05.07.2018

Fruchtzuckerunverträglichkeit Die richtige Ernährung bei Fructoseintoleranz

Bei Fructoseintoleranz müssen auf die Ernährung achten, um nicht unter den lästigen Beschwerden zu leiden. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht lebenslang auf alle Früchte verzichten. Lesen Sie mehr.

Foto: iStock/Lena_Zajchikova

Bei Fructoseintoleranz müssen auf die Ernährung achten, um nicht unter den lästigen Beschwerden zu leiden. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht lebenslang auf alle Früchte verzichten. Lesen Sie mehr.

Wenn der Verzehr von Obst und Fruchtsäften zu Magen-Darm-Beschwerden führt, kann das an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit liegen. Die richtige Ernährung ist bei der sogenannten Fructoseintoleranz das A&O. Erfahren Sie, was Sie essen und was Sie meiden sollten.

Obst ist gesund. Doch das gilt nicht für alle Menschen gleichermaßen: Eine intestinale Fructoseintoleranz, unter der immerhin ca. 30% der Bevölkerung leiden sollen, lässt Betroffene den in Obst enthaltenen Fruchtzucker nicht vertragen und kann von leichten Verdauungsproblemen bis hin zu starken Magen-Darm-Beschwerden führen. Lesen Sie, warum und wie Sie bei Fructoseintoleranz auf die Ernährung achten sollten.

Fructoseintoleranz: Warum die Ernährung umgestellt werden sollte

Bei einer intestinalen Fructoseintoleranz – auch Fructose-Malabsorption oder Fructose-Unverträglichkeit genannt – handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Transportstörung von Fructose im Darm. Fruchtzucker kann nicht vom Körper aufgenommen werden und bleibt daher unverdaut im Darm zurück, wo er zu Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Krämpfen führen kann. Neben der intestinalen Furctoseintoleranz gibt es noch die hereditäre Fructoseintoleranz, bei der es sich um eine Stoffwechselstörung handelt – Betroffene müssen zeitlebens auf Fruchtzucker verzichten.

Eine diagnostizierte Fructoseintoleranz bedeutet daher eine Umstellung der Ernährung, die zumindest für eine gewisse Zeit – der sogenannten Karenzphase – vollkommen frei von Fruchtzucker sein muss.

Doch nicht nur Obst enthält Fruchtzucker – deshalb stellt die Diagnose "Fructose-Malabsoprtion" Betroffene nicht selten vor eine Herausforderung: Welche Lebensmittel enthalten Fructose? Wie sieht eine Ernährung bei Fructoseintoleranz aus? Was darf überhaupt noch gegessen werden? Die Antworten erhalten Sie hier.

Ernährung bei Fructoseintoleranz: Lebenslanger Verzicht auf Fruchtzucker nicht nötig

Die gute Nachricht: Die Diagnose intestinale Fructoseintoleranz bedeutet nicht lebenslanger Verzicht auf Fructose. Im Gegenteil, denn eine vollständig fruchtzuckerfreie Ernährung könnte zu Mangelerscheinungen bestimmter Nährstoffe – wie zum Beispiel Folsäure und Zink – führen.

Viel mehr hat sich bei Fructoseintoleranz eine Ernährungsumstellung in drei Phasen als hilfreich erwiesen, um den Körper dadurch an gewisse Mengen Fruchtzucker zu gewöhnen.

  • Karenzphase: In dieser Zeit wird auf fructosereiche Nahrungsmittel verzichtet, um den Darm zu entlasten und regenerieren zu lasten. In dieser Zeit werden die in Zusammenhang mit der Fructoseintoleranz bestehenden Beschwerden deutlich gemildert. Die Karenzphase kann zwischen 2 und 6 Wochen dauern.
  • Testphase: In der Testphase werden fructosehaltige Lebensmittel nach und nach wieder in die Ernährung integriert, um herauszufinden, welche Lebensmittel der oder die Betroffene gut verträgt und in welcher Menge. Hierbei kann ein Ernährungprotokoll bzw. Ernährungstagebuch helfen. Die Testphase kann mehrere Monate dauern.
  • Langfristige Ernährung: Die während der Testphase erhaltenen individuellen Schlussfolgerungen dienen als Basis der langfristigen Ernährungsumstellung bei Fructoseintoleranz. Je nach Verträglichkeit werden hier jene fructosehaltigen Lebensmittel in die dauerhafte Ernährung integriert, die individuell vertragen werden.

Beachten Sie: Es kann sehr hilfreich sein, die Testphase und langfristige Ernährungsumstellung gemeinsam mit einer/m Ernährungsberater/in durchzuführen, um die richtigen individuellen Schlussfolgerungen zu ziehen. Lesen Sie auch unseren Ratgeber, wie Sie Schritt für Schritt die Ernährung umstellen.

