12.10.2018

Harmlos bis gefährlich Grippeimpfung Nebenwirkungen – so häufig sind sie wirklich

Die häufigste Nebenwirkung der Grippeimpfung sind Schmerzen im geimpften Arm.

Foto: iStock/asiseeit

Die häufigste Nebenwirkung der Grippeimpfung sind Schmerzen im geimpften Arm.

Was wirkt, hat meistens auch Nebenwirkungen. So auch bei der Grippeimpfung. Um welche Nebenwirkungen es sich handelt und wie gefährlich sie sind.

Es ist langsam wieder Grippezeit und die Ständige Impfkommission (STIKO) rät zur Impfung, denn auch wenn kein hundertprozentiger Schutz geboten werden kann, eine Grippe verläuft bei Geimpften nachweislich harmloser ab als bei Nichtgeimpften. Mittlerweile gibt es sogar den im vergangenen Jahr schmerzlich vermissten Vierfach-Grippeimpfstoff. Doch damit kommt auch wieder die Frage auf: Was ist mit den Nebenwirkungen einer Grippeimpfung?

Die Grippeimpfung wird in den meisten Fällen als Spritze in den Oberarm gesetzt. Weil bis zu 40 Prozent der Geimpften danach leichte Schmerzen in dem Arm bekommen, in den die Injektion gesetzt wurde, fragt der Arzt meist schon vorher: "Sind Sie Rechts- oder Linkshänder?" Bei Rechtshändern wird dann die Spritze in den linken Arm gegeben, bei Linkshändern in den rechten. Denn ein bis zwei Tage nach der Impfung kann die häufigste Nebenwirkung der Grippeimpfung auftreten – leichte bis massive Schmerzen im betroffenen Arm.

Harmlose Nebenwirkungen der Grippeimpfung

Besorgniserregend ist diese Nebenwirkung nicht. Spätestens nach einer Woche sind die Schmerzen wieder abgeklungen – ebenso wie eine andere häufige Nebenwirkung der Grippeimpfung, einer leichten Rötung der Einstichstelle. Dabei handelt es sich um eine Lokalreaktion, die ebenfalls harmlos ist.

Krank nach der Grippeimpfung

Knapp zehn Prozent der Geimpften – genauer neun von 100 Personen – bekommen nach der Grippeimpfung schwache, grippeähnliche Symptome – leichtes Fieber, Frösteln, Schwitzen, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Das zeigt, dass das Immunsystem stark auf den Impfstoff reagiert und entsprechende Abwehrzellen aufbaut – und ist letztendlich also sogar ein gutes Zeichen und verschwindet nach ein bis zwei Tagen wieder.

Gefährliche Nebenwirkungen nach der Grippeimpfung

Äußerst selten sind dagegen riskante Nebenwirkungen nach einer Grippeimpfung, wie das Robert Koch Institut betont. Das betrifft etwa Menschen mit schwerer Hühnereiweißallergie, denn Grippeimpfstoffe – lesen Sie hier: Wie sinnvoll ist die Grippeimpfung? – werden mit Hilfe von Hühnereiweiß hergestellt. Die Seren enthalten deshalb Spuren von Hühnereiweiß. Symptome dieser gefährlichen Nebenwirkung sind:

  • starke Hautreaktion an der Einstichstelle mit intensivem Juckreiz
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme

Allerdings sind schwere allergische Reaktionen nach der Grippeimpfung bei Menschen mit Hühnereiweißallergie genauso selten registriert wie bei Personen ohne diese Allergie – also extrem selten. Trotzdem sollten Allergiker ihren Arzt darauf hinweisen, bevor sie zum ersten Mal gegen Grippe geimpft werden.

Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Die Angst vor gefährlichen Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung ist also übertrieben. Übrigens schließen sich Schwangerschaft und Grippeimpfung nicht aus. Im Gegenteil, die (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung besonders auch Schwangeren. Denn vor allem sie sollten vor der Infektion geschützt werden, weil eine Grippe in der Schwangerschaft oft besonders schwer verläuft und zu Komplikationen führen kann. Dagegen ist der Impfstoff für Mütter und ihre Ungeborenen genauso sicher und gut verträglich wie für Nichtschwangere. Bester Zeitpunkt für die Impfung ist das zweite Schwangerschaftsdrittel.

Allgemein gilt aber wie bei allen Medikamenten: Sollten bei der Grippeimpfung Nebenwirkungen auftreten, die über die beschriebenen hinausgehen, konsultieren Sie Ihren Hausarzt.

Wer sollte sich überhaupt impfen lassen?

Wer an sich gesund ist, muss sich nicht zwingend impfen lassen, auch wenn eine Grippeerkrankung dank Impfschutz wie gesagt, meist harmloser abläuft. Manchen Menschen wird die Impfung aber empfohlen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem zweiten Trimester oder bei erhöhter Gesundheitsgefahr auch früher
  • Personen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Lungen-, Leber- oder Nierenleiden, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen sowie neurologischen Krankheiten (z. B. Multiple Sklerose) sowie geschwächtem Immunsystem, etwa bei HIV-Infektion
  • Allen, die in medizinischen Einrichtungen oder in Einrichtungen mit hohem Besucheraufkommen arbeiten
  • Bewohnern von Pflegeeinrichtungen

Oktober und November sind die besten Monate für die Grippeimpfung, um genügend Impfschutz für die Wintermonate aufzubauen und nicht mehr mit eventuellen Grippeimpfung-Nebenwirkungen zur wirklich kalten Zeit des Jahres belästigt zu werden.

Neuer Vierfachimpfstoff: Andere Wechselwirkungen zu erwarten?

Eine Grippeimpfung wird jährlich empfohlen. Zur Saison 2018/19 gibt es nun auch den im vergangenen Jahr schon erhofften Vierfach-Impfstoff, ohne den die Grippewelle 2017/2018 wohl nicht so heftig ausgefallen wäre.

Den Vierfachimpfstoff gibt es seit der Saison 2013/14, seit Anfang 2018 wird er aber erst empfohlen, weshalb erst jetzt die Krankenkasse bei diesem Impfstoff unterstützt. Im Gegensatz zu trivalenten Impfstoffen, die Bestandteile von zwei Subtypen des Influenza A-Virus und von einem des B-Virus enthalten, stecken in der quadrivalenten Version auch Bestandteile einer zweiten B-Virus-Linie, die zum Beispiel in der vergangenen Saison präsenter war als die A-Linie. Die Nebenwirkungen der Grippeimpfung bleiben beim Vierfach-Impfstoff aber gleich denen der bisherigen Impfstoffe.

Mehr zum Thema Impfung finden Sie auf unserer Themenseite. Infos vom Robert Koch Institut finden Sie auf dieser Seite.

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