Aktualisiert: 23.06.2021 - 22:17

Gerücht mit schlimmen Folgen Schwarze Eichhörnchen: Eine Bedrohung für unsere heimischen Nager?

Von Franziska Wohlfarth

Grauhörnchen lassen sich nicht nur an ihrer Fellfarbe erkennen: Wodurch sie sich noch von unseren heimischen Eichhörnchen unterscheiden.

Foto: Getty Images/Westend61

Grauhörnchen lassen sich nicht nur an ihrer Fellfarbe erkennen: Wodurch sie sich noch von unseren heimischen Eichhörnchen unterscheiden.

Schwarze Eichhörnchen werden oft fälschlicherweise für invasive Grauhörnchen gehalten. Eine Verwechslung hat schwere Folgen für die heimische Tierwelt. So erkennen Sie den Unterschied.

Wenn man sich ein Eichhörnchen vorstellt, denken die meisten direkt an süße Nagetiere mit rot-braunem Fell. In unseren heimischen Wäldern werden jedoch immer häufiger auch grau-schwarze Exemplare gesichtet. Handelt es sich bei ihnen um die invasiven Amerikanischen Grauhörnchen? Das hat es mit den schwarzen Eichhörnchen auf sich.

Schwarze Eichhörnchen: Vorsicht vor Verwechslungsgefahr

Wenn beim Spazierengehen etwas durch die Bäume huscht, ist die Freude groß: Mit ihren niedlichen Knopfaugen, ihrem buschigen Schwanz und ihren winzigen Pfoten sind Eichhörnchen allseits beliebt. Doch halt: Der gesichtete Kletterkünstler hat gar kein rot-braunes Fell! Könnte es sich hierbei vielleicht um ein invasives Grauhörnchen handeln?

Die Nagetiere mit der dunklen Fellfarbe wurden aus Amerika eingeschleppt und haben sich seitdem in einigen europäischen Ländern etabliert. Die Tiere sind größer, schwerer und robuster als unsere roten Eurasischen Eichhörnchen. Zudem sind sie deutlich aggressiver, weniger wählerisch bei der Futtersuche und auch im Winter aktiv.

Als würde das noch nicht genügen, tragen sie außerdem das Parapox-Virus in sich, mit welchem sie unsere europäischen Eichhörnchen infizieren. In England gibt es deshalb inzwischen nur noch Restbestände der heimischen Nagetiere.

Es gibt keine Grauhörnchen in Deutschland!

Doch wir können Entwarnung geben: Die Grauhörnchen sind bisher nur in England, Irland und Teilen von Norditalien zu einem Problem geworden. Frankreich und die Schweiz rechnen bald mit einer Invasion und ergreifen dementsprechend erste Maßnahmen.

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es die Amerikanischen Grauhörnchen auch über unsere Grenzen geschafft haben. Wenn Sie beim Waldspaziergang also einem grau-schwarzen Eichhörnchen über den Weg laufen, hat dieses nichts Böses im Sinn: Es handelt sich bei ihm um das heimische Eurasische Eichhörnchen.

Eichhörnchen gibt es in vielen Farben

Die Nagetiere gibt es nicht nur in Rot-Braun: Ihre Fellfarben können von Rot-Grau, Braun-Grau bis hin zu Schwarz reichen. In einem Eichhörnchen-Wurf kann die ganze Farbpalette vertreten sein.

Die Farbe der Eichhörnchen ist unter anderem abhängig von der Höhenlage. Untersuchungen haben gezeigt, dass schwarze Tiere eher in höheren Lagen, etwa in der Schweiz, anzutreffen sind. Fuchsrote Exemplare siedeln sich häufiger in niedrigen Lagen an. Was sie verbindet, ist ihr weißer Bauch – der fehlt bei manchen der Amerikanischen Grauhörnchen.

Auch andere Körpermerkmale unterscheiden die beiden sich konkurrierenden Nagetiere: Im Winter wachsen unseren heimischen Eichhörnchen charakteristische Ohrpinsel. Grauhörnchen haben hingegen ganzjährig kahle Ohren.

Bloße Panikmache

Kaum einer kennt den Unterschied zwischen dem Grauhörnchen und dem Eurasischen Eichhörnchen. Stattdessen verbreiten Medienberichte Angst und Schrecken vor den angeblich "bösen" Eichhörnchen.

Die fehlende Aufklärung hat zur Folge, dass alle Eichhörnchen, die nicht rot-brau gefärbt sind, verjagt, vertrieben oder sogar vergiftet werden. Was "nur gut gemeint ist", hat fatale Folgen für die heimische Tierwelt.

Quellen: eichhoernchenhilfe-berlin.de, zirol.de, nabu.de, eichhoernchen-notruf.com

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