13.08.2018

Hören Sie auf ihr Bauchgefühl Typische Magen-Darm-Symptome und was sie bedeuten

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6 Schnelle Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe
Mi, 12.09.2018, 10.19 Uhr

6 Schnelle Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

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Welche Arten von Magen-Darm-Beschwerden es gibt, was die Ursache sein kann und was wirklich hilft.

Der Magen ist ein äußerst empfindliches Organ unseres Körpers, das auf unterschiedliche Art und Weise auf sich aufmerksam machen kann. Heutzutage leiden immer mehr Menschen an Magenbeschwerden oder Störungen des Verdauungsapparates. Ständiges Sitzen am Schreibtisch, ein hastig heruntergeschlungenes Mittagessen, Stress und zu wenig Bewegung belasten unseren Darm-Trakt. Seelische Probleme und psychischer Stress können ebenfalls schnell auf den Magen schlagen. Wir verraten Ihnen, wie Sie typische Magen-Darm-Symptome richtig deuten, vorbeugen und natürlich behandeln können und ab wann es ratsam ist, einen Arzt aufzusuchen. Nicht immer ist es nämlich gleich die Grippe.

Magen-Darm: Diese Symptome sind typisch

Dass die Verdauung aus dem Lot gerät, kann sich auf unterschiedliche Arten äußern:

  • Oftmals fühlt man ein ständiges Völlegefühl, die Bauchdecke ist aufgebläht und angespannt. Zudem können Verstopfungen auftreten, vor allem dann, wenn Sie sich gerade mit einem Problem herumschlagen.
  • Oder aber Sie leiden unter plötzlichem Durchfall, sobald Sie etwas zu sich nehmen, was ebenfalls ein Zeichen dafür sein kann, dass Sie gerade mit der aktuellen Lebenssituation überfordert sind.
  • Neben Verstopfungen oder Durchfall kann sich ein gereizter Magen aber auch durch Krämpfe, Bauchdrücken- oder stechen zeigen, oftmals auch mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Sodbrennen.

All diese Symptome können ihre Ursache neben psychosomatischer Natur selbstverständlich auch in ernsthaften Erkrankungen haben. Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, lesen Sie im Folgenden.

Mögliche Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden

Allgemein gehören Magen und Darm zu den extrem empfindlichen Bereichen unseres Körpers, sodass Schmerzen oder Unregelmäßigkeiten von den Betroffenen besonders stark wahrgenommen werden. In einigen Fällen treten Beschwerden dann auf, wenn zu hastig oder zu deftig gegessen wurde. Zu wenig Ballaststoffzufuhr oder ein Mangel an Flüssigkeit können hierbei bereits der Grund dafür sein, dass sich der Magen zu Wort meldet.

Die Gründe für Magen-Darm-Beschwerden können ganz unterschiedlicher Natur sein. Die häufigsten Ursachen von Magen-Darm-Beschwerden werden im Folgenden genauer betrachtet.

Magen-Darm-Grippe

Häufig handelt es sich bei plötzlichen Magen- oder Verdauungsbeschwerden um eine typische Magen-Darm-Grippe. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Häufig wird eine Erkrankung durch die Nahrung, verunreinigtes Trinkwasser oder durch Kontakt mit bereits erkrankten Menschen hervorgerufen (Lesen Sie mehr über die Inkubationszeit der Magen-Darm-Grippe).

Die Beschwerden setzen unerwartet und plötzlich ein und äußern sich durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe. Auch Fieber, Schwächegefühl oder Schwindelanfälle können in Verbindung mit der Grippe auftreten. Die grippalen Magen-Darm-Symptome klingen meist nach zwei bis sechs Tagen wieder ab. In jedem Fall sollten Sie zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass es sich um keinen gefährlichen Virus handelt. Zudem verliert der Körper in dieser Zeit viel Flüssigkeit, was vor allem bei Kindern und Senioren ebenfalls für einen Arztbesuch spricht.

Lesen Sie auch, was Sie während einer Magen-Darm-Grippe essen sollten.

Reizmagen- oder Reizmagensyndrom

Von Medizinern wird der Reizmagen oder das Reizmagensyndrom als "funktionelle Dyspepsie" bezeichnet. Symptome sind meist Schmerzen im Oberbauch, Sodbrennen, Übelkeit, vorzeitiges Sättigungsgefühl oder ständiges Aufstoßen. Treten diese Symptome über einen längeren Zeitraum – etwa drei Monate lang – auf, kann es sich um einen Reizmagen handeln.

