16.09.2010

Soja – Die natürliche Hilfe in den Wechseljahren?

 Während der Wechseljahre ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ungemein wichtig, da der Körper aufgrund der Umstellung viele Nährstoffe benötigt.

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Während der Wechseljahre ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ungemein wichtig, da der Körper aufgrund der Umstellung viele Nährstoffe benötigt.

Seit langem ist bekannt, dass Frauen aus asiatischen Ländern weniger Wechseljahrsbeschwerden haben als Frauen aus Europa. Es wird vermutet, dass der hohe Anteil an Soja in der Nahrung dafür verantwortlich ist. Lesen Sie, was unsere Ernährungsexpertin dazu sagt.

Als Wissenschaftler nach den Gründen für ihre Beobachtungen in Asien suchten, fiel auf, dass ausgewanderte Asiatinnen wiederum unter den bekannten Beschwerden litten.

Es wurde nach einem Zusammenhang zwischen der typisch asiatischen Ernährung und den nicht vorhandenen Wechseljahrsbeschwerden gesucht. Da Soja ein Hauptbestandteil der asiatischen Küche ist – aber nicht der europäischen – wurde dessen Wirkung auf die Wechseljahre näher unter die Lupe genommen.

Was geschieht in den Wechseljahren?

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, in der die fruchtbare Phase endet. Die Reifung der befruchtungsfähigen Eizellen wird von den Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron gesteuert. Durchschnittlich ab dem 40. Lebensjahr sinkt zuerst der Progesteronspiegel im Blut. Nach einigen Jahren vermindert sich auch die Östrogenbildung, bis diese schließlich ganz aussetzt. Es kommt nicht mehr zum Eisprung, und die Periode bleibt aus.

Was sind Wechseljahrsbeschwerden?

Wie die Wechseljahre wahrgenommen werden, hängt vermutlich auch stark mit der Gesamtsituation der Betroffenen ab. Je zufriedener die Frau, desto weniger Beschwerden werden wahrgenommen. Jedoch leiden 70 bis 80 Prozent der Frauen in Deutschland in dieser Zeit unter Beschwerden. Bei ca. 30 Prozent sind die Beschwerden so stark, dass sie behandelt werden müssen.

Zu den typische Wechseljahrsbeschwerden gehören:

* Hitzewallungen, Schwitzen
* Schlafstörungen
* Reizbarkeit
* Libidoverlust
* Osteoporose
* Depressionen

Beschwerden während und nach den Wechseljahren wie Hitzewallungen oder Osteoporose treten bei Asiatinnen, die einen hohen Konsum an Soja haben, seltener und weniger stark ausgeprägt auf. Deshalb wurde ein Zusammenhang vermutet, für dessen Beweis bis heute überzeugende Daten fehlen.

Ernährung während der Wechseljahre

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung darf auch in den Wechseljahren nicht vernachlässigt werden, weil der Körper während dieser Umstellung viele Nährstoffe benötigt.

Für die Knochenstärke sollten auch ausreichend Kalziumlieferanten wie z. B. Milch- und Sojaprodukte aufgenommen werden. Soja wird in unterschiedlichster Form angeboten, von Joghurt, Pudding, Tofu über Soja-Steaks bis hin zum Sojamehl. Der Kalziumgehalt im Soja ist mit 200 mg pro 100 g fast doppelt so hoch wie der von Vollmilch, allerdings auch der Phosphorgehalt, der die Resorption von Kalzium behindert.

Nehmen Sie am besten beide Produktgruppen im Mix auf.

Mit zunehmendem Alter wird der Stoffwechsel langsamer und damit sinkt auch der tägliche Energieverbrauch. Die Ernährung sollte auf den Kalorienbedarf angepasst und regelmäßig sein, denn unregelmäßiges und übermäßiges Essen führt zu teils starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und dies wiederum zu Hitzewallungen.

Soja in den Wechseljahren

Isoflavonen (sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe), welche besonders reichlich in Soja enthalten sind, wird nachgesagt, dass sie wirksam gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen sollen. Sie werden auch als pflanzliches Östrogen (stärkstes weibliches Sexualhormon) betrachtet und sollen eine entsprechende Wirkung auf den Körper zeigen, wodurch der fallende Östrogenspiegel in den Wechseljahren zum Teil kompensiert werden soll. Es gibt jedoch keine ausreichenden Untersuchungen, die belegen oder widerlegen, was für einen Einfluss Soja tatsächlich auf die Wechseljahre hat. Es gibt aber auch keinen Grund, warum Isoflavone aus Nahrungsmitteln (nicht aus Konzentraten) gemieden werden sollten. Am besten ist es, Sie testen selbst aus, ob es Ihnen gut tut.

In Apotheken, Drogerien und Supermärkten werden Isoflavone auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Obwohl es keine Studien zur Dosierung gibt, wird vermutet, dass Isoflavonkonzentrate zu hoch dosiert sind, und damit kein positiver Effekt erzielt wird.

Fazit

Obwohl der wissenschaftliche Beweis, dass Soja die Wechseljahrsbeschwerden lindert, bis heute nicht erbracht ist, empfehlen wir Ihnen regelmäßig Sojaprodukte zu sich zu nehmen. Da bei Isoflavonaufnahme aus Nahrungsmitteln keine Nebenwirkungen bekannt sind, können Sie nur gewinnen. Probieren Sie unsere leckeren Rezepte aus dem Archiv, dort finden Sie viele Anregungen.

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