Aktualisiert: 11.10.2020 - 19:26

Plötzlicher Bluterguss Paroxysmales Fingerhämatom: Das steckt hinter dem "Achenbach-Syndrom"

Ein plötzlicher Schmerz im Finger mit anschließendem Bluterguss weist auf das paroxysmale Fingerhämatom, auch "Achenbach-Syndrom", hin.

Foto: iStock.com/anjagrujic

Ein plötzlicher Schmerz im Finger mit anschließendem Bluterguss weist auf das paroxysmale Fingerhämatom, auch "Achenbach-Syndrom", hin.

Ein plötzlicher, stechender Schmerz im Finger oder in der Hand, gefolgt von einem rötlichen oder auch blauen Bluterguss: Vor allem Frauen mittleren Alters sind betroffen, doch das "Achenbach-Syndrom" ist in aller Regel harmlos.

Oft reicht schon ein kleiner Stoß oder eine Überlastung, etwa durch langes Tragen einer Handtasche, und schon ist es geschehen: Ein stechender Schmerz fährt durch den Finger, der Bereich färbt sich nach und nach rötlich, manchmal sogar blau. Dahinter steckt meist das sogenannte paroxysmale Fingerhämatom, das auch "Achenbach-Syndrom" genannt wird. Es kann auch in der Handfläche entstehen.

Paroxysmales Fingerhämatom: Das sind die Symptome

Hauptsymptom ist der plötzliche (paroxysmale) stechende Schmerz, der später oft zu einem Druckschmerz wird, der aber nachlässt, sobald sich der entstandene Bluterguss weiter ausbreitet. Dieser aber kann sich über den gesamten Finger ziehen und auch bis in die Hand reichen. Auch beklagen Patient*innen manchmal leichte bis stärkere Bewegungseinschränkungen und eine leichte Taubheit sowie anfängliche Schwellungen. Meist lassen die aber recht schnell wieder nach.

Manchmal kann das Syndrom auch an Füßen oder Zehen auftreten.

Die Ursachen sind nicht ganz geklärt

Ausgelöst wird das Achenbach-Syndrom, übrigens benannt nach dem Kölner Internisten Walter Achenbach (1921-2015), der es im Jahr 1958 erstmals beschrieb, meist durch eine Belastung. Vor allem bei Frauen mittleren Alters kommt das Syndrom vor, etwa an Fingern, an denen lange Zeit ein Ring getragen wurde oder wenn die Hand einseitig länger belastet wurde. Dabei kann es sein, dass ein kleines Blutgefäß, meist eine kleine Vene (Venole) platzt.

Warum das genau passiert, ist nicht ganz geklärt, Ärzte vermuten aber die Begünstigung des Venolenrisses durch eine Gefäßwandschädigung, die durch Druck verstärkt wird. Solche Rupturen können daher immer wieder an der gleichen Stelle auftreten.

Therapie: Bluterguss verheilt meist von allein

Gefährlich ist das parosysmale Hämatom in der Hand oder im Finger nicht. Normalerweise verschwindet es wieder von selbst, kann aber mit einem Kühlpad gekühlt werden. Auch Kompression kann helfen. Auf jeden Fall sollten Sie das betroffene Körperteil möglichst schonen, so verheilt das Hämatom am schnellsten. Der Bluterguss bildet sich nach spätestens ein bis zwei Wochen von selbst zurück.

Sollten Sie aber über anhaltende Schmerzen klagen sowie unter starken Bewegungseinschränkungen über längere Zeit leiden, feststellen, dass der Finger oder die Hand deutlich warm wird und Fieber und Schüttelfrost bekommen, sollten Sie ärztliche Hilfe einholen.

Diffuse Schmerzen in den Händen und Taubheit, die nicht plötzlich auftreten, können dagegen etwa auf das Karpaltunnelsyndrom hinweisen. Es lohnt sich daher immer, zumindest mal eine Ärztin oder einen Arzt über das schmerzende Körperteil sehen zu lassen.

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