Aktualisiert: 23.10.2020 - 08:04

Ein echter Alleskönner Das Powermineral Magnesium und seine Funktionen im Körper

Magnesium reguliert unsere Muskelarbeit. Wer viel schwitzt, beispielsweise durch Sport, muss täglich mehr als die empfohlene Menge des Mineralstoffes zu sich nehmen.

Foto: iStock.com/mihailomilovanovic

Magnesium reguliert unsere Muskelarbeit. Wer viel schwitzt, beispielsweise durch Sport, muss täglich mehr als die empfohlene Menge des Mineralstoffes zu sich nehmen.

Ohne Magnesium läuft in unserem Körper fast gar nichts. An welchen Prozessen das Supermineral beteiligt ist und wie wir es am besten aufnehmen.

Magnesium ist ein wahres Supermineral, denn ohne den Alleskönner läuft in unserem Körper so gut wie gar nichts. Magnesium ist für ca. 80 Prozent aller Stoffwechselprozesse im Organismus erforderlich. Beispielsweise wird das Powermineral für die Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel benötigt und ist am Energiestoffwechsel beteiligt. Der Mineralstoff mischt bei der Arbeit der Skelettmuskulatur bis zu Anti-Aging-Prozessen mit – an welchen Vorgängen im Körper Magnesium beteiligt ist und wie wir es aufnehmen.

Welche Funktionen Magnesium im Körper steuert

Der lebenswichtige Mineralstoff spielt eine zentrale Rolle in vielen Abläufen unseres Körpers. Selbst herstellen können wir Magnesium nicht und sind daher darauf angewiesen, dass wir mit der Nahrung genügend davon aufnehmen. Denn der kostbare Vitalstoff ermöglicht so viele unserer Lebensfunktionen:

  • Nerven und Muskeln beruhigen und entspannen
    Magnesium reguliert die Übertragung von Signalen zwischen Nerven- und Muskelzellen im Sinne der Hemmung und Dämpfung der Erregungsleitung. Fehlt Magnesium, senden die Nervenzellen zu viele Signale. Der Muskel ist dann zu angespannt, es kann beispielsweise zu Verspannungen und Krämpfen kommen. Gleiches passiert mit den Nerven, die den Takt des Herzens vorgeben. Deshalb führt ein Mangel an dem Mineralstoff auch zu Herzstolpern und Herzrhythmusstörungen. Auch auf die Muskelfasern von Gefäßwänden wirkt Magnesium entspannend. Bei einem Mangel an Magnesium dagegen kommt es zur Entwicklung von Bluthochdruck.
  • Volle Power im Energiestoffwechsel
    Auch für die Energiebereitstellung im Körper spielt Magnesium eine zentrale Rolle: Das Mineral aktiviert das ATP (Adenosintriphosphat), den Kraftstoff der Zellen. Erst in Verbindung mit Magnesium kann ATP seine gesamte Antriebskraft entfalten. Kein Wunder, dass wir bei einem Magnesiummangel kraftlos und müde werden.
  • Für gesunde Knochen
    Dass Calcium einer der wichtigsten Bausteine unserer Knochen und Zähne ist, ist weithin bekannt. Doch bei Knochenaufbau und -dichte spielt auch Magnesium eine entscheidende Rolle. Unser Körper hat ca. 25 Gramm Magnesium gespeichert. Über die Hälfte, nämlich um die 60 Prozent davon, werden in den Knochen eingelagert und gut ein Drittel ist in Muskulatur und Organen gespeichert. Nur ein kleiner Rest schwimmt frei in den Körperflüssigkeiten wie z. B. im Blut. Kommt es zu einem Magnesiummangel, wird das Mineral aus den Knochen freigesetzt, was diese destabilisiert. Außerdem wird Magnesium für die Aktivierung von Vitamin D benötigt, das dafür zuständig ist, dass Calcium in den Knochen gelangt und der Calciumspiegel im Körper aufrechterhalten wird.
  • Stressreduktion
    Magnesium dämpft die Ausschüttung von Stresshormonen und reduziert so die Gesamtstressreaktion. Gleichzeitig steigt der Bedarf, denn unter Stress wird im Körper mehr Magnesium aus den Depots geholt und geht über den Urin verloren.
  • Bessere Konzentration und Gedächtnisleistung
    Magnesium ist gerade für ältere Menschen wichtig, da es zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt. Fettablagerungen in den Gefäßen und ihre Verkalkung, also den Zeichen von Demenz, wirkt das Mineral entgegen und sorgt für eine verbesserte Durchblutung. Chinesische Wissenschaftler konnten zudem in einem Tierversuch zeigen, dass eine Erhöhung der Magnesiumkonzentration im Gehirn die geistige Leistungsfähigkeit deutlich steigert, unter anderem durch neu entstandene neuronale Verknüpfungen, also der Nervenzellen untereinander
  • Immunsystem und Anti-Aging
    Magnesium ist an der Synthese des sogenannten Master-Antioxidans beteiligt: Glutathion, das für unser Immunsystem und die Entgiftung unseres Körpers wichtig ist. Dabei kommt ihm eine Schlüsselposition zu, denn Glutathion wird benötigt, um alle anderen Antioxidantien zu aktiveren.

