Aktualisiert: 05.08.2020 - 09:53

Gefahr der Unfruchtbarkeit Eierstockentzündung: Auslöser sind oft Bakterien

Eine Eileiter- und Eierstockentzündung, die Adnexitis, ist oft schmerzhaft. Manche Frauen spüren aber kaum Symptome. Warum schnelles Handeln trotzdem wichtig ist.

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Eine Eileiter- und Eierstockentzündung, die Adnexitis, ist oft schmerzhaft. Manche Frauen spüren aber kaum Symptome. Warum schnelles Handeln trotzdem wichtig ist.

Eine Eierstockentzündung tritt meist gemeinsam mit einer Entzündung der Eileiter auf. Dann spricht man von einer Adnexitis. Warum rechtzeitige Therapie so wichtig ist.

Die Adnexitis, die Eileiter- und Eierstockentzündung gehört zu den ernstzunehmenden gynäkologischen Erkrankungen. Sie trifft vor allem junge Frauen, die sexuell aktiv sind, auch weil sie meist durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird. Das Risiko wird aber auch durch manche gynäkologische Eingriffe erhöht.

Symptome einer Eierstockentzündung

Die Symptome einer Adnexitis fallen oft sehr unterschiedlich aus. Je nach Stärke und Verlauf können sie von leichten bis zu starken Schmerzen reichen. Nicht unüblich ist auch ein dumpfes Druckgefühl im Unterleib. Häufig wird eine Eierstockentzündung von leichtem bis schwerem Fieber begleitet. Allgemeines körperliches Unwohlsein und Schwäche, Übelkeit und Brechreiz sind ebenfalls nicht selten bei einer Eileiter- und/oder Eierstockentzündung. Es kann auch zu Symptomen wie Verstopfung oder Durchfall kommen. Manche Patientinnen klagen über sehr starkes Krankheitsgefühl. Ebenfalls ein Hinweis können Zwischenblutungen sowie ein unangenehm riechender Ausfluss sein. Auch Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr sind ein Warnsignal.

Doch es gibt auch Frauen, bei denen kaum oder gar keine Symptome auftreten, was die rechtzeitige Behandlung stark erschweren kann.

Die Symptome treten meist kurz nach der letzten Monatsblutung oder aber zur Zyklusmitte rund um den Eisprung auf, da Krankheitserreger dann leichter durch den Gebärmutterhals bis zu den Eileitern gelangen können.

Wer bei sich Symptome feststellt, die auf eine Eierstockentzündung hinweisen könnten, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen: Diese Erkrankung kann unbehandelt nicht nur chronisch werden, sondern auch ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Ursache für Adnexitis sind oft Bakterien

Die Ursachen für eine Eierstockentzündung können vielfältig sein.

  • Aufsteigende Infektion: Die Erreger gelangen von außen über die Scheide bis zu den Eileitern und Eierstöcken und lösen dort die Entzündung aus. Häufig tritt sie bei jüngeren Frauen auf, und oft sind hier vor allem sexuell aktive geschlechtsreife Frauen betroffen. Die Hauptverursacher der Erkrankung sind Bakterien, doch auch ein Ausbruch durch Viren kommt vor.
  • Absteigende Infektion: Auch eine Entzündung eines Nachbarorgans, etwa des Blinddarms, kann eine Adnexitis auslösen.
  • Hämatogene Infektion: Manchmal kommt es auch zu einer Erregerinfektion über das Blut, beispielsweise bei einer Genital-Tuberkulose.

Die aufsteigende Infektion ist die am häufigsten auftretende Variante.

Eine Adnexitis tritt vor der ersten Periode oder nach den Wechseljahren nur selten auf. Risikofaktoren dagegen sind neben den oben genannten aber auch eine geschwächte Immunabwehr oder Stoffwechselkrankheiten, etwa Diabetes mellitus, oder ein Mangel am Hormon Östrogen.

Kondome verringern das Risiko

Ungeschützter Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko, an einer Adnexitis zu erkranken, da dabei Bakterien übertragen werden können. Auslöser können unter anderem sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien oder die Tripper auslösenden Gonokokken sein. Ein sauberes Kondom, mit sauberen Fingern abgerollt, kann hier schützen.

Eine gute Intimhygiene hilft ebenfalls, das Risiko zu senken. Dabei sollten Sie aber nicht übertreiben, um das natürliche Gleichgewicht der Intimflora nicht zu zerstören.

Bei Beschwerden: Ab zum Arzt

Wenn Sie unter den oben genannten Symptomen leiden, dann ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen. Unbehandelt kann eine Adnexitis zu einer chronischen Erkrankung werden, die nicht nur mit unangenehmen Begleiterscheinungen einhergeht, sondern auch gefährliche Folgen haben kann.

Ihr Arzt hat eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um festzustellen, ob bei Ihnen eine Eierstockentzündung vorliegt. Zuerst natürlich ein Gespräch, um die Risikofaktoren abzuklären, und eine gynäkologischen Untersuchung. Daneben können auch eine Ultraschalluntersuchung, ein Gebärmutterhals-Abstrich und eine Untersuchung des Scheidenausflusses, eine Untersuchung des Blutes und des Urins bei der Diagnose helfen. Im Zweifelsfall kann sogar eine Spiegelung der Bauchhöhle notwendig sein.

Therapie nicht zu früh abbrechen

Natürlich sollte man einen entzündlichen Vorgang im Körper niemals auf die leichte Schulter nehmen. Doch im Falle einer Adnexitis sind ein rasches Vorgehen und eine Therapie besonders wichtig, denn wenn sie chronisch wird, kann diese Erkrankung über Monate und im schlimmsten Fall sogar Jahre Beschwerden verursachen. Es besteht auch die Gefahr, dass es zu einer Bildung von Eiteransammlungen kommt. Die Entzündung kann zudem auch auf benachbarte Organe übergreifen. Die Adnexitis kann, wenn sie unglücklich verläuft, zu einer Vernarbung des Gewebes führen, was wiederum im schlimmsten Fall sogar eine Unfruchtbarkeit nach sich ziehen kann.

Nachdem der Arzt eine Adnexitis festgestellt hat, erfolgt in der Regel eine Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum. Dieses Antibiotikum muss etwa drei Wochen lang eingenommen werden. Besonders wichtig ist es, dass Sie das Medikament auch dann noch einnehmen, wenn Sie keine akuten Symptome mehr spüren. Wenn Sie die Therapie zu früh abbrechen, kann die Eierstockentzündung nicht richtig ausheilen und chronisch werden. Zudem gibt es die Gefahr, dass der Erregerstamm gegen das Medikament immun wird.

Zusätzlich dazu kann der Arzt bei Bedarf ein Schmerzmittel verschreiben. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass Sie sich in dieser Zeit viel Ruhe gönnen und genug trinken. Sollte sich der Verlauf der Eierstockentzündung verschlimmern und es zu einem Übergreifen auf andere Organe wie etwa auf den Blinddarm kommen, oder sollten sich Eiterherde und Zysten bilden, dann muss eventuell operiert werden.

Auch sollte Ihr Sexualpartner informiert werden, denn dieser muss ebenfalls Antibiotika einnehmen, damit er Sie später nicht erneut anstecken kann.

Auch eine Gebärmutterentzündung: Viele Frauen spüren keine Symptome wird oft nicht bemerkt. Mehr über die Vagina sowie interessantes und nützliches Sex-Wissen finden Sie auf unseren Themenseiten.

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