Aktualisiert: 19.12.2020 - 20:34

Selbstcheck Atemfrequenz: Wie oft atmen wir pro Minute?

Achten Sie mal auf Ihre Atemzüge pro Minute: Bei 12-16 ist alles in Ordnung.

Foto: Getty Images/Jamie Grill

Achten Sie mal auf Ihre Atemzüge pro Minute: Bei 12-16 ist alles in Ordnung.

Hand aufs Herz – oder auf die Lunge: Wie oft achten Sie auf Ihre Atmung? Der Atemreflex verläuft meist unbewusst. Doch zu wissen, wie viele Atemzüge pro Minute normal sind, ist insbesondere in Zeiten einer Pandemie mit einem die Lunge angreifenden Virus eine gute Idee.

Der Atem begleitet uns das ganze Leben über. Ohne diesen Reflex, ständig ein- und ausatmen zu müssen, wäre kein Leben möglich. Und doch hängt unsere Atmung mit so vielen verschiedenen Dingen zusammen. Bei Stress atmen wir flacher, schneller. Sind wir entspannt oder schlafen sogar, ist die Atmung tiefer, langsamer. Und ganz wichtig zu wissen: Ist unsere Lunge geschädigt, versuchen wir, mit schnellerer Atmung fehlenden Sauerstoff auszugleichen. Gerade vor diesem Hintergrund ist es wichtig zu wissen: Wie viele Atemzüge pro Minute sind normal?

Atemzüge pro Minute: Im Zweifel an dieser Zahl orientieren

Machen wir es kurz: Zwölf bis 16 Atemzüge pro Minute tätigt ein gesunder Erwachsener. Und diesen Durchschnittswert sollten Sie sich gut im Kopf halten. Denn im Zuge einer Erkrankung mit Covid-19, der durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit, kann es sein, dass sich die Lunge entzündet – allerdings nicht so, wie es bei einer normalen Pneumonie, also einer Lungenentzündung bekannt ist.

Bei Covid-19 kann es vorkommen, dass wir uns nach ersten Krankheitssymptomen erst einmal wieder ganz gut fühlen. Ein Krankheitsgefühl bleibt vielleicht, doch Atemnot oder Lungenschmerzen gibt es in den ersten Tagen meist keine. Doch die Lunge entzündet sich unbemerkt an vielen Stellen. Erst nach mehreren Tagen stellt sich dann Atemnot ein, wenn nicht vorher behandelt wird.

Derzeit wird Covid-Patienten für den Privatgebrauch daher oft ein Pulsoxymeter empfohlen, das die Sauerstoffsättigung misst. Diese Geräte für Zuhause sind jedoch meist sehr ungenau. Daher empfehlen Lungenärzte einen viel einfacheren Trick: die Atemzüge pro Minute zählen.

  • 12-16 Atemzüge pro Minute sind normal
  • 22-24 Atemzüge pro Minute deuten auf eine Frühphase einer Lungenentzündung hin, ohne dass Patienten Luftnot haben

Der Körper versucht, fehlenden Sauerstoff auszugleichen

Denn auch, wenn man selbst als Erkrankter die Lungenprobleme und den Sauerstoffmangel nicht merkt, arbeitet der Körper bereits daran, den fehlenden Sauerstoffhaushalt auszugleichen – indem die Atemfrequenz erhöht wird. Durch das schnellere Atmen bleibt die Sauerstoffsättigung noch über Tage irreführend hoch. Erst wenn selbst das nicht mehr ausreicht, kommt es zu spürbarer Atemnot. Die Lunge ist dann aber oft schon so sehr geschädigt, dass die Behandlung im Krankenhaus langwierig, vielleicht sogar gar nicht mehr hilfreich ist.

Mediziner raten also dazu: Haben Sie Symptome, die auf Covid-19 schließen lassen? Dann seien Sie wachsam. Auch, wenn die Symptome nachlassen, sollten Sich und insbesondere Ihre Atemfrequenz noch ein paar Tage genau beobachten. Bemerken Sie, dass Sie schneller atmen? Dann bitte eine Ärztin oder einen Arzt anrufen – oder gleich den Notruf wählen.

Übrigens: Babys atmen weitaus schneller – Eltern müssen sich jetzt also keine Sorgen machen: Ganze 40 bis 50 Mal füllen sie ihre kleinen Lungen pro Minute mit frischer Luft.

So funktioniert die Lunge

Beim Atmen wird übrigens nicht nur Sauerstoff aufgenommen. Beim Ausatmen gibt der Körper außerdem Kohlendioxid ab. Dabei haben gesunde Erwachsene ein Atemzugvolumen von rund 500 Millilitern.

Es kommt auch schon einmal vor, dass man – außerhalb sportlicher Betätigung – schneller atmet, etwa bei Panik. Dabei ist vor allem ein Zuviel an CO2 das Problem. Wer hyperventiliert, bekommt daher irgendwann Muskelkrämpfe, kribbelnde Finger, Schwindel. Das resultiert wiederum in Panik und gefühlte Atemnot und kann bis zur Ohnmacht führen. Der Sauerstoffanteil im Blut nimmt meist erst danach ab. In der Regel steuert der Körper selbst dagegen. Ein Problem gibt es eben dann, wenn die Lungen auf längere Zeit nicht mehr richtig atmen können, etwa bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD.

Wann wird aus Husten eine Lungenentzündung?

Bei normalen Pneumonien, die sich durch schleimigen Husten ankündigen, lässt sich übrigens einiges machen, um die Lungenentzündung noch zu verhindern. Nebst dem Coronavirus gibt es nämlich vielerlei andere Auslöser. Deshalb sollten insbesondere Senioren über eine Pneumokokken-Impfung nachdenken.

Sie können Ihre Lunge übrigens auch reinigen bzw. sie dabei unterstützen. Eine starke Lunge ist besser gegen Erreger gewappnet.

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