Aktualisiert: 19.04.2020 - 11:07

Wenn's dünn kommt Bleistiftstuhl: Ursachen und Behandlung

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Die Verunsicherung ist groß, wenn beim Stuhlgang nur ein dünnes Stück herauskommt – möglicherweise unter schmerzhaftem Pressen. Wie Bleistiftstuhl entstehen kann und was Sie dagegen tun können.

So dünn wie ein Bleistift: Wenn das Verdauungsprodukt nur ganz schmal aus dem After kommt, spricht man von Bleistiftstuhl. Der bandförmige Stuhl tritt vor allem auf, wenn ein Bereich des Enddarms, das sogenannte Darmlumen, verengt ist. Der Stuhl kann so schwerer entleert werden und formt sich demnach entsprechend, um ausgeschieden werden zu können.

Die Gründe für Bleistiftstuhl

Kommt ein Bleistiftstuhl nur kurzzeitig vor, ist das meist kein Grund zur Beunruhigung. Dann steckt in der Regel eine Fehlernährung dahinter. Doch die Ursachen können auch schwerwiegender sein. Oft liegt aus irgendeinem Grund eine Verengung im Bereich des Rektums vor, eine Stenose. Sollten Sie also länger als ein paar Tage an bandförmigem Stuhl leiden, erbitten Sie ärztlichen Rat. Das gilt vor allem auch, sollten sich Blut oder Schleim dazumischen, Sie Fieber, Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme bekommen. Dann sollte genauer untersucht werden, woher der veränderte Stuhlgang kommt.

Hinter dem Bleistiftstuhl können folgende Krankheitsbilder stecken:

  • Darmerkrankungen: Darunter Reizdarmsyndrom, Zöliakie, Darmpolypen oder Infektionen im Darm
  • Darmentzündungen: chronische Darmentzündungen direkt am Rektum – am unteren Teil des Darms sowie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Tumoren: meist ein Analkarzinom oder ein Rektumkarzinom

Aber auch chronische Verstopfung, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, eine ballaststoffarme Ernährung sowie Endometriose, Schwangerschaft und gar Stress können Auslöser sein.

Hatten Sie zuvor bereits eine Operation am Rektum, kann auch eine Verwachsung die Beschwerden auslösen.

Zudem gibt es bestimmte Medikamente, etwa Analgetika, Eisenpräparate oder Kalziumantagonisten, auf die Bleistiftstuhl zurückzuführen ist.

Untersuchen: Das wird gemacht

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie erst einmal nach Ihren Beschwerden befragen: Wie lange tritt der bandförmige Stuhl schon auf, gibt es weitere Probleme? Wie sieht es mit anderen Erkrankungen, mit Medikamenten oder auch mit persönlichen Änderungen der Lebenssituation aus?

Meist folgt dann eine kurze Untersuchung des Anus mit dem Finger oder mit einem speziellen Gerät. Auch ein Test auf okkultes Blut im Stuhl, also nicht sichtbares Blut, kann erfolgen (Haemocult-Test). Geht der Bleistiftstuhl mit Verstopfung einher oder treten andere Komplikationen auf, kann auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) Aufschluss geben. Weitere Möglichkeiten sind Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

Bei geringen Beschwerden oder begleitend: Ernährung umstellen

Oft hilft es schon – nach ärztlicher Beratung! – etwas mehr auf die Ernährung zu achten! Bei Reizdarm etwa eignet sich die FODMAP-Diät. Trinken Sie genügend Wasser oder ungesüßte Kräutertees (2-3 Liter am Tag), essen Sie ballaststoffreich und gesund.

Dennoch: Tritt Bleistiftstuhl mehrmals oder immer wieder auf, kommen andere Beschwerden hinzu: Lassen Sie dies von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären! Denn je früher ein Problem erkannt wird, desto besser kann es behandelt werden. Die frühzeitige Darmkrebsbehandlung und Vorsorge etwa kann Leben retten!

Mehr zu den Themen Verstopfung und Verdauung lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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