21.03.2016

Regelmäßige Vorsorge Eierstockkrebs ist im Anfangsstadium heilbar

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Eierstockkrebs tritt oft nach den Wechseljahren auf. Es ist nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane.

Laut statistischen Angaben erkranken pro Jahr ungefähr 7000 bis 8000 Frauen neu an Eierstockkrebs. Eierstockkrebs ist eine tückische Erkrankung, denn sie wird oftmals erst viel zu spät entdeckt, wenn sich bereits Tochtergeschwülste in der Bauchhöhle oder im Bauchfell gebildet haben. In der Anfangsphase bestehen gute Heilungsschancen, sie verschlechtern sich jedoch zunehmend, je später der Eierstockkrebs entdeckt wird. In rund 50% der Fälle sind beide Eierstöcke betroffen.

Der Eierstockkrebs breitet sich relativ schnell in die Umgebung aus. Über die Blut- und Lymphbahnen können die Krebszellen weitertransportiert werden und gelangen in die Leber, die Lunge, das Brustfell oder andere Organe. Im letzten Stadium ist praktisch der ganze Körper befallen.

Beim Eierstockkrebs können vier Stadien unterschieden werden.

Das 1. Stadium ist das frühe Stadium

Hier ist nur das Eierstockgewebe betroffen. Es kann entweder ein oder es können beide Eierstöcke befallen sein. In diesem Stadium bestehen sehr gute Heilungsschancen. Da hier noch keine Beschwerden vorhanden sind, kann der Eierstockkrebs fast ausschließlich durch eine Vorsorgeuntersuchung so früh entdeckt werden. Aus diesem Grunde ist es dringend angeraten, regelmäßige Vorsorgetermine beim Frauenarzt wahrzunehmen.

Im 2. Stadium hat der Eierstockkrebs bereits ins Becken gestreut.

Im 3. Stadium sind Metastasen im Bauchfell und/oder im Bauchraum vorhanden. Außerdem sind die Lymphknoten zum Teil deutlich angeschwollen.

Im 4. Stadium ist der Eierstockkrebs stark fortgeschritten. Hier hat der Tumor in die Bauchhöhle gestreut. Außerdem sind Lungen-Metastasen oder Metastasen in anderen Organen vorhanden. Sie werden über das Blut- und Lymphsystem verbreitet.

Im ersten Stadium verursacht der Eierstockkrebs keine Symptome. Später gibt es unspezifische Anzeichen wie zum Beispiel ein Druckgefühl im Unterbauch, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden oder Müdigkeit und Erschöpfung. Außerdem können Blutungen, die nach den Wechseljahren auftreten, auf eine Krebserkrankung der Eierstöcke hinweisen. Die Lymphknoten, die in den fortgeschrittenen Stadien anschwellen, können teilweise eine Größe von mehreren Zentimetern erreichen.

Eierstockkrebs - Diagnose und Therapie

Der Frauenarzt wird eine ausführliche Anamnese erheben und die Eierstöcke sowie die übrigen weiblichen Geschlechtsorgane und den Bauchraum abtasten. Eine gute Methode, um Eierstockkrebs zu identifizieren, ist der Ultraschall. Darüber hinaus können weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Mit Hilfe der Computertomographie und der Magnetresonanztomographie lassen sich nicht nur Tumorherde, sondern auch Metastasen eindeutig abgrenzen.

Hat der Eierstockkrebs in die Umgebung gestreut, kann eine Blasen- oder Mastdarmspiegelung angezeigt sein. Darüber hinaus kann der Arzt die Entnahme von Gewebeproben, eine Biopsie oder die Messung von Tumormarkern im Blut veranlassen.

Die Behandlung des Eierstockkrebses beruht im wesentlichen auf zwei Säulen. Hierbei handelt es sich um die operative Entfernung des Krebsgewebes und um die Chemotherapie. Nur wenn der Eierstockkrebs sehr früh entdeckt wurde und noch lokal begrenzt ist, kann eventuell auf eine Chemotherapie verzichtet werden.

Während der Operation werden oftmals nicht nur die Eierstöcke, sondern auch die Eileiter und die Gebärmutter entfernt. Ist der Krebs weiter fortgeschritten, kann es zusätzlich erforderlich werden, das Bauchfell, Teile des Darms, den Blinddarm und die Lymphknoten zu entfernen.

40% der Patientinnen, bei denen Eierstockkrebs diagnostiziert wurde, leben 5 Jahre später noch. Eine vollständige Heilung ist möglich, wenn das Krebsgewebe komplett entfernt werden konnte. Wird der Eierstockkrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt - was leider in der Mehrzahl der Fälle zutrifft - sind die Heilungschancen eher gering. Ist der Körper bereits von Metastasen befallen, wird von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 14 Monaten ausgegangen.

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