Statt alles zu verprassen

Rücklagen bilden: So lernst du Disziplin beim Sparen

Eine Frau packt Geld in ein Sparschwein.
© IMAGO/Zoonar
Kleinvieh macht auch Mist: Wer diszipliniert jeden Monat kleine Beträge spart, hat schnell eine große Summe zur Verfügung.

Fällt dir Sparen schwer? Ein Grund könnte sein, dass du nicht genügend Disziplin hast. So lernst du mehr Selbstbeherrschung, um Geld zu sparen.

Wer Kondition und Muskeln aufbauen will, muss trainieren. Dafür muss der innere Schweinehund überwunden werden. Regelmäßig Sport zu treiben, verlangt Disziplin. Belohnt werden die Bemühungen mit einem trainierten Körper und einer besseren Gesundheit.

Disziplin wird aber nicht nur beim Sport benötigt, sondern auch in vielen anderen Lebenslagen, so auch bei den eigenen Finanzen.

Um sich einen schönen Urlaub zu leisten und im Alter abgesichert zu sein, muss man Geld zur Seite legen. In Zeiten von Inflation, steigenden Kosten und geringen Renten ist Sparen wichtiger denn je. Einigen fällt das leichter, anderen schwerer. Selbstbeherrschung ist hier das Zauberwort. Doch wie schafft man es, genügend Disziplin fürs Sparen aufzubringen? Wir geben dir Tipps.

Disziplin beim Sparen: So lernst du, stetig Geld zurückzulegen

Sobald das Gehalt auf dem Konto eingegangen ist, atmen viele Arbeitnehmer*innen erst einmal auf – endlich wieder flüssig! Doch dieses Geld geht schnell wieder drauf, für Fixkosten, aber auch für die Freizeit. Und bei vielen bleibt am Ende des nächsten Monats davon kaum mehr etwas übrig, weil alles verprasst wurde.

Es erfordert also eine große Kraftanstrengung, um einen Teil des Geldes, das man erwirtschaftet hat, nicht auszugeben, sondern beiseitezulegen.

Einige Menschen sind von Natur aus diszipliniert und teilen sich das Geld so ein, dass für Sparziele etwas übrigbleibt, zum Beispiel für die Altersvorsorge oder ein Eigenheim.

Andere leben hingegen viel mehr im Hier und Jetzt. Sie sind Genussmenschen und geben das Geld, das zur Verfügung steht, lieber aus, als es auf irgendeinem Konto oder Depot zu lagern. Wer weiß schließlich, was morgen ist, oder?

50-30-20-Regel: So geht Geld sparen ganz leicht

Disziplin in kleinen Schritten aufbauen

Grundsätzlich ist an dieser Einstellung nichts verkehrt, denn Geld ist zum Ausgeben gedacht und soll die Wirtschaft am Laufen halten.

Trotzdem ist es sinnvoll, nicht alles auszugeben und Rücklagen zu bilden – für einen lang ersehnten Traum, das Alter, die kaputte Waschmaschine oder eine Erkrankung, die zur (vorübergehenden) Erwerbsunfähigkeit führt. Doch wie schaffen es Genießer, die fürs Sparen notwendige Disziplin aufzubauen?

Wie auch beim Training gilt hier die Regel: Schritt für Schritt und nicht zu viel auf einmal. Eine Couchpotato wird nicht von heute auf morgen zum Marathonläufer. Und jemand, für den oder die das Wort „Sparbuch“ ein Fremdwort ist, wird nicht mit einem Fingerschnippen zum Frugalisten. Kontinuität ist hier gefragt.

Disziplin sollte nicht aufgebaut werden, indem man sich unrealistische Ziele vornimmt, sondern kleine – vor allem erreichbare – Schritte über einen längeren Zeitraum umsetzt.

