Löwenzahn im Garten? Statt das Unkraut zu entfernen, solltest du jetzt den Mixer anwerfen: Aus der gelben Wildpflanze werden cremiges Pesto, DIY-Gummibärchen und sogar knusprige Salzstangen. Warum Löwenzahn gerade im Frühling als gesundes Superfood gefeiert wird und welche genial einfachen Löwenzahn-Rezepte du unbedingt ausprobieren musst.
Löwenzahn im Rasen? Warum du ihn lieber essen statt entfernen solltest
Blüht in deinem Garten auch gerade der Löwenzahn? Für viele Hobbygärtner ist der Anblick der leuchtend gelben Blüten im Rasen schwer zu ertragen. Für die ist die Wildpflanze ein hartnäckiges Unkraut und muss unbedingt entfernt werden. Dabei steckt hinter der Pflanze viel mehr, als die meisten denken. Denn Löwenzahn ist essbar, vielseitig und sogar richtig gesund. Vom gezackten Blatt, das an die Zähne eines Löwens erinnert, bis hin zur Wurzel lässt sich fast alles verwenden. Also hol dir den Löwenzahn aus deinem Garten direkt in die Küche. Die leckersten Rezepte für das vermeintliche Unkraut stelle ich dir supergern vor.
Im Frühling fängt der Löwenzahn an zu sprießen. Plötzlich siehst du ihn überall: auf Wiesen, am Wegesrand oder auch zwischen Pflastersteinen. Im Gegensatz zu vielen Hobbygärtnern, freut das vor allem Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge. Für sie ist das vermeintliche Unkraut eine wichtige Nahrungsquelle. Wenn du den Löwenzahn in deinem Garten also nicht aus der Erde zupfst, sondern stehen lässt, kannst du nicht nur leckere Gerichte damit zaubern, sondern hilfst gleichzeitig der Natur.
Bitterstoffe pur: Darum ist Löwenzahn so gesund
Löwenzahn ist ein echtes Superfood. Die Wildpflanze enthält jede Menge Bitterstoffe. Gerade die stehen heutzutage kaum noch auf unserem Speiseplan. Bitterstoffe gelten aber als wohltuend für Verdauung, Leber und Stoffwechsel. Außerdem liefert Löwenzahn auch reichlich Kalium, Magnesium und Vitamin C.
Besonders spannend: Löwenzahn enthält sogar vergleichsweise viel pflanzliches Eiweiß. Damit ist die Wildpflanze deutlich nährstoffreicher als viele klassische Salatsorten. Löwenzahnblätter liefern etwa 2,9 bis 3,3 Gramm pflanzliches Eiweiß pro 100 Gramm.
Früher kam Löwenzahn auch oft bei Verdauungsproblemen, Frühjahrsmüdigkeit oder zur Unterstützung von Leber und Galle zum Einsatz. Heute nutzen viele Menschen Löwenzahntee als Bestandteil einer Fastenkur oder zur Anregung des Stoffwechsels.
Wenn du allerdings empfindlich auf Korbblütler reagierst oder Probleme mit Gallen- oder Nierensteinen hast, solltest du vorher einen ärztlichen Rat einholen und fragen, ob du Löwenzahn-Rezepte ausprobieren kannst.
Von Blüte bis Wurzel: Diese Teile vom Löwenzahn kannst du essen
Du hast Lust auf ein leckeres Löwenzahn-Rezept und fragst dich jetzt, welchen Teil der Wildpflanze du essen kannst? Tatsächlich ist fast die ganze Pflanze genießbar. Die jungen Blätter schmecken leicht herb und eignen sich perfekt für Salate oder Pesto. Die leuchtendgelben Blüten sind mild und süßlich und ideal für Sirup, Gelee oder als essbare Deko im Salat oder auf einem Kuchen. Die Knospen kannst du wie Kapern einlegen, und die Wurzeln lassen sich gekocht, getrocknet oder sogar als Kaffeeersatz verwenden.
Den weißen Milchsaft solltest du allerdings meiden. In kleinen Mengen ist er unproblematisch. Verzerrst du aber viel, könnte es zu Magenbeschwerden kommen.
Wenn du Löwenzahn für leckere Rezepte sammeln möchtest, solltest du auf saubere Standorte achten. Pflanzen direkt neben Straßen oder an Hundewiesen eignen sich eher nicht für die Küche. Am besten sammelst du junge Pflanzen auf naturbelassenen Wiesen oder im eigenen Garten.
Schnell gemacht: Cremiges Löwenzahn-Pesto zum Verlieben
Die leckersten Rezepte mit Löwenzahn haben wir für dich herausgesucht. Wie wäre es zum Beispiel mit einem cremigen Löwenzahn-Pesto?
Das brauchst du dafür:
- 100 Gramm junge Löwenzahn-Blätter
- 100 g Mandeln
- 2 Zehen Knoblauch
- Saft einer Zitrone
- 100 Gramm geriebener Käse (z. B. Emmentaler, Gouda)
- 8 Esslöffel Olivenöl
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
So einfach geht's:
Schritt 1: Als Erstes solltest du deinen Löwenzahn gründlich waschen und danach mit einem Stück Küchenrolle oder Handtuch trocken tupfen.
