NATÜRLICH IN DEN WECHSELJAHREN

Natürliche Hilfe: Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden

Frau im Herbst im Park
© iStock/Wavebreakmedia
Während der Wechseljahre ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ungemein wichtig, da der Körper aufgrund der Umstellung viele Nährstoffe benötigt. Es wird vermutet, dass Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden hilft.

Hilft Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden? Es wird vermutet, dass der hohe Anteil an Soja in der Nahrung dafür verantwortlich ist, dass Frauen aus asiatischen Ländern weniger Symptome haben.

Asiatische Frauen leiden deutlich weniger unter den typischen Symptomen in den Wechseljahren als Frauen in Europa. Ausgewanderte Asiatinnen wiederum litten unter den bekannten Beschwerden. Es wurde also nach einem Zusammenhang zwischen der typisch asiatischen Ernährung und den nicht vorhandenen Wechseljahrsbeschwerden gesucht. Könnte Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen, da es ein Hauptbestandteil der asiatischen Küche ist – aber nicht der europäischen? Seine Wirkung auf die Wechseljahre wurde näher unter die Lupe genommen.

Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden und Symptome in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, in der die fruchtbare Phase endet. Die Reifung der befruchtungsfähigen Eizellen wird von den Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron gesteuert. Durchschnittlich ab dem 40. Lebensjahr sinkt zuerst der Progesteronspiegel im Blut. Nach einigen Jahren vermindert sich auch die Östrogenbildung, bis diese schließlich ganz aussetzt. Es kommt nicht mehr zum Eisprung, und die Periode bleibt aus.

Wie die Wechseljahre wahrgenommen werden, hängt vermutlich auch stark mit der Gesamtsituation der Betroffenen ab. Je zufriedener die Frau, desto weniger Beschwerden werden wahrgenommen. Jedoch leiden 70 bis 80 Prozent der Frauen in Deutschland in dieser Zeit unter Beschwerden. Bei ca. 30 Prozent sind die Beschwerden so stark, dass sie behandelt werden müssen.

Zu den typischen Wechseljahrsbeschwerden gehören:

  1. Hitzewallungen, Schwitzen
  2. Schlafstörungen
  3. Reizbarkeit
  4. Libidoverlust
  5. Osteoporose
  6. Depressionen

Symptome während und nach den Wechseljahren wie Hitzewallungen oder Osteoporose treten bei Asiatinnen, die einen hohen Konsum an Soja haben, seltener und weniger stark ausgeprägt auf. Deshalb wurde ein Zusammenhang vermutet, für dessen Beweis bis heute allerdings überzeugende Daten fehlen. Fest steht aber, dass Soja die Hormone sowohl positiv, als auch in manchen Fällen negativ beeinflussen kann.

Ernährung mit Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung darf aber auch in den Wechseljahren nicht vernachlässigt werden, weil der Körper während dieser Umstellung viele Nährstoffe benötigt.

Für die Knochenstärke sollten auch ausreichend Kalziumlieferanten wie z. B. Milch- und Sojaprodukte aufgenommen werden. Soja wird in unterschiedlichster Form angeboten, von Joghurt, Pudding (z.B. beide von Alpro), Tofu über Soja-Steaks bis hin zum Sojamehl (z.B. von Alnatura). Der Kalziumgehalt in Soja ist mit 200 mg pro 100 g fast doppelt so hoch wie der von Vollmilch, allerdings auch der Phosphorgehalt, der die Resorption von Kalzium behindert. Nehmen Sie am besten beide Produktgruppen im Mix auf.

Mit zunehmendem Alter wird der Stoffwechsel langsamer und damit sinkt auch der tägliche Energieverbrauch. Die Ernährung sollte auf den Kalorienbedarf angepasst und regelmäßig sein, denn unregelmäßiges und übermäßiges Essen führt zu teils starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und dies wiederum zu Hitzewallungen.

Soja in den Wechseljahren

Isoflavonen (sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe), welche besonders reichlich in Soja enthalten sind, wird nachgesagt, dass sie wirksam gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen sollen. Sie werden auch als pflanzliches Östrogen (stärkstes weibliches Sexualhormon) betrachtet und sollen eine entsprechende Wirkung auf den Körper zeigen, wodurch der fallende Östrogenspiegel in den Wechseljahren zum Teil kompensiert werden soll. Es gibt jedoch keine ausreichenden Untersuchungen, die belegen oder widerlegen, was für einen Einfluss Soja tatsächlich auf die Wechseljahre hat. Es gibt aber auch keinen Grund, warum Isoflavone aus Nahrungsmitteln (nicht aus Konzentraten) gemieden werden sollten. Am besten ist es, Sie testen selbst aus, ob es Ihnen gut tut.

In Apotheken, Drogerien und Supermärkten werden Isoflavone auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Obwohl es keine Studien zur Dosierung gibt, wird vermutet, dass Isoflavonkonzentrate zu hoch dosiert sind, und damit kein positiver Effekt erzielt wird. Daher sollten Sie die Einnahme immer am besten mit Hausärzten und Gynäkologen absprechen.

Fazit

Obwohl der wissenschaftliche Beweis, dass Soja gegen Wechseljahrsbeschwerden hilft, bis heute nicht erbracht ist, empfehlen wir Ihnen regelmäßig Sojaprodukte zu sich zu nehmen – aber testen Sie vorher, ob Ihnen der Soja-Konsum guttut. Da bei Isoflavonaufnahme aus Nahrungsmitteln keine Nebenwirkungen bekannt sind, können Sie nur gewinnen, sofern keine Schilddrüsenprobleme vorliegen. Im Zweifel sprechen Sie vorher mit Ihren behandelnden Ärzten. Probieren Sie unsere leckeren Rezepte aus dem Archiv, dort finden Sie viele Anregungen.

_____________________

Das Klimakterium ist für Frauen eine extreme Umstellung. Für einen möglichst sanften und natürlichen Übergang sollen Schüßler-Salze in den Wechseljahren sorgen.

Nicht nur Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen sind charakteristisch für die Wechseljahre, auch die Libido verändert sich in den Wechseljahren. Was Sie dabei beachten sollten, verraten wir Ihnen.

Mehr zum Thema
Inhalte durchsuchen: