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Heimlicher Dickmacher? Wie gesund Brot wirklich ist

Verschiedene Brotsorten liegen dekorativ auf braunem Untergrund. Zu sehen sind Baguettes mit Sesam, ein mit Mehl bestäubtes Kastenbrot, geschnittenes Körnerbrot mit Tomatenstücken und ein rundes, rustikales Brot. Einige Brote sind mit Papier und Kordel umwickelt, im Hintergrund liegen Kräuter und Oliven.
Brot ist gesund. Stimmt diese Aussage wirklich für jede Sorte?
© Pexels/ Taha Samet Arslan via Canva.com
Auf dem Bild ist eine Frau mit rot-blonden Haaren zu sehen. Sie trägt eine hellblaue Bluse und eine silberne Kette mit einem blauen Stein. Sie schaut von unten nach oben. Hinter ihr ist der Planet Neptun zu sehen und der Tierkreis mit den 12 astrologischen Symbolen der Tierkreiszeichen. | © pixabay/ Nikiko, NASA CCO Images/ NASA, GeoImages, zzzeus und Stephanie Herbst [M]
08.05.2026 • 18:00 Uhr
Susanne Kretschmann

Ist unser liebstes Grundnahrungsmittel gesund oder nur lecker und eigentlich ungesund, weil es dick macht? Ich habe mir den täglichen Klassiker mal genauer angeschaut. Was du beim Kauf und Verzehr von Brot beachten solltest, erfährst du hier.

Frühstücksbrot, Pausenbrot, Abendbrot, Brotzeit – was würden die Deutschen ohne ihr Brot machen? Und zugegeben, auch ich esse bis auf wenige Ausnahmen täglich Brot. In der letzten Woche hat mich allerdings die Zuschrift einer "Gesund & Lecker"-Leserin wirklich zum Nachdenken gebracht, die mich gefragt hat, ob Brot ein Grund für Übergewicht sein kann. 

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Die Zutaten entscheiden, ob Brot gesund oder ungesund ist

Dunkles Brot, helles Brot, Vollkornbrot, Sauerteigbrot, Brot aus Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer und so weiter. Die Liste der Brotsorten ist lang, ihre Zubereitung unterscheidet sich stark. Brot ist ein wichtiger Lieferant für Kohlenhydrate und gehört zu unseren Grundnahrungsmitteln.

Aber: Zunächst einmal entscheiden natürlich die Zutaten darüber, wie gesund Brot ist. Je qualitativ hochwertiger und naturbelassener das Getreide ist, umso gesünder ist grundsätzlich das Brot.

  • Vollkornbrot, das zu mindestens 90 Prozent aus Mehl aus dem vollen Korn hergestellt ist, liefert viele Mineral-, Ballast- und andere Nährstoffe. Dadurch hält Vollkornbrot auch länger satt.
  • Weißbrot hingegen liefert vor allem einfache Kohlenhydrate. Hier fehlen wichtige Nährstoffe. Zusätzlichen Punktabzug gibt es, weil es nicht lange satt macht. Nach dem Verzehr kommt es zu Blutzuckerschwankungen und Heißhunger. Diese Wirkung ist der Grund, warum Weißbrot als Dickmacher gilt.

Wenn du den Konsum von Weißbrot reduzieren möchtest, ist eine Umstellung auf Vollkornbrot ein naheliegender Schritt. Aber es gibt auch andere Alternativen für dein Frühstücksbrot, die wir dir im Video vorstellen:

Brotersatz: Gesunde Alternativen zum Frühstück

Grundsätzlich gilt: Je dunkler das Brot, desto gesünder ist es – zumindest auf den ersten Blick. Aber Vorsicht: Frag beim Kauf lieber nach, ob es sich wirklich um Vollkornbrot handelt. Denn manchmal wird helles Brot einfach mit Zuckerrübensirup oder Malz dunkel eingefärbt, damit es gesünder wirkt.

Das Mehl im Vollkornbrot macht den entscheidenden Unterschied: Es enthält – wie der Name schon sagt – noch (fast) das gesamte Korn. Dadurch bleiben auch die wertvollen Bestandteile aus den Randschichten erhalten, etwa B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Zink. Aus dem stark verarbeiteten Weißmehl wurden diese größtenteils ausgemahlen.

Achte außerdem darauf, ob du Vollkornbrot gut verträgst. Vollkorn ist reich an Ballaststoffen und ein herrliches Präbiotikum für unsere Darmbakterien – aber nicht allen bekommt es gleich gut.

→ Wenn dich interessiert, was du für deine Darmgesundheit tun kannst und wie sinnvoll Mikrobiom-Kapseln sind, erfährst du hier mehr.

Bekömmlichkeit: Je traditioneller die Herstellung, desto besser

Die Bekömmlichkeit ist auch der Grund dafür, dass die traditionelle Herstellung von Brot länger dauert. Sauerteig zum Beispiel braucht drei Tage. In dieser Zeit werden bestimmte Stoffe, die zu Verdauungsbeschwerden und Blähungen führen können, abgebaut.

Hinzu kommt, dass industriell und maschinell hergestelltem Brot oft chemische Zusätze, Konservierungsstoffe, künstliche Inhaltsstoffe und Ähnliches zugefügt werden. Auch Zucker oder Sirup werden häufig beigefügt, was Brot aus Massenware tendenziell ungesünder macht.

Je traditioneller die Herstellung, desto gesünder ist das Brot. Kaufe dein Brot also lieber beim Bäcker deines Vertrauens und frage ruhig nach dem Herstellungsprozess. Bei abgepackten Produkten lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste, die du zum Teil auch online findest.

