Die Hälfte aller Frauen betroffen:

8 Methoden zur Behandlung eines Myoms

Eine freundlich lächelnde Ärztin mittleren Alters mit grauen Locken und einem Stethoskop um den Hals steht in einem hellen medizinischen Untersuchungsraum. Sie trägt einen weißen Arztkittel und scheint eine Patientin zu begrüßen, die außerhalb des Bildes sitzt und die die Ärztin anschaut. Im Vordergrund ist der Schriftzug "IN DER REGEL OHNE SCHMERZ" in lila Farbe mit einem rosa Tropfensymbol zu sehen.
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Diagnose Myom? Erfahre, was du jetzt zur Behandlung eines Myoms und den verschiedenen Therapiemöglichkeiten wissen solltest.

Ungewöhnlich starke Regelblutung, wehenähnliche Unterleibsschmerzen – Diagnose: Myom. Wenn die Beschwerden unerträglich werden, beginnt die Suche nach geeigneten Therapieformen.

Myome (auch: Uterusmyomen, Leiomyomen) sind gutartige Wucherungen im Unterleib, die aus Muskelzellen und Bindegewebe bestehen und sich in der Wand, am Rand oder in der Gebärmutter ansiedeln und wachsen. Myome und die durch sie hervorgerufenen Beschwerden sind hormonabhängig. Ihr Wachstum wird durch weibliche Geschlechtshormone – vor allem Estradiol und Progesteron – angeregt, die im monatlichen Zyklus stark ansteigen.

Ungefähr 20 bis 50 Prozent aller Frauen in Deutschland sind betroffen, doch die wenigsten wissen auch davon. Myome wachsen in vielen Fällen lange Zeit unbemerkt im Uterus heran und verursachen für die Frau keinerlei Probleme. Doch bei rund der Hälfte der „Myom-Trägerinnen“ machen unterschiedliche Beschwerden auf den gutartigen Tumor aufmerksam.

8 Symptome, die von Myomen verursacht werden

Welche Beschwerden verursachen Myome?

Myome lassen sich an typischen Symptomen erkennen. Dazu gehören zum Beispiel ZwischenblutungenSchmerzen während der Periode, schmerzhafter Geschlechtsverkehr, Verstopfung und verstärkte und verlängerte Regelblutungen.

Die verstärkten Regelblutungen führen häufig zu einer Blutarmut (Anmämie), die sich in Form von Kopfschmerzen, Blässe, Abgeschlagenheit äußert.

Das Problem: Viele Frauen ordnen die myombedingten Symptome falsch ein und sehen sie als normalen Teil der Periode an, der einfach dazugehört. Doch weder der übermäßige Blutverlust noch die starken, oft wehenartigen Periodenschmerzen sind normal! Dabei kann eine Therapie die Symptome effektiv lindern und einen hohen Teil der Lebensqualität für die Patientinnen zurückbringen.

Diagnose Myom: Und was jetzt?

enerell gilt: Ein Myom ist erst dann behandlungsbedürftig, wenn es Beschwerden bereitet. Für Frauen, deren Leidensdruck sehr groß ist, steht heute ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Therapiemöglichkeit die geeignetste ist, entscheidest du zusammen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Diese*r kann dich umfassend zu den Behandlungsoptionen aufklären und beraten.

Wichtige Entscheidungskriterien sind:

  • noch offener Kinderwunsch
  • Größe und Lage des Myoms
  • Wachstum des Myoms
  • Leidensdruck
  • Art, Häufigkeit und Stärke der Beschwerden
  • Alter der Patientin

Therapieangebot bei Myomen

Die Behandlungsverfahren bei Myomen unterteilen sich in medikamentöse (1.-3.), radiologische (4.-6.) und operative Therapien (7. und 8.). Patientinnen können aus den folgenden Möglichkeiten zur Behandlung eines Myoms wählen:

1. Hormonelle Kombinationstherapie in Tablettenform

Zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Beschwerden, die durch Myome ausgelöst werden, gibt es eine Kombinationstherapie aus dem Wirkstoff Relugolix, Estradiol und Norethisteronacetat (synthetisch hergestellte Gelbkörperhormone). Diese Kombination kann Nebenwirkungen senken. Denn diese sogenannte Add-back-Therapie kann einem Östrogenmangel vorbeugen, der wiederum wechseljahresähnliche Beschwerden auslösen kann.

