21.03.2016

Unfruchtbarkeitsgefahr Eierstockentzündung - eine gynäkologische Erkrankung

Von

Foto: ©istock/Staras

Eine Eierstockentzündung tritt meist gemeinsam mit einer Entzündung der Eileiter auf. Dann spricht man von einer Adnexitis.

Wer bei sich Symptome feststellt, die auf eine Eierstockentzündung hinweisen könnten, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen: Diese Erkrankung kann unbehandelt nicht nur chronisch werden, sondern ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Symptome einer Adnexitis fallen oft sehr unterschiedlich aus. Je nach Stärke und Verlauf können sie von leichten bis zu starken Schmerzen reichen. Nicht unüblich ist auch ein dumpfes Druckgefühl im Unterleib. Häufig wird eine Eierstockentzündung von leichtem bis schwerem Fieber begleitet. Allgemeines körperliches Unwohlsein und Schwäche, Übelkeit und Brechreiz sind ebenfalls nicht selten bei einer Eierstockentzündung. Es kann auch zu Symptomen wie Verstopfung oder Durchfall kommen. Ebenfalls ein Hinweis können Zwischenblutungen sein und ein unangenehm riechender Ausfluss. Auch Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr sind ein Warnsignal.

Die Ursachen für eine Eierstockentzündung können vielfältig sein. Häufig tritt sie bei jüngeren Frauen auf, und oft sind hier vor allem sexuell aktive geschlechtsreife Frauen betroffen. Die Hauptverursacher der Erkrankung sind Bakterien, doch auch ein Ausbruch durch Viren kommt vor. Auch eine Entzündung eines Nachbarorgans, etwa des Blinddarms, kann eine Adnexitis auslösen. Manchmal kommt es auch zu einer Erregerinfektion über das Blut.

Körperliche Hygiene und Kondome verringern das Risiko

Eine gute körperliche Hygiene und die Benutzung eines Kondoms können das Risiko, an einer Adnexitis zu erkranken, verringern.

Wenn Sie unter den oben genannten Symptomen leiden, dann ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen. Unbehandelt kann eine Adnexitis zu einer chronischen Erkrankung werden, die nicht nur mit unangenehmen Begleiterscheinungen einhergeht, sondern auch zu gefährlichen Folgen führen kann.

Ihr Arzt hat eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um festzustellen, ob bei Ihnen eine Eierstockentzündung vorliegt. Zuerst natürlich ein Gespräch, um die Risikofaktoren abzuklären, und eine gynäkologischen Untersuchung. Daneben können auch eine Ultraschalluntersuchung, ein Gebärmutterhals-Abstrich, eine Untersuchung des Blutes und des Urins bei der Diagnose helfen. Im Zweifelsfall kann sogar eine Spiegelung der Bauchhöhle notwendig sein.

Therapie nicht zu früh abbrechen

Nachdem der Arzt eine Adnexitis festgestellt hat, erfolgt in der Regel eine Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum. Dieses Antibiotikum muss etwa drei Wochen lang eingenommen werden. Besonders wichtig ist es, dass Sie das Medikament auch dann noch einnehmen, wenn Sie keine akuten Symptome mehr spüren. Wenn Sie die Therapie zu früh abbrechen, kann die Eierstockentzündung nicht richtig ausheilen und chronisch werden. Zudem gibt es die Gefahr, dass der Erregerstamm gegen das Medikament immun wird.

Zusätzlich dazu kann der Arzt bei Bedarf ein Schmerzmittel verschreiben. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass Sie sich in dieser Zeit viel Ruhe gönnen und genug trinken. Sollte sich der Verlauf der Eierstockentzündung verschlimmern und es zu einem Übergreifen auf andere Organe wie etwa dem Blinddarm kommen, oder sollten sich Eiterherde und Zysten bilden, dann muss eventuell operiert werden.

Auch sollte Ihr Sexualpartner informiert werden, denn dieser muss ebenfalls Antibiotika einnehmen, damit er Sie später nicht erneut anstecken kann.

Natürlich sollte man einen entzündlichen Vorgang im Körper niemals auf die leichte Schulter nehmen. Doch im Falle einer Adnexitis sind ein rasches Vorgehen und eine Therapie besonders wichtig, denn unbehandelt kann diese Erkrankung chronisch werden und damit über Monate und im schlimmsten Fall sogar Jahre Beschwerden verursachen. Es besteht auch die Gefahr, dass es zu einer Bildung von Eiteransammlungen kommt. Die Entzündung kann zudem auch auf benachbarte Organe übergreifen. Die Adnexitis kann, wenn sie unglücklich verläuft, zu einer Vernarbung des Gewebes führen, was wiederum im schlimmsten Fall sogar eine Unfruchtbarkeit nach sich ziehen kann.

Seite