16.07.2019

Gefährliche Viecher fernhalten Hausmittel gegen Zecken: Helfen Kokosöl und Co?

Beine mit Kokosöl eincremen: So erhalten Sie ein natürliches Hausmittel gegen Zecken, das Sie mit Schwarzkümmelöl oder Teebaumöl und Co verstärken können.

Foto: Shutterstock/Aquarius Studio

Beine mit Kokosöl eincremen: So erhalten Sie ein natürliches Hausmittel gegen Zecken, das Sie mit Schwarzkümmelöl oder Teebaumöl und Co verstärken können.

Zecken nerven nicht nur, sie können mit ihrem Stich auch gefährlich werden. Am besten halten Sie sich die kleinen Plagegeister direkt vom Leib – und zwar mit diesen Hausmitteln.

Der Sommer ist da und sie lauern wieder – und warten auf nackte Haut und frisches Blut. Zum Glück gibt es aber ein paar wirkungsvolle Hausmittel gegen Zecken, um vorzubeugen und den kleinen Blutsaugern die Lust auf uns gehörig zu verderben.

Hausmittel gegen Zecken: Wirken sie besser als Gekauftes?

Im Handel gibt es jede Menge Mittelchen, die vorbeugend gegen Zecken wirken sollen. Allerdings enthalten diese Mittel oft Pestizide bzw. schwache Nervengifte, die zwar in kleinen, für den Menschen eigentlich unschädlichen Dosen daherkommen – aber angenehm ist der Gedanke nicht.

Allerdings möchte sich nicht jeder unnatürlich-chemische Stoffe auf die Haut schmieren. In unseren Hausmitteln sind Bestandteile dieser Cremes und Tinkturen ebenfalls vorhanden – aber aus natürlichen Quellen, und es sind keine Pestizide enthalten. Zudem sind diese natürlichen Mittel oft wesentlich günstiger als die Produkte aus der Apotheke.

Kokosöl: Eine "Wunderwaffe" als Barriere gegen Zecken?

Als eines der besten Hausmittel gegen Zecken gilt wohl Kokosöl. Das Fett der Kokosnuss pflegt nämlich nicht nur die Haut und die Haare. Die darin enthaltene Laurinsäure mögen Zecken überhaupt nicht. Außerdem sind Caprylsäure und Caprinsäure enthalten. Caprylsäure, zu fünf bis neun Prozent in Kokosöl enthalten, ist ein natürliches Insektizid. Es soll den Chitinpanzer von Insekten auflösen können. Die Caprinsäure ist zu 10 Prozent enthalten und wirkt gegen Pilze, Viren und Bakterien. Die restlichen 50 bis 60 Prozent gehen an die Laurinsäure. Sie wirkt antimikrobiell wie die Caprinsäure – und verschreckt Zecken.

Gezeigt wurde die Wirkung an mehreren Studien – jedoch konnten diverse Versuche auch zeigen, dass das Kokosöl nicht ganz so gut wirkt wie andere Öle, auf die wir weiter unten eingehen. Mit einem Trick können Sie die Eigenschaften aber wunderbar kombinieren. Auch dazu unten mehr!

Praktisch für den Sommer: Kokosöl bringt auch einen leichten UV-Schutz mit: zwar nur Lichtschutzfaktor 4, aber für bewölktere Tage oder Waldspaziergänge reicht's. Außerdem beugt es der Hautalterung vor. Nebenwirkungen hat es bei äußerlicher Anwendung keine und ist somit auch für Kinder, Schwangere, Stillende und Allergiker geeignet.

Schwarzkümmelöl: Auch gegen Mücken & Co.

Schwarzkümmelöl ist sehr vielseitig: Es wirkt nicht nur gegen Zecken, sondern hält auch Mücken ab – ebenso wie Flöhe. Extratipp: Motten mögen das Öl ebenfalls nicht. Also einfach ein Löschpapier damit beträufeln und in den Kleiderschrank hängen. Um Schwarzkümmelöl machen Zecken auch in mehreren Versuchen einen großen Bogen.

Knoblauch: Gegen Zecken anstinken

Eine zugegeben nicht für jeden angenehme Möglichkeit, Zecken abzuwehren, ist Knoblauch. Die Ergebnisse bestätigt auch eine wissenschaftliche Studie an der Lund Universität Malmö mit 100 Probanden.

Frischer Knoblauch wirkt dabei am besten. Einfach eine Zehe vor dem geplanten Waldspaziergang kauen, und los kann’s gehen. Die Ausdünstungen werden Zecken fernhalten – möglicherweise aber auch andere Menschen.

