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Streuobst-Check: Welcher Baum ist die beste Wahl für deine Gesundheit?

Streuobstwiese mit mehreren Apfelbäumen voller roter Äpfel auf grüner Wiese, Sonnen‑Wolken-Mix mit blauem Himmelsfenster.
Der Apfelbaum hat auf Streuobstwiesen eine lange Tradition und gleichzeitig ein hohes gesundheitliches Potenzial. Nicht umsonst heißt es: an apple a day keeps the doctor away.
©  Adobe Stock/ fotografci
Auf dem Bild ist eine Frau mit rot-blonden Haaren zu sehen. Sie trägt eine hellblaue Bluse und eine silberne Kette mit einem blauen Stein. Sie schaut von unten nach oben. Hinter ihr ist der Planet Neptun zu sehen und der Tierkreis mit den 12 astrologischen Symbolen der Tierkreiszeichen. | © pixabay/ Nikiko, NASA CCO Images/ NASA, GeoImages, zzzeus und Stephanie Herbst [M]
17.06.2026 • 14:03 Uhr
Susanne Kretschmann

Eine natürlichere Form des Obstanbaus als die Streuobstwiese gibt es kaum. Sie bietet zahlreichen Tieren einen Lebensraum und liefert – mit der richtigen Baumwahl – heimische Superfoods, die deiner Gesundheit zugutekommen.

Immer wieder greifen Menschen zu tropischen Früchten, weil sie denken, dass in den Exoten besonders viele gesundheitsförderliche Stoffe stecken. Das ist auch völlig in Ordnung, schließlich schmecken Bananen, Ananas, Mangos und Papayas super lecker und bringen Abwechslung auf den Obstteller.

Wenn es dir aber um die Inhaltsstoffe von Früchten geht, musst du nicht zu Obst greifen, das lange Transportwege hinter sich hat. Apfel, Kirsche & Co. haben ebenfalls das Zeug zum Superfood – und wachsen direkt vor deiner Tür. 

Das bedeutet das "Gelbe Band" am Obstbaum

Streuobstanbau und die Qual der Wahl

Von Streuobstanbau spricht man, wenn hochstämmige Obstbäume in der Landschaft verteilt stehen – im Gegensatz zu niederstämmigen Plantagenobstanlagen. Wusstest du, dass du die Wahl zwischen 6000 verschiedenen Sorten hast? Je tiefer du in die Materie einsteigst, desto komplexer wird es.

Eine kleine Orientierung kann die jährliche Wahl zum "Streuobst des Jahres" sein. Die erfolgt nicht national, sondern wird von verschiedenen regionalen Verbänden, Naturschutzorganisationen (wie dem NABU) und Pomologen-Vereinen durchgeführt.

Die hessische Lokalsorte des Jahres 2026 ist beispielsweise die Mensfelder Glanz­renette. Die gut lagerfähige Apfelsorte mit süßsäuerlichem Geschmack wurde in den 1920er- und 30er-Jahren verbreitet, geriet aber in Vergessenheit, bis sie 2004 wiederentdeckt wurde. In Baden-Württemberg machte in diesem Jahr die Ermstäler Knorpelkirsche das Rennen, die nicht nur ein kulinarisches Highlight ist, sondern auch zur Biodiversität beiträgt und zum kulturellen Erbe der schwäbischen Alb gehört. 

Welche Bäume gehören auf eine Streuobstwiese?

Traditionell werden auf Streuobstwiesen großkronige, widerstandsfähige Hochstamm-Obstbäume gepflanzt, allem voran Apfelbäume, gefolgt von Birnen, Kirschen und Zwetschgen. Ergänzend und je nach regionalen Bedingungen können auch Walnüsse, Quitten oder Esskastanien gepflanzt werden. Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Gehalt an Inhaltsstoffen natürlicherweise schwankt.

Apfelbaum: Für die Grundversorgung unverzichtbar

Der Apfelbaum darf auf keiner Streuobstwiese fehlen! Auch für die Gesundheit leistet er wertvolle Dienste. Der Vitamin-C-Gehalt von Äpfeln liegt je nach Sorte zwischen 5 und 25 mg pro 100 g. Äpfel enthalten rund 25 mg Phenole pro 100 Gramm. Damit zählen sie – neben Zwiebeln und Tee – zu den wichtigsten Quellen für Quercetin.

Phenole (oft auch Polyphenole) sind natürliche Inhaltsstoffe in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, die für ihre gesundheitsfördernden Wirkungen bekannt sind. Sie wirken im Körper vor allem als Antioxidantien, das heißt, sie helfen dabei, schädliche freie Radikale zu neutralisieren und so Zellen zu schützen. Studien zeigen, dass eine phenolreiche Ernährung mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen und möglicherweise auch bestimmte Krebsarten verbunden ist.

Quercetin ist ein starkes Antioxidans und wirkt entzündungshemmend. Wahrscheinlich hat es eine präventive Wirkung gegen Magen- und Darmkrebs sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Die Sorten Boskoop und Berlepsch sind besonders reich an Quercetin. Die Schalen von Sorten wie Granny Smith und Golden Delicious enthalten große Mengen an Proanthocyanidinen und Gerbstoffen, die präventiv gegen Leberkrebs wirken sollen.

