06.09.2017

Probleme in den Wechseljahren Wechseljahre: Erste Hilfe aus der Natur

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Wechseljahre-Symptome

Mi, 18.07.2018, 12.24 Uhr

Wechseljahre-Symptome

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Die Hitze steigt in den Kopf, die Stimmung ist im Keller: Wenn die Hormone Achterbahn fahren, bedeutet das für viele Frauen eine gesundheitliche Belastung. Unsere Expertin weiß, wie wir uns helfen können.

BILD der FRAU: Welche Beschwerden nennen Frauen in den Wechseljahren am häufigsten?

Dr. Struck: Es ist ganz unterschiedlich, wie Frauen auf die Hormonschwankungen reagieren. Ein Drittel merkt gar nichts. Dann gibt es Frauen, die unter enormen Schweißausbrüchen leiden, andere haben stattdessen Schlafstörungen. Wieder andere haben abends im Bett das Gefühl, ihnen schlage das Herz bis zum Hals. Die Wechseljahre sind wie ein Chamäleon. Das macht es auch so schwer, eine einfache Lösung zur Hilfe zu finden.

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Homöopathie hilft bei Beschwerden

Welche Hilfen gibt es?

Die Homöopathie bietet zum Beispiel allerlei Mittel. Allerdings ist es ohne einen erfahrenen Therapeuten schwierig, das Richtige für sich zu finden. Komplexmittel, also fertige Kombi-Präparate, sind deshalb prima.

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Mit welcher Kombination haben Sie gute Erfahrung?

Cimicifuga, Sepia, Sanguinaria und Ignatia (z. B. Klimaktoplant, Apotheke). Cimicifuga ist ein wunderbares Mittel bei Hitzewallungen kombiniert mit Durchschlafstörungen. Und auch bei leichter Tendenz zu unruhigen Beinen am Abend. Sepia lindert ebenfalls Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Aber auch Erschöpfung und Reizbarkeit.

Sanguinaria passt zu Frauen, die immer das Gefühl haben, einen heißen, roten Kopf zu bekommen. Ignatia kommt bei innerer Unruhe zum Einsatz. Frauen, die dieses Mittel brauchen sind unzufrieden, wehmütig, haben Stimmungsschwankungen.

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Naturheilmittel wie Salbei oder Leinsamen versprechen Linderung

Kennen Sie noch mehr Selbsthilfe-Tipps?

Meine erste Hilfemaßnahme bei Schweißausbrüchen: Salbeitee in guter Qualität aus der Apotheke. Zugedeckt 5 bis 7 Minuten ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht verdunsten! Ein Stoff, der verhindert, dass wir Hormonschwankungen zu spüren bekommen, steckt in Leinsamen. 3 EL frisch geschrotet ins Müsli geben. Vorsicht: Nicht fertig geschrotet kaufen, der Samen ist behandelt. Immer frisch mahlen lassen, z. B. in der Apotheke oder im Bioladen.

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Geht es also ohne künstliche Hormone?

Es kommt immer auf den individuellen Fall an. Einer Frau, die im Job zum Beispiel viel Kundenkontakt hat, fühlt sich mit starken Hitzewallungen extrem unwohl. Ich rate, es zuerst mit Naturheilmitteln zu versuchen. Lassen die Beschwerden nach acht Wochen nicht nach, sollte man zum Arzt gehen.

Fällt die Entscheidung zugunsten einer Therapie mit Hormonen, sollten es bioidentische sein. Künstliche erhöhen z. B. die Blutgerinnung und somit gerade bei Patientinnen über 65 Jahren das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt.

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Was ist bioidentisch?

Bioidentische Hormone sind von der chemischen Struktur her exakt so aufgebaut wie die körpereigenen Hormone und somit viel verträglicher.

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