Kräuter sind echte Superfoods und sollten in keinem Garten bzw. auf keinem Balkon fehlen. Ich stelle dir drei Vertreter vor, die eine ganz besondere Superkraft haben, denn sie können dir beim Abnehmen helfen und sind noch dazu ganz einfach zu ziehen.
Kräuter wie Petersilie, Minze und Koriander gehören zu den Schlankmacher-Kräutern, die in deinem Garten bzw. auf deinem Balkon nicht fehlen sollten, wenn du gerade auf dein Gewicht achtest. Sie sind leicht zu ziehen und eignen sich perfekt für Tees.
Petersilie: Wassereinlagerungen reduzieren und Fettverbrennung aktivieren
Petersilie ist aus der deutschen Küche nicht wegzudenken – genauso wenig wie vom Balkon oder der Kräuterspirale. Die Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) hat einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Vitamin A, B1, B2, C und E.
20 Gramm Petersilie decken bereits zwei Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin C. Und wusstest du, dass Vitamin C beim Abnehmen helfen kann? Es aktiviert die Fettverbrennung und regt den Stoffwechsel an. Übrigens: Auch der Gehalt an Vitamin K und Eisen in dem Küchenkraut kann sich sehen lassen.
Petersilie gedeiht besonders gut auf nährstoffreichem, leicht kalkhaltigem und humusreichem Boden. Sie wird 30 Zentimeter hoch und ist selbstunverträglich. Bedeutet: Sie kann nirgendwo stehen, wo in den vergangenen drei bis vier Jahren schon mal Petersilie oder andere Doldenblütler wie Dill oder Möhre standen.
Sie kann in Reihen mit 15 bis 20 Zentimeter Abstand direkt ins Beet gesät werden. Eine laufende Ernte sicherst du dir mit Folgesaaten. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und der nährstoffreiche Boden ausreichend feucht sein.
Wenn du sie in der Küche verwenden möchtest, solltest du sie vor der Blüte ernten, denn danach wird ihr Geschmack deutlich strenger und bitterer. Außerdem reichert sich nach der Blütezeit vermehrt das ätherische Öl Apiol in dem Küchenkraut an, was es schwach giftig und für den Verzehr ungeeignet macht.
Petersilientee
Neben der Verwendung als Topping und in Salaten kannst du auch einen Petersilientee zubereiten. Der hilft nicht nur, Bakterien gut auszuspülen, sondern kann auch Wassereinlagerungen reduzieren, da er leicht entwässernd wirkt.
Zubereitung: Übergieße dazu 2 TL getrocknetes Petersilienkraut und -wurzel mit 150 ml kochendem Wasser und lasse den Tee abgedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen.*Quelle: "10 Kräuter gegen 100 Krankheiten" von Dr. med. Franziska Rubin
Pfefferminze: Den Appetit dämpfen
Pfefferminze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) wirkt antioxidativ, antiseptisch (gegen Keime) und entzündungshemmend, was wir uns vor allem im Rahmen einer antientzündlichen Ernährung zunutze machen können. Grund dafür sind die ätherischen Öle der Pflanze, z.B. Menthol.
Fast alle Minzarten sind sehr pflegeleicht und wuchsfreundlich. Am besten findest du einen halbschattigen Ort für sie und hältst sie schon feucht, dann wirst du viel Freude an ihnen haben. Man kann sie das ganze Jahr über ernten, am besten noch vor ihrer Blüte, wenn die Blätter noch voller Kraft sind.
Im Winter sterben die oberirdischen Teile der mehrjährigen Pflanze ab, im Frühjahr treibt sie über den Wurzelstock wieder neu aus. Ein besonderer Winterschutz ist nicht notwendig.
Pfefferminztee
Pfefferminze kann beim Abnehmen unterstützen, weil sie eine süße Alternative sein kann. Außerdem erleichtert das Kraut die Verdauung, denn das enthaltene Menthol entspannt die Darmmuskulatur. Der intensive, frische Duft dämpft möglicherweise den Appetit. Ein direkter Effekt auf den Stoffwechsel ist jedoch nicht belegt.