Ernährungspyramide für pflanzliche Lebensmittel. Links stehen die Kategorien: 1. Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln (gelb), 2. Gemüse und Salat (grün), 3. Obst (orange). Darunter Kriterien für die Beurteilung pflanzlicher Lebensmittel wie Energiedichte, Nährstoffdichte, Vitamingehalt, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Prävention von ernährungsbedingten Krankheiten. Rechts ist eine Pyramide mit Lebensmitteln abgebildet: Unten Gemüse, Obst und Salat, darüber Vollkornprodukte, Kartoffeln, Reis, weiter oben Getreideprodukte und ganz oben Süßigkeiten und Knabbereien. Die Farben der Pyramide reichen von grün (unten) bis orange (oben). | © DGE
© DGE

Vollkornprodukte und ungeschälter Reis gehören innerhalb der pflanzlichen Lebensmittel zur Basis der Lebensmittelpyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sie sind zwar energiedicht, Vollkorn-Getreideprodukte liefern aber besonders viele Ballaststoffe und zählen damit zu den wichtigsten Quellen für eine gesunde Verdauung.

Abnehmen oder zunehmen: Ist Brot ein Dickmacher?

Kommen wir nun zu der entscheidenden Frage, ob man zu viel Brot essen und davon dick werden kann.

Grundsätzlich gilt: Nehmen wir mehr Nahrungsenergie zu uns, als der Körper benötigt, werden wir dick. Nicht verwertete Nahrungsenergie wandelt der Körper um und legt sie als Reserve in unseren Fettdepots an. Brot ist da keine Ausnahme.

Die Energie wird entweder in Kilojoule oder in Kilokalorien angegeben. Die Übersicht zeigt die ungefähren Angaben, wie viele Kalorien 100 Gramm Brot haben. Der genaue Gehalt variiert natürlich, weil alle Bäcker*innen ihr eigenes Rezept haben.

Übersicht Kalorien Brot | © BILD der FRAU
© BILD der FRAU

Um genau bestimmen zu können, wie viele Kalorien du zu dir nimmst und wie sich das auf deine Kalorienbilanz auswirkt, musst du berücksichtigen, dass jede Scheibe Brot unterschiedlich groß und schwer ist. Mischbrot ist leichter als Vollkornbrot, aber wiederum schwerer als Knäckebrot. Du musst natürlich auch einkalkulieren, dass du wahrscheinlich eher nicht 200 Gramm Knäckebrot auf einmal essen wirst.

Wie viele Kalorien gehen auf das Konto deines Brotkonsums? Sicher kannst du nur sein, wenn du dein Brot mal für zwei oder drei Tage abwiegst und dann den Energiegehalt ausrechnest. Das Ergebnis musst du im Kontext deiner Gesamtenergiebilanz sehen.

Meiner Erfahrung nach ist nicht ein spezifisches Lebensmittel dafür verantwortlich, dass Menschen zunehmen. Meist kommen verschiedene negative Essgewohnheiten zusammen und führen zu Übergewicht. 

Vollkorn im Vorteil: Warum dein Körper langsame Kohlenhydrate liebt

Kalorien sind außerdem nicht der einzige Faktor – die Art der Kohlenhydrate spielt eine Rolle. Kohlenhydrate liegen im Brot vor allem als Stärke vor, doch die wird – je nach Brotsorte – schneller oder langsamer in Glukose umgewandelt.

Weißmehlprodukte haben einen höheren Stärkeanteil und damit schnell verfügbare Kohlenhydrate. Der Insulinspiegel steigt schnell an, was kurzfristig die Fettverbrennung – sprich das Abnehmen – hemmt.

Anders sieht es beim Vollkornbrot aus: Es hat weniger Stärke, ist dafür aber reich an Ballaststoffen, die der Körper nur langsam abbauen kann. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel deutlich gleichmäßiger an, weniger Insulin wird ausgeschüttet und die Fettverbrennung wird nicht komplett ausgebremst.

 

5 Tipps, mit denen dein Brotverzehr gesund wird

Wie du siehst, ist Brot per se also kein Dickmacher. Was du berücksichtigen kannst, wenn du das gesamte Gesundheitspotenzial von Brot nutzen möchtest:

 

  1. Greife zu Vollkornbrot: Es enthält mehr Ballaststoffe, hält länger satt und liefert wichtige Nährstoffe.
  2. Achte auf die Zutatenliste: Ein gutes Brot kommt mit wenigen Zutaten aus. Vorsicht vor verstecktem Zucker!
  3. Wähle den richtigen Belag: Ein Zentimeter Schokocreme macht selbst das beste Vollkornbrot zur Kalorienbombe. Besser: Gemüse oder pflanzlicher Aufstrich, mageres Eiweiß (Quark, Ei, Hummus), wenig gesunde Fette wie Avocado.
  4. Auch gesundes Brot bewusst in Maßen essen: Brot ist energiedicht – achte auf die Menge und iss langsam, damit dein Sättigungsgefühl einsetzen kann.
  5. Verträglichkeit beachten: Probiere verschiedene Sorten aus, bis du eine gefunden hast, die dir guttut.

Brot selbst backen – unsere gesündesten Rezepte

Immer wenn ich etwas über Brot lese oder darüber spreche, bekomme ich Appetit und möchte am liebsten gleich losbacken. So habe ich die Kontrolle darüber, was in meinem Brot landet.

Wenn es dir genauso geht, findest du in unserer Bildergalerie tolle Rezepte für Brote. Mein heißer Tipp: Probiere unbedingt das ketogene Brot mit Nüssen und Samen!

Brot selber backen und genießen: Die 12 besten Brotrezepte von Olivenbrot bis zum Low-Carb-Toast

Collage Brot | © [M]  iStock/Shutterstock/Getty Images/Stockfood

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