Die Tabletten werden oral eingenommen. Ziel ist es, die in Zusammenhang mit Gebärmuttermyomen auftretenden Blutungen zu verringern sowie die Schmerzen und Beschwerden im Becken zu lindern. Bei regelmäßiger Einnahme hat die Kombinationstherapie zudem eine empfängnisverhütende Wirkung.

2. Depot-Spritzen & Nasensprays

Wirkstoffe wie Leuprorelin, Goserelin, Buserelin oder Triptorelin wirken im Gehirn und stoppen dort gezielt die Ausschüttung bestimmter Hormone. So kann das Wachstum von Myomen in Schach gehalten werden. Durch die erzielte Größenabnahme des Myoms werden Blutungen verringert und Schmerzen gemindert. Diese Wirkstoffe sind sowohl in Depot-Spritzen, die über drei Monate wirken, als auch in Nasensprays, die täglich angewendet werden, vorhanden.

3. Tabletten als Intervalltherapie

Beim Wirkstoff Ulipristalacetat handelt es sich um einen selektiven Progesteronrezeptormodulator. Diese Therapieform kann Myome verkleinern, Blutungen abschwächen. und Schmerzen lindern. Ulipristalacetat darf nur in folgenden Fällen verschrieben werden: Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind und bei denen eine Myomoperation nicht zum Erfolg geführt hat bzw. nicht infrage kommt.

4. Uterus-Arterien-Embolisation

Radiologische Behandlungsmethoden haben zum Ziel, das Wachstum der Myome zu hemmen und eine Größenabnahme zu erreichen. Eine Uterus-Arterien-Embolisation bedeutet den gezielten Verschluss der Arterien, die die Myome versorgen. Dadurch werden die Myomzellen „ausgehungert“.

5. Bestrahlung mit Ultraschallwellen

Eine gezielte Bestrahlung der Myome mit Ultraschallwellen lässt diese absterben.

6. Radiofrequenzablation

Myome werden mittels Radiofrequenzenergie verödet.

7. Myomenukleation

Bei dieser operativen Methode werden nur die Myome aus der Gebärmutter entfernt.​ Durch dieses Verfahren kann die Gebärmutter erhalten werden.

8. Hysterektomie

Hier wird die ganze Gebärmutter operativ entfernt, die Eierstöcke bleiben in der Regel erhalten. Werden diese jedoch mit entfernt, treten die Wechseljahre ein. Dieser Eingriff wird nur bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch durchgeführt. Infrage kommt die Hysterektomie primär für Frauen, die mehrere Myome und starke Beschwerden haben, die medikamentös nicht gelindert werden können.

Das Problem mit den Operationen

Da an der Entstehung von Myomen weibliche Geschlechtshormone beteiligt sind, kann in diesem Bereich eine Hormontherapie angewendet werden. Diese wird auch bei anderen Krankheiten, wie einer Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt. Von einer Hypothyreose spricht man, wenn die Schilddrüse weniger Hormone produziert, als der Körper benötigt. Die Krankheit wird, in den meisten Fällen, erfolgreich und risikoarm mit der Einnahme von den nötigen Schilddrüsenhormone behandelt. Hormontherapie kommt auch bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und als geschlechtsangleichende Therapie bei transsexuellen Menschen zum Einsatz.

Mehr rund um das Thema Schmerzen während der Periode und Myome findest du auf unserer Themenseite In der Regel ohne Schmerz.

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