Ätherische Öle: Geraniol, Zitronen-Eukalyptus und Co.

Wesentlich angenehmer im Duft sind da ätherische Öle – und da gibt es so einige, die von Zecken nicht allzu sehr gemocht werden. Zitronen-Eukalyptus zum Beispiel kommt gar nicht gut an, ebenso wenig wie Rosengeranie. Aber auch Anis, Grapefruit, Lavendel, Myrrhe, Nelke, Thymian, Rosmarin, Patchouli, Teebaumöl und Wacholderdüfte schrecken Zecken ab.

Wichtig ist dabei allerdings, diese Öle nicht pur anzuwenden, denn das kann unter anderem zu starken Hautreizungen führen. Ein paar Tropfen gemischt mit einem Basisöl wie Jojoba, Mandelöl, Sesam- oder Kokosöl hingegen wirken Wunder. Vor allem in Verbindung mit Kokosöl erhalten Sie so eine starke natürliche Waffe gegen Zecken. Zudem geben diese Öle auch noch eine gute Hautpflege ab.

7 bis 10 Tropfen auf 10 ml Basisöl genügen dabei. Reiben Sie Knöchel und Handgelenke mit der Mischung ein.

Wirksamer Zusatzschutz: Lange, geschlossene Kleidung

Am besten aber kombinieren Sie eines der oben genannten Mittel mit dem wohl besten Schutz gegen die kleinen Krabbeltiere: Tragen Sie möglichst lange, geschlossene Kleidung, wenn Sie im Freien unterwegs sind. Dann haben Zecken gar nicht erst eine Chance, zuzubeißen.

Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, auch wenn’s nicht besonders schick aussieht. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter – im Beinbereich sind Sie also am ehesten gefährdet.

Auch ist helle Kleidung besser als dunkle – denn auf ihr können Sie die schwarzen Tierchen besser erkennen und direkt wegschnippen.

Und halten Sie sich am besten von hohem Gras oder Unterholz sowie Laubstreu im Wald fern, denn gerade dort lauern Zecken gerne: meist ist es etwas feuchter und kühler als auf offenem Feld.

Wer doch auf käuflich erwerbbare Repellentien, so heißen Zeckenmittel aus Apotheke und Drogerie, zurückgreifen möchte, kann sich über die Ergebnisse zu Anti-Zecken-Mitteln von Stiftung Warentest informieren.

Was dem Menschen hilft, hilft auch dem Hund – meistens

Mit den oben genannten Hausmitteln gegen Zecken können Sie übrigens auch Ihre Hunde schützen – etwa gegen die gefährliche Braune Hundezecke. Vor allem Geraniol eignet sich aufgrund des auch für die meisten Hunde angenehmen Duftes gut, ebenso Kokosöl, das auch das Fell zum Glänzen bringt – aber dieses auch schnell fettig aussehen lassen kann. Nur bei Knoblauch sollten Sie aufpassen: Hunde vertragen Lauchgemüse nicht gut, es kann sogar gefährlich werden.

Kokosöl wirkt als Hausmittel gegen Zecken auch bei Katzen und auch Pferden – bei den Reittieren soll es auch gegen Milben und Fliegen helfen.

Zecke richtig entfernen: Worauf Sie achten müssen

Hat sich eine Zecke doch nicht von den natürlichen Schutzmaßnahmen aufhalten lassen, heißt es handeln:

Entfernen Sie das Tier vorsichtig mit einer Zeckenkarte oder einer speziellen Zecken-Pinzette. Dann vorsichtig abziehen – nicht drehen oder drücken! Passen Sie auf, dass Sie den Kopf nicht abreißen. Reinigen Sie die Stichstelle gut und desinfizieren Sie sie.

In den folgenden Tagen sollten Sie die Stelle gut beobachten – und sobald Sie einen roten Ring um den Stich sehen, direkt einen Arzt aufsuchen! Es könnte sich um Borreliose handeln.

Zecken lösen neben Borreliose aber auch die das Hirn angreifende FSME aus.

Zecken und FSME

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Nerven noch andere Krabbeltiere und Flugwesen? Mit Hausmitteln können Sie auch Insektenstiche ganz gut behandeln oder sich direkt Ihr Insektenspray selbst machen. Wichtig ist aber zu wissen, welches Tier da zugestochen hat: Wie Sie Insektenstiche erkennen, lesen Sie hier.

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