Der Ernährungsplan bei Fructoseintoleranz

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Wenn es nur um Obst ginge, wäre eine Fructoseintoleranz möglicherweise einfacher umzusetzen. Doch neben frischen und getrocknetem Obst oder auch Fruchtsäften enthalten weitere Lebensmittel Fruchtzucker. Diese sollten vor allem in der Karenzphase der Ernährungstherapie gemieden werden. Danach können sie, je nach individueller Verträglichkeit, schrittweise wieder in die Ernährung integriert werden.

Auch gut zu wissen: Der Gehalt an Fruchtzucker in Obst ist unterschiedlich, so dass fructosearme Obstsorten bei Fructose-Malabsorption meist weniger Beschwerden hervorrufen.

Diese Nahrungsmittel sind reich an Fruchtzucker:

  • fructosereiches Obst: Apfel, Birne, Mango, Feige, Süßkirsche sowie Trockenfrüchte
  • fructosehaltiges Gemüse: Aubergine, Bohne, Fenchel, Karotte, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Rotkohl, Weißkohl, Tomate, Zwiebel
  • Fruchtsäfte und Frucht-Smoothies
  • Konfitüre, Marmelade und Honig
  • Süßungsmittel: Haushaltszucker (besteht zur Hälfte aus Fruchtzucker), Glucose-Fructose-Sirup, Maissirup sowie der Zuckeraustauschstoff Sorbit
  • Süßigkeiten und Softdrinks, die zuvor genannte Süßungsmittel enthalten
  • Fertigprodukte und Light-Produkte, die zuvor genannte Süßungsmittel enthalten
  • Alkohol

Lesen Sie auch, ob fructosereiches Obst dick macht. Entdecken Sie auf unserer Themenseite zudem weitere Artikel zu Obst.

Das dürfen Sie essen: Diese Lebensmittel sind fructosearm

Vielleicht fragen Sie sich nach der oben stehenden Liste, welche Lebensmittel Sie bei einer Fructoseintoleranz überhaupt noch essen dürfen. Doch tatsächlich gibt es zahlreiche Nahrungsmittel, die fructosearm sind:

  • die meisten Gemüsesorten: vor allem grünes Blattgemüse, Zucchini, Kartoffeln, Knollensellerie, Avocado sowie Salat
  • die meisten Getreideprodukte (bei Vollkorn auf Verträglichkeit achten und in der Karenzphase meiden)
  • Nüsse und Saaten
  • Fleisch, Fisch, Eier
  • naturbelassene Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Käse)
  • Öle (Butter sowie pflanzliche Fette)
  • fructoseärmeres Obst: Aprikose, Honigmelone, Papaya, Banane, Pfirsich, Zitrone, Beeren (je nach Verträglichkeit)

Wichtige Ernährungstipps bei Fruchtzuckerunverträglichkeit

Beachten Sie diese Tipps, um Beschwerden einer Fructoseintoleranz zu minimieren:

  • Essen Sie Obst und andere fructosehaltige Lebensmittel in Kombination mit anderen Nahrungsmitteln – das unterstützt die Frucotseabsorption.
  • Vermeiden Sie fructosehaltige Lebensmittel auf leeren Magen.
  • Die Frucostabsorption soll durch Traubenzucker verbessert werden. Es ist daher hilfreich, immer etwas Traubenzucker für den Notfall dabei zu haben.
  • Essen Sie nur kleine Portionen fructosehaltiger Lebensmittel über den Tag verteilt, um Ihren Darm nicht zu überfordern.
  • Als Süßungsmittel eignen sich Reissirup, Traubenzucker und Stevia.

Fructoseintoleranz: Sie müssen nicht lebenslang auf Obst verzichten

Da Fruchtzucker in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist, kann die Diagnose Fructoseintoleranz einen ganz schön aus der Bahn werfen. Zwar bedeutet Fructoseintoleranz, dass die Ernährung umgestellt werden sollte, jedoch muss nicht lebenslang auf Obst verzichtet werden. Denn nach einer initialen Karenzzeit können Früchte und andere fructosehaltige Lebensmittel wieder gegessen werden – die dauerhafte Ernährung gestaltet sich dann individuell und je nach Verträglichkeit.

Lesen Sie weitere wissenswerte Ratgeber rund um Allergien und Intoleranzen – beispielweise auch den Erfahrungsbericht aus dem Leben mit Fructoseintoleranz.

Entdecken Sie bei uns weitere Ratgeber der Kolumnistin und Ernährungsberaterin Natürlich Nadine.

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