Einblick in die Finanzen

So viel Geld hat jeder Deutsche auf dem Konto

Ausschnitt eines Kontoauszugs mit dem Titel "Girokonto", unterteilt in die Kategorien "Abgänge -" und "Zugänge +", mit zwei aufgelisteten Beträgen: "50,00-" und "127,85-".
© IMAGO / blickwinkel
Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben: Der Kontoauszug lügt nie.

Wie stehen Sie eigentlich finanziell im Vergleich zu anderen da? Wir zeigen, wie viel Geld die Deutschen durchschnittlich auf dem Konto haben.

Über Geld spricht man nicht – viele Menschen haben diese Regel verinnerlicht. Dabei ist es gut, sich über die eigenen Finanzen und mögliche Anlagestrategien auszutauschen, um das Beste aus seinem Ersparten zu machen. Doch weil kaum jemand darüber spricht, fällt es schwer, Vergleiche zu ziehen. Wie viel Geld andere Personen haben, ist daher oftmals ein Mysterium.

Doch auch wenn die Deutschen ein schwieriges Verhältnis zum Geld haben beziehungsweise ungern darüber sprechen, so sind da zumindest grobe Richtwerte. Es gibt Zahlen, anhand denen man einschätzen kann, wie viel Geld jede*r Deutsche durchschnittlich auf dem Konto hat. Was glauben Sie, wie viel das ist? Hier verraten wir es Ihnen.

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Konto: So viel Geld hat jeder Deutsche durchschnittlich darauf

Einen Einblick in die Finanzen anderer Menschen zu erhalten, ist nicht ganz einfach. Zum einen, weil es Privatsache ist. Zum anderen, weil es schwer ist, den deutschen "Ottonormalverbraucher" zu definieren. Zu unterschiedlich sind Alter, Lebensphasen und Lebensumstände, in denen sich die Bürger befinden. Durchschnittswerte können dabei helfen, zumindest ein grobes Gefühl für die Ersparnisse auf den Konten zu bekommen.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat in einer Studie herausgefunden, dass jede*r Deutsche über 17 Jahren ein Nettogesamtvermögen von 88.000 Euro aufweist. So weit, so gut. Doch es handelt sich hier um besagte Durchschnittswerte ohne nähere Informationen über die Verteilung des Geldes. Denn dass ein*e 18-Jährige*r im Mittel weniger Geld angespart hat als ein*e 65-Jährige*r, dürfte klar sein.

Im Mittel 7.100 Euro auf dem Girokonto

Die Deutsche Bundesbank schätzt, so berichtet "finanzen100.de", dass hierzulande durchschnittlich 7.100 Euro auf dem Girokonto eines deutschen Privathaushalts liegen. Deutlich mehr Geld ist auf dem Sparkonto mit im Mittel 27.600 Euro. Bei den Daten wird auch zwischen der beruflichen beziehungsweise Lebenssituation der Deutschen unterschieden.

Demnach hat ein*e Arbeiter*in durchschnittlich 3.600 Euro auf dem Girokonto, Angestellte und Rentner*innen im Mittel 6.900 Euro. Noch mehr Informationen darüber, wie viel Geld jede*r Deutsche auf dem Konto hat, erhält man, indem man den Median betrachtet. Es handelt sich dabei um den Messwert, der genau "in der Mitte" steht, wenn man die Messwerte der Größe nach sortiert. Es ist also ein Wert, der die Ersparnisse der Deutschen in eine reichere und eine ärmere Hälfte unterteilt.

Erspartes vor Inflation schützen

"finanzen100.de" zufolge liegt der Median bei 1.800 Euro – und damit deutlich unter dem Durchschnitt, den die Deutschen auf ihrem Girokonto haben. Vor allem ärmere Menschen mit geringerem Einkommen haben demnach weniger als 2.000 Euro Ersparnisse auf dem Girokonto. Der Median bei den Sparkonten ist etwas höher angesetzt, er liegt hier bei 9.900 Euro.

Diese Zahlen bringen also zumindest ein wenig Licht ins Dunkle. Je nach Betrachtung lagert Geld im vierstelligen Bereich auf den deutschen Girokonten. Doch wissen Sie, dass dort nicht zu viel Geld gebunkert werden sollte? Schließlich gibt es auf dem Girokonto kaum Zinsen. Das macht es schwer, sein Erspartes vor der Inflation zu schützen oder gar zu vermehren.

Notgroschen gehört aufs Tagesgeldkonto

Es wird empfohlen, das Girokonto vor allem für den monatlichen Geldeingang zu nutzen. Dieser Puffer sollte dafür da sein, regelmäßige Geldausgänge und Fixkosten zu decken, zum Beispiel Miete, Strom und Internet. Zugleich sollte ein Notgroschen von zwei bis vier Nettomonatsgehältern aufgebaut werden, um für finanzielle Notfälle gewappnet zu sein, zum Beispiel, wenn das Auto repariert werden muss oder die Waschmaschine kaputtgeht.

Dieser Notgroschen hat aber nichts auf dem Girokonto zu suchen. Denn wie bereits erwähnt, wird das Geld dort nicht gut verzinst. Stattdessen sollte die Rücklage auf dem Tagesgeldkonto geparkt werden. Mittlerweile bieten Kreditinstitute wieder bessere Zinsen an, teilweise bis zu 4 Prozent jährlich. Der Vorteil am Tagesgeldkonto: Es hilft beim Sparen, das Geld ist außerdem jederzeit verfügbar und kann je nach Einlagesumme eine kleine Rendite abwerfen.

Investieren mit Fonds oder ETFs

Für eine größere Rendite jedoch ist das Tagesgeldkonto nicht vorgesehen. Hier bieten sich als Anlagestrategie eher Aktienfonds oder Exchange Traded Funds, sogenannte ETFs, an. Letztere haben den Vorteil, dass das Geld breit gestreut ist, das Risiko also geringer ausfällt als bei Einzelaktien und die Rendite bei durchschnittlich 7 Prozent jährlich liegen kann.

Das Girokonto ist bei den Deutschen außerordentlich beliebt. Doch das komplette Ersparte hat dort eigentlich nichts zu suchen. Dennoch ist es spannend zu wissen, wie viel Geld die Deutschen im Durchschnitt auf dem Konto haben – so kann jede*r in etwa einschätzen, wie gut man selbst finanziell dasteht.

Quellen:
praxistipps.focus.de, boeckler.de, finanzen100.de
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