Schritt 2: Danach kannst du die Mandeln, den Knoblauch und den Löwenzahn mit einer Küchenmaschine oder einem Messer grob zerkleinern.
Schritt 3: Gib die Masse nun zusammen mit Zitronensaft, dem geriebenen Käse und dem Olivenöl in einen Mixer oder in eine Küchenmaschine.
Schritt 4: Nun werden alle Zutaten zu einem cremigen Löwenzahn-Pesto püriert.
Schritt 5: Zum Schluss musst du dein Löwenzahn-Pesto nur noch mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken.
Füll das Ganze in Einmachgläser und bewahre es im Kühlschrank auf.
Tipp: Das Löwenzahn-Pesto passt hervorragend zu Pasta, auf Brot oder als Dip. Du liebst in deinem Pesto Parmesan und Pinienkerne? Dann haben wir hier ein weiteres Löwenzahn-Pesto-Rezept für dich. Übrigens kannst du auch die Knospen für ein Löwenzahn-Pesto verwenden. Wie, siehst du in diesem Instagram-Post:
Frühlingssnack aus dem Garten: Gummibärchen aus frischen Löwenzahnblüten
Du liebst es, zu naschen? Superleckere Gummibärchen gibt es nicht nur im Supermarkt, sondern auch in deinem Garten. Mit nur wenigen Zutaten kannst du aus frischen Löwenzahnblüten deine eigenen Gummibärchen herstellen. Das Beste: Dabei verzichtest du auf künstliche Zusätze. So einfach machst du sie selbst:
Das brauchst du dafür:
- 2 Handvoll frische Löwenzahnblüten (nur die gelben Zungenblüten)
- 200 Milliliter Wasser
- 2 bis 3 Esslöffel Honig
- 1 Esslöffel Zitronensaft
- 2 Esslöffel Agar‑Agar
- 1 Teelöffel Orangensaft
So einfach geht's:
Schritt 1: Du hast den Löwenzahn gepflückt? Dann solltest du die Löwenzahnblüten erstmal ausschütteln, um Insekten zu entfernen.
Schritt 2: Nun kannst du die Löwenzahnblüten mit Wasser aufkochen. Lass sie am besten fünf Minuten sanft köcheln. Danach solltest du das Ganze 10 Minuten ziehen lassen.
Schritt 3: Als Nächstes kannst du den Löwenzahn-Sud abseihen.
Schritt 4: Mit einem Löffel kannst du nun Honig und Zitronensaft in den warmen Löwenzahn-Sud rühren.
Schritt 5: Danach gibst du Agar-Agar hinzu und lässt es zwei Minuten in dem Löwenzahn-Sud köcheln.
Schritt 6: Zum Schluss gießt du die noch warme Mischung in eine Silikonform deiner Wahl. Lass deine selbstgemachten Löwenzahn-Gummibärchen aushärten und drück sie dann aus der Silikonform.
Sehen deine Löwenzahn-Gummibärchen nicht superlecker aus? Im Gegensatz zu Gummibärchen aus dem Supermarkt musst du deine DIY-Gummibärchen aus Löwenzahn kühl lagern und innerhalb von 5 bis 7 Tagen essen.
Knusper-Snack aus dem Garten: Salzstangen aus Löwenzahn selber machen
Aus Löwenzahn lässt sich blitzschnell ein überraschend leckerer Snack herstellen: knusprige DIY-Salzstangen aus Löwenzahnstielen. Das leckere Rezept findest du hier:
Das brauchst du dafür:
- Löwenzahnstiele
- Messer
- Natron
- Küchenrolle oder Handtuch
- Olivenöl
- Salz
So einfach geht's:
Schritt 1: Du hast Löwenzahn gesammelt? Prima. Dann kannst du die Löwenzahnstiele mit einem Messer von den Blüten trennen.
Schritt 2: Nun kannst du die Löwenzahnstängel in einer Schüssel mit Wasser und Natron gründlich waschen. Tupfe die Stängel mit einem Stück Küchenrolle oder einem Handtuch gründlich ab.
Schritt 3: Lege ein Stück Backpapier auf ein Backblech und platziere die gewaschenen Löwenzahnstiele darauf.
Schritt 4: Pinsle die Löwenzahnstiele mit Olivenöl ein und streue Salz darüber.
Schritt 5: Nun kannst du das Backblech in den Backofen schieben. Backe die Löwenzahnstiele bei 130 Grad Umluft etwa 30 Minuten, bis sie schön kross sind.
Schon sind deine DIY-Salzstangen fertig. Hier siehst du noch einmal wie du diesen gesunden Snack zubereiten kannst:
Du magst es pikant? Wie wäre es mit einem Lachssalat mit Erdbeeren und Löwenzahn? Dabei handelt es sich um ein leichtes Gericht, das dir die Saisonlieblinge direkt auf den Teller zaubert. Der Frühling kann losgehen mit diesem neuen Lieblingsrezept.