praxis-Odyssee überstehen, bis mit etwas Glück und bisweilen nach Jahren die richtige Diagnose gestellt wird. Wichtig ist, auf die Fibromyalgie-Symptome zu achten, denn Bluttest und Co sagen leider wenig aus.

Fibromyalgie: Die Symptome beobachten

Das Problematische am Fibromyalgiesyndrom (kurz FMS) ist: Mit gängigen Diagnose-Methoden wie Röntgen, MRT und Laboruntersuchungen lässt sich nur ausschließen, dass es sich nicht um rheumatoide Arthritis oder Arthrose handelt. Einen Nachweis für den chronischen Faser-Muskel-Schmerz, so eine andere Bezeichnung für Fibromyalgie, bringen all diese Tests nicht. Die einzigen Hinweise liefern dann die Symptome. Und die können mitunter sehr unterschiedlich ausfallen.

Symptome der Fibromyalgie reichen von Schmerzen bis zur depressiven Verstimmung

Die 13 wichtigsten Anzeichen des Syndroms sind:

  1. Chronischer Schmerz, meist über Monate hinweg und an wechselnden Stellen des Körpers. Dabei sind vor allem Rücken, Nacken, Brustkorb und die Gelenke der Arme, Hände, Beine und Füße betroffen. Der Schmerz wird meist als dumpf und brennend empfunden.
  2. Nicht nur Gelenke schmerzen, sondern auch Muskelpartien. Es kommt zu Verspannungen und Schmerzen, die sich ähnlich anfühlen wie ein heftiger Muskelkater.
  3. Erhöhte Druckempfindlichkeit an bestimmten Stellen des Körpers, den 18 sogenannten Tenderpoints. Dabei handelt es sich um spezielle Diagnosepunkte, die häufig dort zu finden sind, wo Sehnen an den Muskeln ansetzen. Ist an mindestens elf dieser Punkte die Druckschmerzempfindlichkeit erhöht, untermauert dies den Verdacht auf ein Fibromyalgie-Leiden.
  4. Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und ständige Müdigkeit
  5. Schlafstörungen
  6. Kopfschmerzen
  7. Morgensteifigkeit der Gelenke
  8. Kreislaufbeschwerden
  9. Reizdarm (Bauchschmerzen, Darmkrämpfe, wechselnd Durchfall und Verstopfung)
  10. Reizblase (Druck auf der Blase, häufiger Harndrang)
  11. trockene, empfindliche Haut, trockene Schleimhäute
  12. Überempfindlichkeit gegenüber Kälte, Licht, Lärm
  13. psychische Probleme wie Ängste, Unruhe oder depressive Verstimmungen

Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, hängt individuell von der Verfassung der Betroffenen ab und ist auch tagesabhängig. So können auch Kälte, aber auch emotionaler Stress die Schmerzen verstärken.

Störung der Schmerzverarbeitung als mögliche Ursache der Fibromyalgie

Warum Muskeln und Gelenke schmerzen und eine allgemeine Überempfindlichkeit besteht, hat die Forschung noch nicht herausgefunden. Vermutet wird, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn zu stark reagiert. Reize, die normalerweise kaum weh tun, führen bei Patienten mit Fibromyalgie zu einem deutlichen Schmerz.

Viele nicht Betroffene denken – auch, weil die Krankheit so wenig erforscht und verstanden ist –, dass sich Patienten die Schmerzen und Fibromyalgie-Symptome nur einbilden. Es handelt sich jedoch um tatsächlich empfundene Schmerzen.

Die Behandlung von Fibromyalgie: Diese Therapie-Bausteine gibt es

Heilbar ist Fibromyalgie bis heute noch nicht. Setzt die Behandlung jedoch frühzeitig ein, verschwinden die Schmerzen immerhin bei jedem zweiten Patienten auf Dauer.

Zur Therapie der Fibromyalgie gehören folgende Maßnahmen:

  • Ausdauertraining: flottes Spazierengehen, Nordic Walking oder Fahrradfahren, pro Woche dreimal für mindestens 30 Minuten
  • Funktionstraining: Gymnastik oder Wassergymnastik, um Gelenke und Muskeln gezielt zu stärken
  • Entspannungstraining
  • Verhaltenstherapie, um zu lernen, mit dem Schmerz besser umzugehen
  • Medikamente: zeitlich befristet Antidepressiva; Schmerzmittel besser nicht, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) in ihren aktuellen Leitlinien zur Behandlung der Fibromyalgie betont.
  • Vegetarische Ernährung bei Fibromyalgie: Patienten berichten, dass der Verzicht auf Fleisch und Wurst ihre Beschwerden lindert.

Warum Schmerzmittel nicht helfen

Zwar leiden Fibromyalgie-Patienten vor allem an Schmerzen, doch wird vom Gebrauch von klassischen Schmerzmitteln abgeraten – auch, weil sie gar nicht richtig wirken können und im schlimmsten Fall abhängig machen. Denn ursächlich für FMS sind nicht Entzündungsreaktionen, auf die Schmerzmittel wie Ibuprofen aber zugeschnitten sind. Und gerade bei Schmerzmitteln mit Opioiden ist Vorsicht geboten, denn diese können schnell abhängig machen. Die Leitlinie Fibromyalgie für Patienten der Deutschen Schmerzgesellschaft gibt weitere Übersicht.

In Deutschland sind rund drei bis vier Prozent der Bevölkerung von Fibromyalgie betroffen. Die Dunkelziffer liegt jedoch vermutlich viel höher, weil sich die Diagnose ausschließlich auf die Symptome stützt und es bis dato keinen zuverlässigen Test auf die Schmerzkrankheit gibt.

Immer mehr wird versucht, die Krankheit ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. So setzt sich auch Lady Gaga dafür ein, dass endlich mehr Verständnis dafür aufgebracht wird. Die Künstlerin leidet selbst an Fibromyalgie – und hat kürzlich unter anderem mit der Vogue darüber gesprochen:

Lady Gaga spricht über Fibromyalgie

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