31.10.2018

Erkältungsfragen Immer nur ein Nasenloch verstopft: Warum ist das so?

Schon mal was vom Nasenzyklus gehört? Bei Erkältungen merken Sie das ganz besonders – wenn nur ein Nasenloch verstopft ist.

Foto: iStock/georgeclerk

Schon mal was vom Nasenzyklus gehört? Bei Erkältungen merken Sie das ganz besonders – wenn nur ein Nasenloch verstopft ist.

Bei einer Erkältung ist die Nase zu – aber für gewöhnlich immer nur halbseitig. Haben Sie dieses Phänomen bei sich schon einmal entdeckt?

Erkältungszeit! Wir schniefen wieder um die Wette und die Berge an Taschentüchern häufen sich. Das Atmen fällt schwer – aber meist kommt zumindest auf einer Nasenseite noch ein wenig Sauerstoff durch. Da stellt sich doch die Frage: Warum ist eigentlich meist nur ein Nasenloch verstopft? Wir haben die Antwort!

Nur ein Nasenloch verstopft? Daran liegt's!

Achten Sie mal darauf, wenn es Sie mal wieder erwischt hat. Das Kuriose: Dieses Phänomen lässt sich sogar an gesunder Nase testen! Halten Sie sich einmal abwechselnd ein Nasenloch zu und atmen Sie kräftig ein. Na? Auf einer Seite geht's wahrscheinlich etwas schwieriger als auf der anderen, oder? Und das hat einen ganz einfachen Grund: den sogenannten Nasenzyklus.

Der Nasenzyklus hält die Nase halb in Ruhe

Der Hintergrund ist, dass unsere beiden Nasenmuscheln sich sozusagen die Arbeit teilen. Sie sind nie beide in voller Aktion. Stattdessen befindet sich eine immer in Ruhephase, während die andere die Luftzufuhr und Luftabfuhr regelt. Bekannt ist dieses Phänomen übrigens schon seit 1895.

Alle zwei bis drei Stunden wechseln die Nasenhöhlen ihren Job – im Schnitt. Bei manchen dauert's länger, bei anderen geht's schneller. Dann darf die bisher arbeitende Seite für einige Zeit in den Ruhezustand wechseln und die bisher passive Seite übernimmt.

Komplett nachvollzogen ist dieser Vorgang aber noch nicht. Zwar haben sich schon etliche Studien mit dem Phänomen befasst, aber man weiß beispielsweise nicht, bei wie vielen Menschen das überhaupt auftritt und in welcher Ausprägung. Denn nicht bei jedem ist das so bzw. so ausgeprägt. Anscheinend liegt auch ein Unterschied zwischen Rechts- und Linkshändern vor. Was man weiß ist, dass der Hypothalamus im Gehirn als Steuerzentrum unseres vegetativen Nervensystems dafür verantwortlich ist.

Bei der Erkältung wird das Phänomen stärker

Normalerweise merken wir von diesem Nasenzyklus nicht viel – außer eben, wir führen den oben genannten Test durch, mit Nase zuhalten und so. Haben uns aber die Erkältungsviren heimgesucht, wird der Nasenzyklus ganz schnell bewusst. Denn dann stellt sich wirklich die Frage, warum immer nur ein Nasenloch verstopft ist.

Allerdings ist dieses Phänomen nicht bei jedem so stark ausgeprägt. Zum einen kann eine Erkältung so stark ablaufen, dass die Nasenschleimhäute so sehr gereizt sind und dadurch trotzdem einfach alles geschwollen ist. Zudem ist bei manchen Menschen die Nasenscheidewand eher zur einen Seite gebogen. Sprich, eine Seite ist enger und daher schneller "dicht", wenn die Schleimhäute anschwellen.

Aber auch manche Medikamente sowie Hormonstörungen können Schwellungen der Nasenschleimhaut beeinflussen – ebenso wie Allergien oder eben Infekte.

Abends ist die Schwerkraft schuld

Vielleicht gehören Sie aber auch zu denen, die abends beim Einschlafen das Problem haben, dass ein Nasenloch verstopft ist? Das hat nicht immer etwas mit Erkältung zu tun, sondern eher mit der Schwerkraft – vor allem, wenn Sie Seitenschläfer sind. Durch die Schwerkraft wird beim seitlichen Liegen die untere Nasenseite durch das durch den Nasenzyklus bedingte Anschwellen der Nasenschleimhaut eingeengt. Hier hilft manchmal einfaches Drehen bereits – oder kurzes Aufstehen. Auch dann wird die Atmung wieder befreit.

Was tun, wenn die Nase (halbseitig) zu ist?

Oft greifen wir ja dann, wenn die Nase zu ist, ob einseitig oder komplett, zum rettenden Nasenspray. Übertreiben sollten Sie es damit aber nicht. Denn dann kann ganz schnell eine Nasenspray-Sucht entstehen, und die geht so schnell nicht wieder weg. Lieber also nur kurzzeitig anwenden. Oder Sie beugen vor und behandeln Ihre Nase bei ersten Anzeichen einer Erkältung schon mit Meersalz-Nasenspray oder machen eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung.

Im Video sehen Sie, wie Sie sich im Vorfeld am besten vor Infektionen schützen:

BdF_5 Tipps zum Schutz vor Infektionen

So schützen Sie sich vor Erkältungs- und Grippeviren.

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Gegen wunde Nase bei Erkältung und Allergie helfen aber zum Glück auch ein paar Hausmittel. Und weitere Tipps gegen Erkältung lesen Sie auf unserer Themenseite.

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