Auch Völlegefühl kann stark einschränken. Was Sie dagegen tun können, sehen Sie im Video:

Hilfe und Tipps bei Völlegefühl

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Die genaue Ursache hierfür ist unbekannt, jedoch gibt es einige Faktoren, die laut Ärzten zu einem Reizmagensyndrom beitragen können. Dazu zählt, dass betroffene Menschen allergisch auf bestimmte Lebensmittel reagieren oder eine Intoleranz gegenüber bestimmten Nahrungsmittelbestandteilen aufweisen. Ebenso wird diskutiert, ob mangelnde Bewegung zu der Erkrankung führen kann.

Um einen Reizmagen und auch einen Reizdarm sicher feststellen zu können, fertigt der Arzt zunächst ein Blutbild an und nimmt eine Magenspiegelung oder eine Darmspiegelung vor. Neben einer medikamentösen Therapie kann der Arzt auch eine allgemeine Änderung des Lebensstils, beispielsweise durch eine Ernährungsumstellung, die Verringerung von Stress oder mehr Bewegung im Alltag, anordnen.

Verbessern Sie Ihre Nährstoffaufnahme: Wir erklären zudem, wie Sie Ihre Darmflora natürlich aufbauen können.

Magenbeschwerden durch Stress

Wenn das vegetative Nervensystem streikt, macht sich das schnell im Magen-Darm-Bereich bemerkbar. Denn dort sitzt die wichtigste Steuerungszentrale von Atmung, Kreislauf und eben auch unserer Verdauung. Dabei bringt das sogenannte "parasympathische Nervensystem" unsere Verdauung auf Hochtouren. Es regt nicht nur die Speichelbildung im Mund an, sondern aktiviert auch die Darmbewegung und die Produktion von wichtigen Magen- und Darmsäften. Sind wir starkem Stress ausgesetzt, gerät das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht – und damit auch unser Magen-Darm-Trakt.

Der Spruch "auf sein Bauchgefühl hören" kommt nicht von ungefähr. Denn im Magen-Darm-Bereich befindet sich unser Gefühlszentrum, auch Intuition genannt. Das liegt daran, dass eine Vielzahl von Nervensträngen von unserem Bauch ins Gehirn gehen – es ist quasi unsere zweite Schaltzentrale. Somit können wir nicht nur die "Schmetterlinge im Bauch" fühlen, sondern auch Sorgen und Ängste können uns "auf den Magen schlagen" – andersherum bekommen wir schon mal schlechte Laune, wenn wir hungrig sind.

Auch die Botenstoffe, die in unserem Kopf vorkommen, finden sich im Bauchhirn wieder. Während beispielsweise Serotonin, auch Glückshormon genannt, im Kopf unser Wohlbefinden steigert, steuert es im Bauch die Darmtätigkeit und unser Immunsystem. Bewegungsmangel und dauerhafter Stress können den Serotoninspiegel stören und damit auch direkt unsere Darmtätigkeit beeinflussen.

Jeder Deutsche geht im Jahr durchschnittlich 17 Mal zum Arzt. Aber weshalb? In unserer Galerie zeigen wir Ihnen die 30 Krankheiten, die Ärzte besonders oft diagnostizieren:

Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden

Sofern keine akute Erkrankung vorliegt, gibt es oft Alternativen bzw. Ergänzungen zu einer medikamentösen Behandlung von Magen-Darm-Symptomen. Schreiben Sie beispielsweise ein Esstagebuch, um sich zu vergegenwärtigen, was Sie am Tag zu sich nehmen. Oft muten wir unserem Verdauungstrakt allerhand zu. Auch unregelmäßiges Essen oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr können zu Problemen im Magen-Darm-Bereich führen. Nehmen Sie sich deshalb Zeit dafür und achten Sie auf eine bewusste und ausgewogene Ernährung.

Wann Sie aber mit Magenschmerzen zum Arzt gehen sollten? Das erfahren Sie auch bei uns.

Auch Lebensmittelunverträglichkeiten sollten ins Auge gefasst werden. Um dies zu testen, können Sie beispielsweise über eine bestimmte Zeit bewusst Milch- oder Fleischprodukte von ihrem Ernährungsplan streichen. Zudem sollten Sie sich täglich ausreichend bewegen. Vor allem für Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, ist es ratsam, immer wieder aufzustehen, Fahrrad statt Auto zu fahren, Treppe statt Lift zu nehmen und zumindest am Wochenende einen aktiven Ausgleich zu suchen. Auch der Konsum von zu viel Alkohol oder Nikotin kann zu einem gestörten Verdauungstrakt beitragen. Ebenso können die Magen-Darm-Symptome Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten sein.

Sie leiden unter Verstopfung? oder haben Probleme mit der Verdauung? Was noch so daran schuld sein kann, verrät Ihnen unsere Themenseite.

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