Aktualisiert: 02.03.2021 - 21:49

Präventive Maßnahmen in den Alltag einbauen Alzheimer bei Frauen ist anders: So schützen Sie Ihr Gehirn!

Frauen erkranken häufiger an Alzheimer als Männer – das liegt möglicherweise am Hormonspiegel. Was hilft? Stress vermeiden, Bewegung und Co.

Foto: Getty Images/SashaFoxWalters

Frauen erkranken häufiger an Alzheimer als Männer – das liegt möglicherweise am Hormonspiegel. Was hilft? Stress vermeiden, Bewegung und Co.

Die Diagnose Alzheimer ist schwer. Frauen sind weit häufiger betroffen als Männer, denn ihr Gehirnstoffwechsel verläuft anders. Viel besser: Gleich gezielt vor der Erkrankung schützen – mit ganz einfachen Alltags-Maßnahmen.

1,6 Millionen Menschen in Deutschland haben Demenz, die meisten davon Alzheimer. Zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Das liegt möglicherweise nicht nur an der höheren Lebenserwartung, sondern auch daran, dass Frauen ein anderes Risiko aufweisen als Männer. Denn ihr Stoffwechsel unterscheidet sich. Entsprechend unterscheiden sich auch die präventiven Maßnahmen. Wie Frauen sich gegen Alzheimer schützen können – dazu gibt eine Neurowissenschaftlerin Tipps.

Demenz frühzeitig erkennen - Das sind die Symptome von Alzheimer und Co.
Demenz frühzeitig erkennen - Das sind die Symptome von Alzheimer und Co.

Alzheimer bei Frauen: Der weibliche Körper tickt anders

Der weibliche Hirnstoffwechsel funktioniert anders als der von Männern. Sie erkranken häufiger an Krankheiten wie Migräne, Depression, und auch an Alzheimer. Unter anderem liegt das an der unterschiedlichen Hormonzusammensetzung von Frauen und Männern. Entsprechend müsste eigentlich auch die Medizin einen Unterschied machen. Doch Medikamente und Therapien werden noch immer vor allem auf männliche Körper zugeschnitten. Es lohnt also ein Blick auf die Physis der Frau.

Diesen Blick wagt die Neurowissenschaftlerin Dr. Lisa Mosconi. Sie beschäftigt sich schon lange mit Frauengesundheit und plädiert für eine Gleichberechtigung in der Medizin. In ihren Forschungen beschäftigt sie selbst sich vor allem mit dem Hirnstoffwechsel bei Frauen und legt einen Schwerpunkt auf Alzheimer. In ihrem Buch "Das weibliche Gehirn: Länger leben, besser schlafen, Demenz vorbeugen – wie Frauen gesund bleiben" gibt sie Tipps zur frauenspezifischen Prävention und erklärt außerdem, wie sich das Gehirn im Leben der Frau verändert und was die Hormone, insbesondere das Östrogen, damit zu tun haben.

Östrogen und die Menopause haben einen Einfluss aufs Gehirn

Die US-amerikanische Ärztin Dr. Mosconi ist der Ansicht, dass vor allem das weibliche Sexualhormon Östrogen eine Rolle spielt – und sein Absinken mit der Menopause. Östrogen gehört bei Frauen zu den wichtigsten Botenstoffen im zentralen Nervensystem, das laut Mosconi und anderen Forschern auch eine gewisse Schutzwirkung auf Nervenzellen und Synapsen – also die Schnittstellen zwischen Nerven – ausübt. Sinkt nun in der Menopause der Östrogenspiegel, verringert sich dieser Schutz. Das könnte der Medizinerin zufolge das Gehirn anfälliger für Alterungsprozesse machen.

Studien zufolge kann eine frühe Menopause Krankheiten im Alter begünstigen. Doch das Hirn ist trotz verringertem Schutz mit Östrogen nicht gänzlich wehrlos. Das Gute sei, sagt Mosconi, dass frau ihr Gehirn schon früh stärken kann, so dass der Wegfall des Hormons später nicht mehr ganz so drastische Auswirkungen haben könnte. Belegt wird das durch diverse Studien, die etwa zeigen, dass eine gesunde Lebensweise durchaus vor Alzheimer schützen kann. Andere Studien beweisen, dass schlechte Ernährung und hoher Alkoholkonsum das Demenz- und Alzheimer-Risiko steigern.