Außerdem sind Äpfel reich an Ballaststoffen (Pektin), die gut für die Darmgesundheit und den Cholesterinspiegel sind.

 

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Birnenbaum: Alternative für den empfindlichen Magen

Birnen sind ähnlich zu bewerten wie Äpfel, mit dem Unterschied, dass sie bei ähnlichem Säuregehalt deutlich süßer schmecken. Grund dafür ist der höhere Fructosegehalt. Ihr Gehalt an Phenolen ist allerdings wesentlich geringer und liegt bei 6 mg Quercetin pro 100 Gramm. Dafür enthalten sie einen guten Gehalt an Kalium, was sich positiv auf den Blutdruck auswirken kann. Zudem sind sie oft besser verträglich als Äpfel und somit die richtige Wahl für Menschen mit einem empfindlichen Magen und Darm.

Kirschen: reich an Anthocyanen

Kirschen gehören zum Steinobst und enthalten Kalium, Folsäure, Vitamin C und gesundheitsfördernde phenolische Verbindungen. Ihr großes Plus: Sie sind reich an Anthocyanen. Diese natürlichen, wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe gehören zur Gruppe der Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) und wirken antioxidativ. 

Zwetschgen wirken verdauungsfördernd

Die verschiedenen Pflaumenarten sind unterschiedlich zusammengesetzt. Vitamine und Mineralien sind im Durchschnitt in hohen Konzentrationen enthalten. Sie sind zum Beispiel gute Quellen für Vitamin K und Kalium. 

Was ihnen allerdings anderes Obst nicht so schnell nachmacht, ist ihr hoher Gehalt an Sorbit und Ballaststoffen. Das und gesundheitsfördernde phenolische Verbindungen fördern die Verdauung.

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Sammlung von Bügelgläsern in verschiedenen Größen auf Holzfläche; einige leer, andere gefüllt (z.B. Gurken mit Paprika und Zwiebeln, gelbe und orange Marmeladen, frische Kräuter und Zitrusfrüchte davor). Oben links das „Bild der Frau“-Logo, oben rechts ein runder Magenta-Störer mit „Hier kaufen!“, roséfarbener Rand. | © Lidl
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Walnüsse: wichtiger Lieferant von Omega-3-Fettsäuren

Wie nährstoffreich Walnüsse sind, ist hinreichend bekannt: Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Selen und Vitamin E sind nur einige wertvolle Inhaltsstoffe. Die enthaltenen Gerbstoffe (z.B. Ellagsäure) wirken möglicherweise präventiv und therapeutisch auf verschiedene Krebsarten.

Vor allem aber sind Walnüsse reich an Omega-3-Fettsäuren und mäßig reich an Folsäure. Das macht zum heimischen Superfood.

Ein Baum fürs Leben: der Walnussbaum. Wer im Garten Schatten, Ernte und etwas Dauerhaftes sucht, denkt langfristig. Dieser Sämling wächst zu einem bis 20 m hohen Baum mit breiter Krone und lichtem Schatten. Ab Herbst liefert er nahrhafte Walnüsse mit vielen Omega-3-Fettsäuren. Selbstfruchtbar, winterhart und geeignet für sonnige, kalkhaltige Böden. Hol dir hier deinen Walnussbaum und lass etwas Großes wachsen.

Junger Walnussbaum im schwarzen Pflanztopf vor weißem Hintergrund, umrahmt von einem roséfarbenen Rand. Oben links das „Bild der Frau“-Logo, oben rechts ein runder Magenta-Störer mit der Aufschrift „Hier kaufen!“. | © Lidl
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Nüsse – wer nicht gerade allergisch ist, möchte bei diesem leckeren Snack gern öfter mal zugreifen. Schade nur, dass sie schwer verdaulich sind. Hier erfährst du, wie viele Nüsse gesund sind und ab wann es problematisch werden kann.

Obstbaum-Check-up – ein Fazit

Du kannst dich schwer entscheiden? Das verstehe ich gut. Hier noch mal Überblick und eine Entscheidungshilfe:

Äpfel sind gut lagerfähig und vielseitig in der Ernährung einsetzbar. Sie eignen sich perfekt für deine tägliche Grundversorgung. Das gilt auch für Birnen, vor allem, wenn du etwas empfindlicher reagierst. 

Wenn dir ein Obst wichtig ist, das deine Zellen schützt und regeneriert, solltest du einen Kirschbaum pflanzen, denn die in Kirschen enthaltenen Flavonoide erledigen diese Aufgabe. Du möchtest lieber etwas für deine Darmgesundheit tun? Dann dürfen Zwetschgen auf deiner Streuobstwiese nicht fehlen.

Schon kleine Mengen Walnüsse versorgen dich mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Hast du einen Walnussbaum, kannst du langfristig auch Geld sparen, denn die Superfoods aus der Tüte sind nicht eben billig.

Bei dieser geballten Pflanzenpower ist es erleichternd zu wissen, dass du dich nicht für einen Baum entscheiden musst, sondern verschiedene Bäume auf deiner Streuobstwiese pflanzen kannst. So tust du etwas für deine Gesundheit und gleichzeitig etwas für den Naturschutz.

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nabu.de, pomologen-verein.de, logl-bw.de, ecodemy.de, formmed.de, lebensmittelverband.de