Magnesium und Menopause

Magnesium ist an der Produktion von Sexualhormonen beteiligt und wichtig für das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron. Weil die Eierstöcke in den Wechseljahren allmählich die Produktion einstellen, gerät auch der Magnesiumspiegel aus dem Lot. Kommen noch Hitzewallungen und vermehrtes Schwitzen dazu, rutscht die Magnesium-Bilanz vollends in den Keller. Und mit ihr die gute Laune, das seelische Wohlbefinden, Ausgeglichenheit, Nervenstärke und die Schlafqualität noch gleich mit.

Östrogene sind auch am Knochenstoffwechsel beteiligt und regen den Knochenaufbau an. In der Menopause steigt mit dem Abfall des Östrogenspiegels dann entsprechend das Risiko für Osteoporose, verstärkten Knochenabbau. Dem weiblichen Körper muss in dieser Zeit der großen hormonellen Umstellung u. a. auch ausreichend Magnesium zur Verfügung stehen, um die Knochenstabilität zu gewährleisten. So hilft Ihnen Magnesium durch die Wechseljahre

Wieviel Magnesium braucht der Mensch am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von Magnesium in Höhe von 350 Milligramm bei Männern und 300 Milligramm bei Frauen über die Nahrung. Diese Empfehlung gilt allerdings nur für gesunde Personen, nicht für Kranke oder Personen mit Verdauungs- oder Stoffwechselstörungen und auch nicht bei Medikamenteneinnahme oder Alkoholkonsum. Grundsätzlich kann der Bedarf von Mensch zu Mensch variieren und sich auch für den einzelnen je nach Lebenssituation ändern, beispielsweise stressbedingt.

Mögliche Magnesium-Mangelerscheinungen

Ein Magnesiummangel kann sich auf unterschiedliche Arten äußern. Übererregbarkeit von Nerven und Muskulatur ist eine Form. So können beispielsweise Wadenkrämpfe oder Augenlidzucken, aber auch Kribbeln in Händen und Füßen sowie Kopfschmerzen oder Migräne auf einen Mangel hinweisen. Genauso wie Herz-Rhythmusstörungen, verminderte Stresstoleranz, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Reizdarmsymptomatik oder depressive Verstimmungen. Solche Symptome sollten Sie ernst nehmen und beim Arzt per Blutbild oder über den Urin abchecken lassen.

Wie nehme ich Magnesium auf?

Das lebenswichtige Mineral muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Gute Magnesiumlieferanten sind vor allem magnesiumreiches Mineralwasser und naturbelassene Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, grünes Gemüse, Samen und Nüsse sowie Hülsenfrüchte und Kakaopulver.

Wer sich zu einseitig ernährt oder einen erhöhten Bedarf hat, kann auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass in dem Präparat organische Magnesiumverbindungen enthalten sind, da diese vom Körper besser aufgenommen werden können.

Wann sollte es ein bisschen mehr sein?

Ein erhöhter Bedarf besteht beispielsweise bei

  • Menschen, die stark schwitzen, wie Sportlern oder regelmäßigen Saunagängern
  • Schwangerschaft und in der Stillzeit
  • Diabetes mellitus
  • Patienten mit Nierenerkrankungen oder Überfunktion der Schilddrüse, die über die Niere verstärkt wasserlösliche Vitalstoffe ausscheiden
  • Personen unter Stress
  • der Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie beispielsweise Entwässerungsmittel, Abführmittel und Magensäureblocker. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt.

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Wie die ideale Ernährung ab 30, 40, 50 und 60 Jahren aussieht und was dem Körper wann gut tut, lesen Sie hier.

Mehr rund um das Thema #MineralstoffPower finden Sie auf unserer Themenseite.

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