Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Dieser Betrag ist bei jeder Krankenkasse gleich. Wer jetzt denkt, dass sich ein Wechsel damit eh nicht lohnt, liegt allerdings falsch.
Denn zu dem allgemeinen Beitragssatz kommen noch Zusatzbeiträge, die jede Krankenkasse individuell festlegen kann. Im Schnitt lag der Zusatzbeitrag 2026 bei 2,9 Prozent.
Ein Preisvergleich kann sich also definitiv für dich lohnen. Worauf es beim Wechsel neben dem Beitrag noch ankommt und worauf du dabei laut Expertin achten solltest, erfährst du hier.
Krankenkasse wechseln: Wann es jederzeit möglich ist
Wer mindestens zwölf Monate bei seiner Krankenkasse Mitglied ist, kann die Krankenkasse jederzeit mit einer zweimonatigen Frist zum Ende des Monats wechseln, erklärt Krankenkassexpertin Anja Schlicht von Finanztip. Wer seine Krankenkasse also Mitte Juli kündigt, ist bereits zum 1. Oktober bei seiner neuen Krankenkasse versichert.
Wie kompliziert ist der Wechsel wirklich?
Entgegen der geläufigen Annahme, ist ein Wechsel der Krankenkasse eigentlich sehr unkompliziert. Eine Kündigung ist nämlich nicht mal notwendig, stattdessen kümmert sich die neue Krankenkasse um die Kündigungsabwicklung.
Das bedeutet: Du musst lediglich den Mitgliedsantrag bei der neuen Krankenkasse einreichen und die neue Kasse erledigt den Rest.
Wichtig ist nur, dass du Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger oder Agentur für Arbeit über den Wechsel informierst.
Was passiert, wenn ich gerade mitten in einer Behandlung stecke?
Befindest du dich derzeit in einer bereits begonnenen Therapie, kannst du diese fortsetzen. Der Wechsel hat hier keinerlei Auswirkungen. Wurde die Behandlung jedoch genehmigt, hat aber noch nicht begonnen, muss der Antrag bei deiner neuen Krankenversicherung neu gestellt werden, erläutert Anja Schlicht. Auch „Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen, müssen zurückgegeben und neu beantragt werden“, so die Expertin.
Experten-Tipp: Warum du nicht nur auf den Beitrag achten solltest
Grundsätzlich lässt sich beim Wechsel der Krankenkasse Geld sparen, indem du die Beiträge der Krankenkassen vergleichst. Dennoch betont die Expertin, dass es sich durchaus lohnt, auch die angebotenen Leistungen der jeweiligen Krankenkasse zu berücksichtigen. Denn viele Krankenkassen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: „Manche zahlen mehr für die Zahnreinigung, andere mehr für Osteopathie oder zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen“, so die Expertin.
Die Frage nach der passenden Krankenkasse sollte also nicht allein eine Kostenfrage sein. Ein Vergleich des Leistungsspektrums kann sich hier definitiv lohnen.
Welche Krankenkasse lohnt sich in puncto Preis/Leistung wirklich? Bei Finanztip findest du einen ausführlichen Krankenkassenvergleich.
Weitere Finanz-Themen liest du hier:
Geld sparen: Mit diesen 6 Tricks senkst du deine Reisekosten laut Experte
Urlaubsansprüche: So sicherst du dir alte Urlaubstage
Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen beantwortet 9 spannende Leser*innenfragen des Alltags!
Krankenkasse wechseln und sparen? So findest du die passende Kasse und erfährst, worauf es wirklich ankommt.