Sich täglich mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen – das ist manchmal leichter gesagt als getan. Wie ich es trotzdem geschafft habe? Das sind meine 5 besten Wasser-Trink-Hacks.
Ich gehöre leider zu den Menschen, die immer zu wenig trinken. Dass es mir jetzt leichtfällt, meinen täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken, war ein Prozess – ich musste an verschiedenen Stellschrauben drehen, um dahinzukommen. Bei mir ging es vor allem darum, innere Widerstände zu erkennen und Hürden abzubauen.
Hack 1: Am Anfang war die Investition in einen Wasserfilter
Ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung war der Kauf eines Wasserfilters. Rückblickend ist mir klargeworden, dass ich immer einen unbewussten Widerwillen hatte, Leitungswasser zu trinken. Ich habe meine Wasserqualität nicht überprüfen lassen, weil ich weiß, dass unser Wasser bester Qualität ist. Dennoch: Seitdem ich mein Wasser filtere, ist dieser Widerstand wie weggeblasen und ich kann sagen, mir schmeckt Wasser sogar.
Das habe ich das letzte Mal behauptet, nachdem ich mich durch zahlreiche Mineralwässer getestet und schließlich eins, aber auch wirklich nur eins, gefunden hatte, das ich gut fand. Aber die ständige Schlepperei der Flaschen ging mir ganz schön auf die Nerven – oft war mein Einkauf so schwer, dass ich auf das Wasser verzichtete.
Mein innerer Schweinehund wurde also vom Wasserfilter ein bisschen überlistet. Ihn alle paar Wochen auszutauschen, macht mir keine Umstände.
Hack 2: Etwas fürs Auge
Sicher kennst du das Sprichwort "das Auge isst mit". Was mich angeht, gilt das nicht nur für das Essen, sondern auch für das Trinken. Ich habe ein Faible für schöne Gläser. Die machen mir gleich viel mehr Lust auf einen Schluck Wasser zwischendurch. Nach und nach ist eine kleine Sammlung zusammengekommen.
Auch bei der Flüssigkeitsversorgung unterwegs musste ich ein bisschen experimentieren, bis ich etwas Passendes für mich gefunden habe: schöne Glasflasche (zu schwer), alte Pfandflaschen (nicht gut zu säubern und deshalb hygienisch bedenklich), sich unterwegs was kaufen (nicht immer in dem Moment verfügbar, wenn man es braucht).
Schlussendlich bin ich dort gelandet, wo sich viele Handwerker*innen wiederfinden, wenn es um den Kauf von Werkzeug geht: bei einem Markenprodukt. Meine Trinkflasche war zwar nicht eben billig, aber dafür ist sie leicht, praktisch (weil gut zu reinigen) und schön anzuschauen. Perfekt für meine Bedürfnisse.
Hack 3: Abwechslung im Geschmack
Die Hülle kann noch so schön sein – wenn der Inhalt nicht stimmt, trinke ich nicht. Ich hatte ja eingangs bereits angedeutet, dass mich Wasser nicht in Begeisterung versetzt. Eine wirkliche Offenbarung waren deshalb die Bücher von Nicole Klauss. Auf sie war ich gestoßen, als ich nach einer durchfeierten Nacht mal wieder beschloss, meinen Alkoholkonsum komplett einzustellen.
Aber bei aller Liebe, ich kann nicht einen ganzen Tag nur Wasser trinken! Abwechslung muss her – hier hilft die Inspiration der Expertin. Von der Sommelière habe ich gelernt, dass ich Wasser mit so ziemlich allem aromatisieren kann, was ich in der Küche finde. Neben den Klassikern (Zitrusfrüchte, Ingwer und Gurkenscheiben) landen in meiner Wasserkaraffe auch Kräuter, Gemüseabschnitte und Obstschalen – und Kombinationen aus allem.
Ein Tipp aus dem Buch "Alkoholfrei: Grundlagen - Rezepte - Pairings" von Nicole Klauss: "Die empfohlene Serviertemperatur für aromatisiertes Wasser sollte zwischen 8 und 10 Grad liegen. Die Noten im Wasser sind subtil, eine zu kalte Trinktemperatur würde die zarten Aromen ausbremsen."
Ich bereite mein "Infused Water" meist gleich früh vor, weil es einige Stunden durchziehen muss. Aber wenn es schnell gehen soll, kommt auch schon mal der Entsafter zum Einsatz. Allerdings verdünne ich die Säfte stark wegen der enthaltenen Fruktose, die sonst zu einer zu hohen Insulinausschüttung führen könnte. Ich orientiere mich am Verhältnis 1 Teil Saft : 8 Teile gefiltertes Wasser.
Apropos Saft: Nicole Klauss wertet ihn mit Sojasauce und Tonic Water auf. Ich habe es ausprobiert und bin ein großer Fan.
Hack 4: Der Durchbruch – die Erinnerungsfunktion
Die bereits genannten Hacks schafften bei mir den fruchtbaren Boden, auf den eine Trink-App fiel. Ich wehrte mich lange, denn Trink-Apps fand ich irgendwie peinlich. Mal ehrlich, wozu brauche ich ein Gadget, das mich ans Trinken erinnert? An das Atmen erinnert mich ja auch niemand, und ich bekomme es problemlos hin!
Ok, Atmen ist ein Reflex – aber das mit dem Trinken kann doch nicht so schwer sein! Warum scheiterte ich?
Meine Analyse zeigte: Ich vergaß einfach, zu trinken, auch wenn das gefilterte Wasser griffbereit neben mir stand und Kolleg*innen und mein privates Umfeld eine gute Vorbildfunktion für erfolgreiche Flüssigkeitsversorgung hatten. Am Ende des Tages verzeichnete ich mit Mühe einen Liter und lag damit weit unter meinem Bedarf.
Die Erinnerungsfunktion einer ganz simplen und vor allem kostenlosen Trink-App war ein wichtiger Schritt auf meinem Weg, meine Trinkziele zu erreichen.
Hack 5: Wer schön sein will... muss seine Einstellung ändern
Aber all diese Hacks helfen wenig, wenn die Motivation nicht stimmt. Ein Grund, nicht auf meine Flüssigkeitsversorgung zu achten, war lange fehlendes Wissen. Ich unterschätzte das Thema einfach. Erst als ich starke Schmerzen und einen Verdacht auf Nierensteine hatte, der sich Gott sei Dank nicht bestätigte, änderte sich das – bei mir entstand endlich die nötige Sensibilisierung für das Thema.
Zugegeben, in der zweiten Lebenshälfte hat es auch einen Schönheitsaspekt. Früher kam ich jedenfalls nie auf die Idee, mehr Wasser zu trinken, um damit meine Haut aufzupolstern und sie so besser für den Kampf gegen die Falten zu wappnen. Motivierend war sicher auch, zu erfahren, dass ein zu geringer Flüssigkeitskonsum mit Übergewicht in Verbindung stehen kann.
Inzwischen habe ich eine völlig andere Haltung, weil ich weiß, wie elementar es ist, seinen Körper gut zu versorgen. Und wenn meine App mich erinnert, nehme ich das ernst und komme der Aufforderung umgehend nach. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Man kann lernen, ausreichend Wasser zu trinken. Inzwischen schaffe ich locker 2 Liter, und wenn es sein muss – zum Beispiel an heißen Tagen – auch mehr.
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