5 Tipps der Expertin zum Schutz vor Alzheimer

Neu sind die Tipps, die Mosconi in ihrem Buch gibt, nicht, doch sie wirken. Sie sorgen nicht nur für einen gesünderen Lebensstil, sondern halten den Hormonspiegel auf einem gesunden Level und schützen das Gehirn. Wichtig ist es nur, so schnell wie möglich damit anzufangen. Und zwar so:

  1. Ausgewogene Ernährung: Der Klassiker: Ungesunde und unausgewogene Ernährung schlägt sich nicht nur auf der Waage nieder, sondern beeinflusst unser gesamtes Wohlbefinden, und vor allem unser Gehirn. Denn damit es arbeiten kann, braucht es Nährstoffe. Schadstoffe, etwa aus Fertigessen, zu viele Salze und Zucker sowie ungesunde Transfette können unserem Gehirn dagegen zusetzen und den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen. Mosconi, die selbst vegan lebt, rät zu einer Ernährung mit vielen Ballaststoffen, Antioxidantien – die fangen freie Radikale ein und schützen so unsere Zellen – sowie sogenannten Phytoöstrogenen.
  2. Ausreichend Bewegung: Und auch das haben wir geahnt: Aber es stimmt – Sport und Fitness helfen nicht nur Muskeln und Herz-Kreislauf, sondern versorgen auch unser Gehirn mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen. Regelmäßige Bewegung kurbelt den Hirnstoffwechsel an. Die gefürchteten Plaques haben so weniger Chancen, sich erst zu bilden. Schon ein paar Stunden Spazierengehen in der Woche hilft. Auch zu anderen "sanften" Sportarten wie Yoga oder Schwimmen rät die Medizinerin.
  3. Wenig Stress: Zugegeben, mit dem Stress ist das nicht immer so einfach. Zu viel prasselt auf uns ein, jetzt in der Corona-Krise umso mehr. Doch anhaltender Stress schädigt die Gesundheit – und das Gehirn. Wichtig ist es daher, sich Auszeiten zu gönnen und in sich hineinzuhorchen. Was hilft mir persönlich, Stress abzubauen? Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Den einen hilft Meditation, die anderen gehen lieber boxen oder lesen ein gutes Buch.
  4. Gesunder Schlaf: Schlafmangel erhöht nicht nur das Risiko für Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern belastet auch das Gehirn. Denn es verarbeitet im Schlaf den Tag und regeneriert sich. An Schlafstörungen lässt sich so übrigens schon Jahre vorher ein Demenz-Risiko erkennen. Denn fehlt uns die Tiefschlafphase, werden weniger Beta-Amyloide abgebaut. Diese neurotoxischen Eiweiße sind bei der Entstehung von Gehirnplaques beteiligt. Sieben bis acht Stunden Schlaf sollten es laut der Expertin des Nachts etwa sein. Eine ideale Schlafzeit gibt es zwar nicht, doch solange der Schlaf möglichst tief und ungestört ist, hilft das schon sehr.
  5. Gehirn in Schach halten und trainieren: Gehirntraining steht immer wieder weit oben auf der Liste der Schutzmaßnahmen gegen Alzheimer. Das rät auch die Neurowissenschaftlerin. Wer sein Hirn trainiert, etwa durch tägliches Lesen und Lernen, ruhig auch das Erlernen einer neuen Sprache oder eines Instruments, hält die Hirnwindungen geschmeidig. So können sich nämlich immer neue Synapsen verknüpfen. Und je mehr dieser Verbindungen zwischen Nervenzellen wir haben, desto besser.

Sie sehen – im Grunde ist es gar nicht so schwer, zumindest das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer zu senken und sich so als Frau vor der gefürchteten Diagnose zu schützen. Natürlich sind diese Lebensumstellungen keine Garantie. Alzheimer und andere Demenzerkrankungen sind noch immer ein großes Rätsel für die Wissenschaft. Doch alleine eine Risikosenkung ist doch durchaus anzustreben. Gleichzeitig fühlen wir uns mit so einer gesunden Lebensweise insgesamt viel fitter.

Nehmen wir die Herausforderung an! Erste Tipps zur Ernährungsumstellung finden Sie in unserem großen fünfteiligen Ratgeber. Allerhand Tipps zu Sport und Fitness gibt's hier. Außerdem haben wir vieleTipps gegen innere Unruhe, sowie Infos zu oder Meditation sowie allgemein zu Entspannung und Stressbewältigung.

Wenn's am Einschlafe hakt, wie wäre es mit den mit dieser japanischen Atemtechnik, die Sie besser einschlafen lässt,– oder mit diesen 10 Sofortmaßnahmen gegen Schlafstörungen in der Corona-Krise?. Tipps für ein fittes Gehirn finden Sie hier: Gedächtnis verbessern in gerade mal 30 Minuten pro Tag!

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