18.03.2016

Hormonelle Veränderungen Abhilfe bei Störungen des weiblichen Hormonhaushalts

Von

Foto: © iStock / ferlistockphoto

Vor allem Frauen leiden im Laufe ihres Lebens häufiger unter starken Schwankungen des Hormonhaushalts in Verbindung mit dem Alterungsprozess.

Die drei merklichsten hormonell gesteuerten Veränderungen im weiblichen Körper sind Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre. Doch neben diesen natürlichen hormonellen Kapriolen, die Stimmungsschwankungen und diverse Funktionsstörungen zur Folge haben können, existieren noch diverse andere Unregelmäßigkeiten im Hormonhaushalt.

Wie funktioniert das weibliche Hormonsystem

Verantwortlich für die Regulation des weiblichen Hormonsystems sind der Hypothalamus und die Hypophyse, die für einen reibungslosen Ablauf von Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechsel sorgen. Während dieser Vorgänge werden im Körper regelmäßig Hormone auf- und abgebaut, wobei diese Botenstoffe im Blut bestimmte "Nachrichten" vom Zentralnervensystem im Gehirn zu Eierstöcken, Schilddrüse, Leber, Milchdrüsen und Nebennierenrinde transportieren - beispielsweise wann es Zeit ist, den monatlichen Zyklus beginnen zu lassen.

Durch ihre Signale regen sie die Bildung weiterer Hormone wie Östrogen, Progesteron (Gelbkörperhormon) und Testosteron an. Kommt es nun zum Ausfall oder zur Produktionsveränderung eines Hormons, wird etwa zu viel oder zu viel hergestellt, treten Störungen im Stoffwechsel des weiblichen Organismus auf.

Darüber hinaus rufen auch einige Medikamente, beispielsweise die Monatspille, sowie gewisse Erkrankungen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Schilddrüse oder Eierstöcke Störungen im hormonellen Ablauf hervor.

Hormonhaushaltsstörungen: Folgen und Feinde

Bereits kleine Unstimmigkeiten im Feintuning des Hormonsystems haben zumeist große Folgen. Vorwiegend kommt es aufgrund der Veränderungen im Stoffwechsel zu Gewichtszunahme oder -abnahmen, Wallungen, Allergien, Depressionen, Leistungsverlusten oder zur Migräneanfälligkeit. Ebenso können Zyklusstörungen, Libidoverlust, Hautunreinheiten oder Haarausfall die Folge sein. Darüber hinaus sind hormonelle Störungen vielfach Auslöser für schwerwiegende Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Diabetes, Asthma, Epilepsie und einige Krebsarten. Die Probleme gehören daher auf alle Fälle behandelt. Doch Sie selbst können auch einiges dazu beitragen, um den Hormonschwankungen entgegenzuwirken.

>> Epilepsie – Symptome werden oft nicht erkannt

Zuerst einmal sollten Sie Ihre größten Feinde kennen: Vitamin-D-Mangel, Aufputschmittel (Nikotin, Koffein, ...), Stress und "endokrine Disruptoren" (Störenfriede des Hormonsystems) wie Arzneimittel, Umweltschadstoffe, Weichmacher und Schwermetalle. Besonders gefährlich ist der "Cocktail-Effekt", wenn also mehrere Giftstoffe miteinander vermischt werden, was die schädliche Wirkung auf das Hormonsystem potenziert.

So lassen sich Hormonstörungen entgegenwirken

Sie sollten, wo und wie immer möglich, die Aufnahme endokriner Disruptoren vermeiden. Und das funktioniert folgendermaßen:

  • Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft konsumieren (die enthalten weniger Giftstoffe).
  • Obst und Gemüse müssen "duften" und dürfen keine klebrige Oberfläche aufweisen, trotzdem vor Konsum gut abwaschen (Pestizide!).
  • Fertigprodukte selten konsumieren (Schadstoffe befinden sich in der Verpackung!).
  • Hausstaub verringern, häufig lüften, mit biologischen Reinigungsmitteln putzen.
  • Neue Textilien vor dem ersten Gebrauch waschen.
  • Auf alles verzichten, was aus dem Kunststoff Polycarbonat besteht (Billigspielzeug für Kinder, Plastikflaschen, ...).
  • Vertrauen Sie Ihrer Nase: Produkte, die stark riechen, enthalten häufig ausgasende Stoffe, die schädlich sind.
  • Keine Produkte kaufen, die selbst Hormone enthalten.

Maßnahmen zur Regulierung des Hormonhaushalts

Wenn Sie bereits unter Störungen des Hormonhaushalts leiden, können Sie einige Maßnahmen ergreifen, um das Botenstoffsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen:

  • Ausgewogene Ernährung, die viel Zink, welches die Produktion von Testosteron unterstützt (Erdnüsse, Fleisch, Meeresfrüchte, ... und JA!!! Schokolade), Omega-3-Säuren, die Hormone effektiv durch den Körper schicken (Walnüsse, Fisch, Eier, ...) und Ballaststoffe, die verbrauchtes Östrogen binden und ausleiten (Vollkorn, rohes Obst und Gemüse, ...) enthält.
  • Sport betreiben, das gleicht Stimmungsschwankungen aus, die häufig durch ein Übermaß an weiblichen Geschlechtshormonen ausgelöst werden.
  • Stress, der zu einer Überproduktion von Cortison führt, welches das Östrogen blockiert, reduzieren.
  • Ausreichend schlafen, um die Melatoninproduktion zu regulieren.
  • Nikotin, Kaffee und Alkohol meiden, das diese Stoffe Stresshormone produzieren und Stimmungsschwankungen begünstigen.
  • Regelmäßige Vitamin-D-Kontrolle, gegebenenfalls Mangelergänzung.
  • Bei Verdacht Hormonstatus ärztlich erheben lassen und im Bedarfsfall Hormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron und Prolactin) auf natürliche Art mit Cremen oder Lebensmitteln ausgleichen.
  • Im schlimmsten Fall muss das gestörte Gleichgewicht mit Medikamenten oder einer Hormonersatztherapie reguliert werden. Der Arzt verschreibt beispielsweise die Pille, die nicht nur verhüten, sondern auch das Östrogen- und Progesteron-Level ausgleichen kann, oder Antidepressiva beziehungsweise verordnet eine Behandlung mit einer Progesteron-Östrogen-Kombination.
Seite