Eisheilige, Schafskälte oder Siebenschläfer: Nach der alten Bauernregel bestimmen die meteorologischen Ereignisse das Wetter im Sommer. Was uns 2024 bevorsteht? Das sagt der "Hundertjährige Kalender"!
1700 erfand der Thüringer Arzt Christoph Hellwig den Hundertjährigen Kalender, mit dem er seitdem zahlreiche Leser*innen anspricht – auch wenn Wissenschaftler*innen Zweifel am Wahrheitsgehalt haben. Heutige Leser*innen scheint dies weniger zu interessieren, denn die Nachfrage ist weiterhin groß und statt der Frage nach der Glaubwürdigkeit dieses Kalenders ist doch die Frage nach dem Wetter in den sieben Sommerwochen viel imposanter.
Der Siebenschläfertag gibt uns traditionell eine Antwort darauf. Auf welches Datum dieser Tag fällt und was er für das Sommerwetter bedeutet, erfährst du hier.
Siebenschläfer 2024: Achte auf dieses Datum
Landwirt*innen setzen seit jeher auf Bauernregeln, um das Wetter für die nächsten Wochen vorherzusagen. Im Sommer vertrauen sie meist auf den Siebenschläfer. Folgend soll das Wetter der nächsten sieben Wochen dem Wetter am Siebenschläfer gleichen, das besagen zumindest diese 3 Bauernregeln:
3 Bauernregeln am Siebenschläfer
- Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.
- Wenn‘s am Siebenschläfer gießt, sieben Wochen Regen fließt.
- Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.
Ob die Bauernregeln zum Siebenschläfer recht behalten, bleibt dann die sieben Wochen abzuwarten.
Schafskälte und Siebenschläfer: Wetterphänomene und ihre Tradition in Deutschland
Die Bauernregeln dienten den Landwirt*innen vor vielen Jahren, als es noch keine regelmäßigen Wettervorhersagen gab, die wie heute binnen kürzester Zeit kommuniziert wurden, als Prognose für die kommenden Wochen.
In diesem Sinne musste man dem Siebenschläfer so weit es ging vertrauen. Er diente den Landwirt*innen als Orientierung für die Ernte, um sich beispielsweise auf Dürreperioden einstellen zu können.
Kurz vor dem Siebenschläfer endet die Schafskälte
Kurz vor dem Siebenschläfer endet die Schafskälte in Deutschland, eines der Wetterphänomene, das hierzulande eine lange Tradition neben den Eisheiligen, Hundstagen und dem Siebenschläfer genießt.
Landwirt*innen stellten vor vielen Jahren fest, dass es kurz vor dem richtigen Sommereinbruch zu einem plötzlichen Kälteeinbruch kommt. Der Name geht tatsächlich auf frierende Schafe zurück. Diese wurden schon im Frühjahr geschoren.
Während des Kälteeinbruchs im Juni konnte dies aber zu einer kalten und unangenehmen Sache für die Jungtiere werden, weshalb man die Tiere sodann etwas später von ihrem Fell befreite.
In den letzten Jahren blieb die Schafskälte jedoch aufgrund der Hitzewellen aus. Normalerweise erstreckt sich diese Zeit etwa vom 04. bis 20. Juni. Der Siebenschläfer leitet nicht nur das Ende der Schafskälte ein, sondern konnte wohl recht zuverlässig auch das Wetter für die nächsten Wochen bestimmen.
Am 27. Juni ist Siebenschläfer
In unserer heutigen Zeit fällt der Siebenschläfer immer auf den 27. Juni, dieses Jahr fällt der Tag deshalb auf einen Donnerstag. Jedoch schauen wir uns erst seit der Einführung des gregorianischen Kalenders nur diesen einzigen Tag an, um das Wetter für die folgenden Wochen zu erfahren. Früher schaute man sich erst elf Tage später das Wetter an, am 07. Juli.
Deshalb ein Tipp: Verlasse dich nicht nur auf den Siebenschläfertag, sondern schaue dir den gesamten Zeitraum (Ende Juni bis Anfang Juli) an.