 

Erste Challenge: Sammle jeden Fünf-Euro-Schein

Mit kleinen Schritten zum Erfolg gilt also nicht nur beim Sport, sondern auch beim Sparen, und Fehler können dabei natürlich passieren. Ein erster Schritt kann sein, dass du alle Fünf-Euro-Scheine, die dir in die Finger kommen, in ein Sparschwein packst und dabei zusiehst, wie sich dieses langsam aber sicher immer mehr füllt. Das ist eine Übung für mehr Disziplin, die sich gut in den Alltag integrieren lässt und zudem noch Spaß machen kann.

Je länger du nach diesem Prinzip vorgehst und je mehr Erfolge du beim Sparen beobachtest, desto mehr integrierst du deine neuen Spar-Gewohnheiten in den Alltag.

Im besten Fall bemerkst du gar keine Anstrengung mehr dabei, Geld zur Seite zu legen. Wenn du an diesem Punkt angelangt bist, kannst du größere Herausforderungen anvisieren, um noch mehr Disziplin beim Sparen aufzubauen.

Realistische und klar definierte Ziele setzen

Wenn du dir also vornimmst, Geld zu sparen, dann setze dir ein klar definiertes Ziel. Statt „Ich will 2024 sparen“, solltest du möglichst konkret formulieren, zum Beispiel „Ich will 2024 5.000 Euro sparen“.

Solche Ziele sind klar messbar und du kannst sie im Gegensatz zu schwammigen Vorhaben besser verfolgen. Es ist ungemein hilfreich, alle paar Monate eine Bestandsaufnahme zu machen. Schau also nach einem Vierteljahr, wie weit du deinem Sparziel schon gekommen bist.

Sei dabei aber stets realistisch. Solltest du dieses Jahr eine lang ersehnte Reise antreten oder ein neues Auto kaufen, dann habe diese Kosten im Hinterkopf, wenn du dir dein Sparziel setzt. Oder schaue, dass du einen der Punkte streichst, zum Beispiel das Auto, um stattdessen mehr Rücklagen bilden zu können.

Warum „Pay yourself first“ wichtig ist

Ein Trick, der zu mehr Disziplin beim Sparen verhilft, heißt „Pay yourself first“, also „Bezahle dich zuerst“. Damit ist gemeint, dass man nicht das Geld spart, das am Ende des Monats übrig ist, sondern Geld direkt zur Seite zu legen, sobald das Gehalt eingeht. So widersteht man der Versuchung, das Geld, was man netto zur Verfügung hat, wochenlang auszugeben und am Ende ohne verfügbaren Sparbetrag dazustehen.

Was außerdem helfen kann: Angehörige und Freund*innen in deine Pläne einzuweihen. Zum einen bist du dann motiviert, beim Sparen Wort zu halten.

Zum anderen können deine Liebsten Rücksicht auf dich nehmen, wenn es zum Beispiel um gemeinsame Aktivitäten geht. Statt in ein teures Restaurant zu gehen, könntet ihr stattdessen gemeinsam etwas kochen. Das ist meistens günstiger und macht außerdem viel mehr Spaß.

 

Günstige und teure Monate: Geld sparen durch richtiges Timing

Auf riskante Shopping-Apps verzichten

Ein riskantes Unterfangen in Sachen Finanzen sind Zahlungs-Apps wie „Klarna“. Mit nur einem Klick lassen sich online Bestellungen aufgeben, gezahlt werden kann später oder auf Raten – mit teilweise hohen Zinsen.

Wir empfehlen, dass du von solchen Online-Shopping-Anbietern lieber die Finger lässt, um deine Sparziele nicht zu gefährden. Melde dich von Newslettern mit aktuellen Angeboten ab und vermeide es, in Läden zu gehen, die mit tollen Schnäppchen und Angeboten locken.

So wirst du nicht dazu verleitet, Geld auszugeben, dass du eigentlich zur Seite legen willst. Sparen fällt nicht immer leicht und erfordert Disziplin. Doch wenn du den richtigen Dreh erst einmal raus hast, wirst du sehen, wie schnell sich neue Gewohnheiten in deinen Alltag integrieren lassen – und du plötzlich einen riesigen Batzen Geld angespart hast.

Quellen:
fortunalista.de, madamemoneypenny.de, instagram.com
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