Aktualisiert: 10.01.2021 - 10:22

Kopfhaut anfassen geht nicht Trichodynie: Was hilft bei schmerzenden Haaren?

Wenn die Haarwurzeln schmerzen, nennt man das Trichodynie. Das kann an verschiedenen Ursachen liegen, ist aber vor allem eines: unangenehm.

Foto: Getty Images/Photographer, Basak Gurbuz Derman

Wenn die Haarwurzeln schmerzen, nennt man das Trichodynie. Das kann an verschiedenen Ursachen liegen, ist aber vor allem eines: unangenehm.

Haare sind eigentlich totes Material. Doch dort, wo sie im Kopf verwurzelt sind – genau, an den Haarwurzeln – können sie, genauer gesagt kann die Kopfhaut unangenehm schmerzen. Woran das liegen kann und was hilft:

Manchmal ist es ein Graus: Die kleinste Bewegung der Haare verursacht Schmerzen. Keine richtigen Kopfschmerzen, sondern Schmerzen an der Kopfhaut – genauer gesagt an den Haarwurzeln. Wenn jede einzelne Haarwurzel zu schmerzen scheint, spricht man auch von Trichodynie. Und die kann unterschiedlichste Ursachen haben.

Trichodynie: Die Kopfhaut ist extrem empfindlich – auch für Schmerzen

Rund jeder fünfte Mensch leidet hin und wieder oder sogar ständig unter Haarschmerzen, vermuten Dermatologen. Genauer gesagt ist es die Kopfhaut, die weh tut, wenn sie Reizen, etwa durch ein Bewegen der Haare, ausgesetzt ist. Denn unsere Kopfhaut ist ein sehr empfindliches Gebilde. Jede Menge Nervenenden liegen hier, noch dazu ist sie stark durchblutet. Und wenn dann noch Haarwurzeln entzündet sind oder Schweiß- und Talgdrüsen Probleme bereiten, ist der Schmerz schnell da.

Daneben sind auch juckende Kopfhaut, ein Kribbeln oder Brennen sowie Spannungskopfschmerzen und Haarausfall Zeichen von Trichodynie. Manche Patienten leiden über Tage oder Wochen an den Symptomen, die wiederum Stress auslösen können – der eine der Ursachen für Trichodynie sein kann. Ein Teufelskreis entsteht.

Dabei können äußere Reize genauso verantwortlich sein wie Entzündungen oder gar eine Krankheit, etwa eine Grippe, bei der der ganze Körper schmerzen kann. Und auch Stress kann in Haarwurzelschmerzen ausarten.

Äußere Reize: Die Kopfhaut reagiert

Tragen Sie gerne Zopf? Gerade feste, strenge Frisuren wie Pferdeschwänze oder Dutts können Schmerzen rund um die Haarwurzeln verursachen.

Aber auch zu viele, scharfe Haarprodukte und zu häufiges Haarewaschen sowie zu heißes Föhnen können die Kopfhaut reizen – ebenso wie scharfe Haarcolorationen oder andere chemische Behandlungen, die die Kopfhaut irritieren.

Im Sommer sollten Sie immer auf eine Kopfbedeckung achten, denn auch Sonnenbrand auf der Kopfhaut ruft unangenehme Schmerzen hervor.

Erkrankungen rund um die Kopfhaut

Es sind aber nicht immer die mechanischen Reize. Auch Entzündungen der Kopfhaut oder eine Haarwurzelentzündung kann Schmerzen bis hin zur Trichodynie verursachen. Wer etwa unter starken Schuppen leidet, bei dem können diese Schuppen die Poren verstopfen und Entzündungen auslösen.

Ebenfalls klagen Migränepatienten oder Menschen, die unter Spannungskopfschmerzen leiden, manchmal darüber, auch in den Haarwurzeln Schmerzen zu verspüren.

Eine weitere Ursache können neurologische Erkrankungen sein, die die Kopfhaut besonders empfindlich machen.

Die Psyche: Hören Sie in sich hinein

Wenn all das ausgeschlossen werden kann, hören Sie einmal in sich hinein. Sind Sie gerade besonders angespannt oder gestresst? Auch die Psyche kann sich auf die Kopfhaut auswirken und empfindliche Haarwurzeln verursachen.

Eine Mischung aus Stress und mechanischen Reizen, die für schmerzende Kopfhaut sorgen kann, ist die Trichotillomanie – der Zwang, sich Haare auszureißen. Denn durch das ständige Ausreißen wird die Kopfhaut gereizt, es können auch Entzündungen entstehen.

Wie Sie Haarausfall vorbeugen, lesen Sie auf unserer Themenseite.

Haare richtig waschen - 4 absolute Don'ts
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Erste Hilfe: Was tun bei Trichodynie?

Erst einmal heißt es, die Kopfhaut und die Haare möglichst in Ruhe zu lassen. Die Haare sollten daher erst einmal möglichst offen gelassen und nicht zusammengebunden werden, damit sie ganz natürlich fallen können.

Wer zu trockener Kopfhaut neigt, kann sich eine sanfte Kopfhautmassage mit einem Öl, etwa Argan-, Mandel- oder Olivenöl, gönnen. Diese Kopfmassagen können Sie ruhig zwei bis drei Mal pro Woche durchführen und das Öl dann über Nacht einwirken lassen.

Die Haarpflege kann ebenfalls viel bewirken. Achten Sie darauf, sich nicht zu oft die Haare zu waschen, aber die Kopfhaut bei der Haarwäsche besonders gut zu behandeln. Am besten mit sanften, aber klärenden Shampoos arbeiten und die Kopfhaut dabei sanft massieren. Auch eine Kopfhautbürste kann beim Shamponieren helfen und durch die mechanischen Bewegungen die Kopfhaut säubern. Dabei gibt's eine sanfte Massage obendrauf.

Auch Entspannungsübungen können möglicherweise dazu beitragen, dass die Trichodynie nachlässt – insbesondere, wenn Sie sehr stark gestresst sind. Ebenfalls soll Akupunktur schon manchem Patienten geholfen haben.

Wollen die Haarschmerzen einfach nicht aufhören, ist ein Gang zum Dermatologen ratsam. Im Notfall helfen auch kleine Injektionen mit Botox. Davor sollten Sie sich aber ausgiebig beraten lassen. Sanftere Mittel sind selbstverständlich immer vorzuziehen!

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