13.04.2018

Arznei-Gemüse Power-Pflanze Sellerie: Diese Wirkung hat das Gemüse

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Auch wenn er nicht jedem/jeder schmeckt: Die gesundheitsfördernde Wirkung von Sellerie ist einfach unglaublich!

Foto: iStock/5PH

Auch wenn er nicht jedem/jeder schmeckt: Die gesundheitsfördernde Wirkung von Sellerie ist einfach unglaublich!

Sein Geruch und erst recht sein Geschmack sind nicht jedermanns Sache. Doch Knolle und Stange können viel für die Gesundheit tun – sagen neue Studien und unser Heilpflanzen-Experte.

"Ab dem 8. Jahrhundert wurde der Echte Sellerie wie selbstverständlich im Arznei- und nicht im Gemüsegarten angebaut", weiß Dr. Johannes G. Mayer, Leiter der Forschungsgruppe Klostermedizin an der Universität Würzburg. "Ab dem 19. Jahrhundert wurde er überwiegend als Gemüse verwendet. Wirklich schade, denn seine wertvollen Inhaltsstoffe machen Sellerie tatsächlich zu einer tollen Arzneipflanze." Erfahren Sie, welche Wirkung Sellerie hat und warum Sie in Ihrer Hausapotheke auf ihn zurückgreifen sollten.

Gesundwunder Sellerie: Diese Wirkung hat das würzige Gemüse

Die Nährwerte von Knollen- und Staudensellerie kann sich tatsächlich sehen lassen: Eine Tasse gehackter Sellerie enthält 5 g Ballaststoffe, 5 mg Vitamin K, 36 mg Folsäure, 22 mg Vitamin A,40 mg Kalzium, 263 mg Kalium. Dazu noch viel Vitamin B1, B2, B6, E und C. Und das bei nur 16 kcal und null Fett.

Immer mehr Studien beweisen die gesundheitsfördernden Wirkungsweisen von Sellerie: "Eine Untersuchung der Universität von Missouri deutet sogar darauf hin, dass das Apigenin, ein in Sellerie vorkommender Pflanzenfarbstoff (Flavonoid), das Fortschreiten von hormonabhängigem Brustkrebs womöglich nicht nur verlangsamen, sondern bösartige Tumore verkleinern kann", berichtet Dr. Mayer. Der zweite wichtige Sellerie-Flavonoid Luteolin bewährt sich laut Asian Pacific Journal of Cancer Prevention bei der Behandlung von Dickdarmkrebs.

Doch nicht nur bei Krebserkrankungen kann Sellerie seine unglaubliche Wirkung entfalten, sondern auch bei folgenden Beschwerden:

  1. Senkt den Blutdruck: Ein Wirkstoff im Sellerie-Öl entspannt die Arterienwände. Das Blut strömt mit einem niedrigeren Druck hindurch. Das normalisiert einen zu hohen Blutdruck.
  2. Entgiftet, spült Blase und Nieren durch: Durch das Weitstellen der Gefäße – auch im Lymphsystem – werden Leber, Nieren und Blase besser durchblutet, so eine Studie der Mashhad-Universität in Iran. Sie arbeiten auf Hochtouren, befördern Umweltgifte z. B. aus Nahrung und Tabletten, aber auch Krankheitserreger wie Bakterien (z. B. einer Blasenentzündung) aus dem Körper.
  3. Schützt den Magen, regt den Darm an: Gerbstoffe und der natürliche Alkohol Ethanol stärken und glätten die Magenschleimhaut, schützen sie vor Angriffen des Keims Helicobacter pylori. Gleichzeitig steuern sie die Produktion von Magensäure so clever, dass es seltener zu Sodbrennen kommt, hat eine Studie der King-Saud-Universität in Riad ergeben. Der hohe Gehalt an faserigen Ballaststoffen regt den Darm an, verhindert Verstopfung. Und er fördert eine gesunde Darmflora - damit auch ein abwehrstarkes Immunsystem, da dort bis zu 80 Prozent von ihm sitzen.
  4. Wirkt gegen Entzündungen: Über ein Dutzend sekundäre Pflanzenstoffe, wie z. B. Kaffee und Ferulasäure oder der Pflanzenfarbstoff Quercetin, bekämpfen Entzündungen – verhindern sie sogar. Das hilft z. B. beim Schutz vor Rheuma, Gelenkschmerzen, Gicht, Hautreizungen, Blasenentzündungen. Sellerie beugt auch Arteriosklerose vor. Bei ihr kommt es durch Entzündungen und Verletzungen der Arterienwände zu Einlagerungen. Sie verengen allmählich die Blutgefäße, verstopfen sie. Gefahr: Thrombose, Herzinfarkt.
  5. Hält das Gehirn jung und beugt Depressionen vor: Das Flavonoid Apigenin fördert nach einer Studie der Universität Rio de Janeiro die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu knüpfen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf Gedächtnis und Lernfähigkeit aus. Es schützt auch vor Demenz. Der sekundäre Sellerie-Stoff beugt auch Depressionen vor.
  6. Senkt den Cholesterin-und Blutzuckerspiegel: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Sellerie-Öl den "schlechten" LDL-Cholesterinspiegel senkt. Und das schon bei zwei Stangen pro Tag. Zudem verzögern die faserigen Ballaststoffe der Heilpflanze die Aufnahme von Zucker ins Blut. Das hält den Blutzucker im grünen Bereich.

Allerdings: Menschen mit Heuschnupfen haben oft eine Kreuzallergie mit Sellerie. Und bei einigen reagiert der Darm empfindlich auf das Gemüse. Wem es aber schlicht nicht schmeckt, der kann zu Sellerie-Präparaten aus der Apotheke greifen.

Einfache Sellerie-Rezepte mit heilender Wirkung

Sellerie-Tee hilft bei Infektanfälligkeit, Sodbrennen, Blähungen, Magenschmerzen:

3 geputzte Selleriestangen oder 1 mittelgroße, geschälte Knolle in kleinere Stücke schneiden. 1 l Wasser aufkochen, Sellerie hinzugeben. Dann 10 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Vom Herd nehmen, ½ TL Ingwerpulver dazugeben, 10 Minuten ziehen lassen, Saft von 1 Zitrone dazugießen. Die erste Tasse morgens nüchtern, den Rest über den Tag verteilt trinken. 15 Tage.

Massage-Öl hilft bei Gelenk-, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Muskelkater, blauen Flecken:

10 Tropfen ätherisches Sellerie-Öl (Apotheke) mit 200 ml Jojobaöl vermischen. In den Handinnenflächen anwärmen, Schmerzbereich damit einmassieren. 3 bis 5 Minuten in kleinen Kreisen.

Selleriesaft hilft bei Verstopfung, Detox-Frühjahrskur, Frühjahrsmüdigkeit, Blasenbeschwerden:

1 Bund geputzten Staudensellerie oder 1 geschälte, mittelgroße Knolle klein schneiden, in den Entsafter geben. 4 EL am Tag vor den Mahlzeiten. Für Eilige: Sellerie-Presssaft aus dem Reformhaus oder Bioladen.

Darf es etwas deftiger sein? Dann probieren Sie unsere köstliche Kartoffel-Sellerie-Suppe.

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Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 13.

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