Zubereitung: Übergieße 1 TL getrocknete Pfefferminze mit 150 ml kochendem Wasser. 10 min abgedeckt ziehen lassen, abseihen, abkühlen lassen und trinken.*
Lecker und erfrischend: In Marokko wird Minztee auch im Sommer heiß getrunken, mit jeder Menge Zucker. Einen guten Durstlöscher gibt das Getränk kalt und ohne Zucker ab.
Koriander: Die Verdauung in Balance bringen
Koriander wird gern in asiatischen Gerichten verwendet. Doch seine positive Wirkung auf unsere Gesundheit – er wirkt antibakteriell, antiviral, pilzhemmend, antioxidativ und sogar potenziell krebshemmend – sollten wir viel häufiger nutzen.
Die einjährige Kräuterpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) wird bis zu 70 Zentimeter hoch und kann von Frühjahr bis Sommer ausgesät werden. In der Nähe von Anis gedeiht er besonders gut. Der Standort sollte sonnig und warm, der Boden locker und kalkhaltig sein.
Von April bis Mai kann man die Samen etwa 1 cm tief in Reihen im Abstand von 15 cm aussäen. Es empfehlen sich Folgesaaten, um laufend frisch ernten zu können. Die Pflanze ist pflegeleicht, nur der Boden sollte immer schön locker bleiben. Und: Die Samen sollten geerntet werden, bevor sie ausfallen.
Koriandertee
In der Pflanzenheilkunde wird Koriander traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden und zur Appetitregulation eingesetzt. Die ätherischen Öle der Korianderfrüchte bringen die Verdauungssäfte auf Trab. Die Bitterstoffe der Koriandersamen regen die Speichelbildung im Mund und die Bildung von Magensaft bis hin zur Gallenproduktion an. Dadurch wird die Nahrung effizienter verarbeitet. Blähbauch und Druckgefühl verringern sich, man fühlt sich "leichter" und isst oft bewusster.
Zubereitung: 1 knappen TL (ca. 1 Gramm) Koriandersamen im Mörser zerstoßen oder drei bis fünf Stängel frischen Koriander in ein Glas geben. Mit 150 ml heißem Wasser übergießen, abgedeckt 5 bis 10 min ziehen lassen, abseihen und jeweils 30 min vor einer Mahlzeit trinken. Maximal 3 Mal am Tag und nicht länger als 4 Wochen, danach pausieren.*
Du möchtest dein Kräuterwissen erweitern? Neben den Zubereitungen der hier empfohlenen Tees findest du im Buch "10 Kräuter gegen 100 Krankheiten" von Dr. med. Franziska Rubin wertvolles Kräuterwissen – von Verdauung über Erkältung bis hin zu kleinen Beschwerden zwischendurch. Ein sympathischer Einstieg für alle, die ihre Kräuter auf dem Balkon oder im Garten künftig mit etwas mehr "Gesundheitsblick" betrachten wollen. Das Buch ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen und kostet 18 Euro.
Ein Tipp am Ende: Hiesiges Kräuterwissen ist inzwischen in unserer Kultur weitestgehend verlorengegangen, was dazu führt, dass die Wirkung von Kräutern oft unterschätzt wird. Es gibt Erkrankungen (z.B. Probleme mit der Galle oder der Niere) und auch Lebenssituationen (z.B. Schwangerschaft), in denen wir sehr vorsichtig mit der Verwendung von Kräutern umgehen sollten. Wenn du zu dieser Gruppe von Menschen gehörst, sprich den Konsum bitte mit deiner behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt ab!
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"10 Kräuter gegen 100 Krankheiten" von Dr. med. Franziska Rubin ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen; "Dumonts kleines Kräuterlexikon: Anbau – Küche – Kosmetik – Gesundheit" von Andrea Rausch und Brigitte Lotz ist im Dörfler Verlag erschienen; Blume.at; Ema.europa.eu