Nüsse – wer nicht gerade allergisch ist, möchte bei diesem leckeren Snack gern öfter mal zugreifen. Schade nur, dass sie schwer verdaulich sind. Hier erfährst du, wie viele Nüsse gesund sind und ab wann es problematisch werden kann.
Nüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Protein, Ballaststoffen, Vitamin E und Magnesium. Damit haben sie einen äußerst positiven Einfluss auf unsere Gesundheit und das Potenzial, die Blutfette zu verbessern und das Herz-Kreislauf-Risiko zu senken. Aber wie bei so vielen Dingen gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.
Wie viele Nüsse sind gesund?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Tagesdosis von 25 Gramm Nüssen pro Tag. Das ist gerade mal eine Handvoll. Wenn du also gern Nüsse isst, solltest du deinen Konsum gut beobachten.
Wenn du hoffst, ein Schlupfloch gefunden zu haben, weil Mandeln und Cashewkerne aus botanischer Sicht gar keine Nüsse sind, muss ich dich leider enttäuschen.
Für die Verzehrempfehlung macht das keinen Unterschied. Zu den 25 Gramm zählen auch Hülsenfrüchte (Erdnüsse), Steinfrüchte (Cashewkerne, Mandeln und Pistazien) und Kapselfrüchte (Paranüsse), ebenso wie Samen und Kerne (z.B. Sonnenblumenkerne und Leinsamen). Die Angabe gilt für all diese, inklusive der echten Nüsse, also Schalenfrüchte wie Hasel-, Wal- und Macadamianüssen.
Mein Tipp: Mach dir mal die Mühe und wiege von deiner Lieblingssorte dieses Gewicht ab. Auch wenn die 25 Gramm keine Obergrenze darstellen, wirst du feststellen, dass das wirklich sehr wenig ist und du dich möglicherweise in Zukunft beim Konsum etwas zurückhalten musst.
Zu viele Nüsse: Was passiert bei zu großen Mengen?
Aber warum eigentlich, wenn du nicht gerade eine Nussallergie hast? Gesunde Menschen können auch etwas mehr in der Regel gut verstoffwechseln. Die hohe Kaloriendichte spricht allerdings dafür, es nicht zu übertreiben. 100 Gramm einer Nussmischung schlagen schnell mit 700 Kalorien zu Buche – das entspricht einer Hauptmahlzeit.
Menschen, die eine empfindliche Magenschleimhaut haben oder selten Nüsse essen, werden schon eher merken, wenn sie zu tief in die Tüte gegriffen haben. Es drohen Symptome wie Übelkeit, Sodbrennen bis hin zu Erbrechen.
Verantwortlich für mögliche Blähungen und Völlegefühl ist der hohe Fett- und Ballaststoffanteil in Nüssen. Obwohl Nüsse nicht auf nüchternen Magen gegessen werden sollten, können sie den Magen in Kombination mit anderen Speisen schnell überfordern.
Auch stark gesalzene Nussmischungen oder der Zucker von kandierten Nüssen können das Verdauungssystem belasten. Am besten greifst du zur naturbelassenen Variante.
Du kannst die Verträglichkeit von Nüssen auch verbessern, indem du sie gründlich kaust. Achte in jedem Fall auf die Signale des Körpers.
Finger weg von Nüssen, wenn...
Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass Nüsse giftig sein können. Generell sind sie nicht gefährlich. Dennoch solltest du die Finger davon lassen, ...
- ... wenn dir beim Öffnen dunkle Verfärbungen oder ein öliger Glanz auffallen.
- ... wenn sie muffig riechen oder bitter schmecken.
Das könnten Indizien dafür sein, dass sie verdorben oder von einem Schimmelpilz befallen sind, der gesundheitsschädlich ist und zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.
Dringender Handlungsbedarf: Nussallergie ausschließen
Du beobachtest diese Symptome, ohne dass Auffälligkeiten am Lebensmittel vorliegen? Im Alter können neue Allergien entstehen. Lass unbedingt in einem Allergie-Test überprüfen, ob du möglicherweise eine Allergie entwickelt hast.
Ist das der Fall, können schon geringe Mengen zu schweren Symptomen und Lebensgefahr führen, zum Beispiel wenn es zu einem anaphylaktischen Schock kommt. Es können auch Kreuzallergien vorliegen. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Pollenallergie eine allergische Reaktion auf Nüsse auslöst.
Solange du nicht mit Sicherheit sagen kannst, warum es zu Symptomen kommt, solltest du Nüsse meiden.
Mini-FAQ
Kann ich jeden Tag Nüsse essen?
Ja – als Richtwert gelten 25–30 g ungesalzene Nüsse pro Tag. Das entspricht etwa einer kleinen Handvoll.
Geht auch seltener, aber dafür mehr?
Ja. Wenn dir 3–4 Portionen pro Woche lieber sind, kannst du pro Portion 50–90 g einplanen. Achte dann besonders auf Verträglichkeit und Kalorien.
Snack oder lieber zur Mahlzeit?
Am besten zu einer Mahlzeit (z.B. im Joghurt, über Salat oder Porridge). Das sättigt besser, als "nebenbei" zu knabbern.
Ich will abnehmen – gehen Nüsse trotzdem?
Nüsse sind gute Sattmacher. Nutze das, achte aber auf die Menge und spare an anderer Stelle 150 bis 200 kcal ein.
Ich reagiere empfindlich. Was kann ich tun?
Starte mit einer kleinen Portion (10–15 g) einer Sorte und kaue gut. So findest du heraus, welche Nusssorte für dich funktioniert und welche nicht. Teste dich achtsam durch.
Muss ich Nüsse vorher einweichen oder rösten?
Es ist kein Muss, aber du kannst es ausprobieren. Einige Menschen vertragen geröstete Nüsse oder Nussmus besser.
Ist Nussmus besser verträglich?
Da es aus den jeweiligen Nüssen hergestellt wird, stecken dieselben Inhaltsstoffe drin. Insofern ist es nicht besser verträglich. Aber: Dem Magen wird das Zerkleinern erspart, insofern kann es schon sein, dass du damit besser klarkommst. Probiere es aus!
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