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2-Liter-Mythos: Wie viel Wasser du wirklich brauchst – laut Körpergewicht

Eine Frau mit langen, dunkelbraunen Haaren trinkt bei Hitze aus einer transparenten Plastikflasche. Ihr Gesicht ist leicht nach oben geneigt, die Augen sind geschlossen. Die Haut wirkt erhitzt und leicht schweißbedeckt. Im Hintergrund ist unscharf ein blauer Himmel oder ein Gewässer zu sehen. Das Bild vermittelt Erfrischung und Flüssigkeitszufuhr bei sommerlichen Temperaturen.
Wenn wir viel schwitzen, verlieren wir zusätzlich Flüssigkeit. Was du beachten musst, um im Sommer gut hydriert zu bleiben.
© Adobe Stock/ Photo_Ma
Auf dem Bild ist eine Frau mit rot-blonden Haaren zu sehen. Sie trägt eine hellblaue Bluse und eine silberne Kette mit einem blauen Stein. Sie schaut von unten nach oben. Hinter ihr ist der Planet Neptun zu sehen und der Tierkreis mit den 12 astrologischen Symbolen der Tierkreiszeichen. | © pixabay/ Nikiko, NASA CCO Images/ NASA, GeoImages, zzzeus und Stephanie Herbst [M]
29.05.2026 • 18:00 Uhr
Susanne Kretschmann

Endlich! Auch wenn der kalendarische Beginn noch vor uns liegt (21.6.), fühlt sich schon alles nach Sommer an. Die warmen Temperaturen bringen uns ins Schwitzen – und deshalb sollten wir jetzt auch an anderer Stelle nachjustieren: beim Trinken. Hier erfährst du, wie viele Liter je Kilogramm Körpergewicht du täglich trinken und welche Fehler du vermeiden solltest.

Ausreichend zu trinken, ist auch ohne Hitze für manche Menschen schon eine Aufgabe. "Wird der Flüssigkeitsbedarf unseres Körpers dauerhaft nicht gedeckt, steigt das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf- und Darmerkrankungen", sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Doch was ist eigentlich zu wenig? Und wie viel mehr Flüssigkeit sollte es im Sommer sein?  

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So viele Liter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht brauchst du

Die Formel, mit der du deinen individuellen Flüssigkeitsbedarf berechnen kannst, gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mit 30 bis 35 ml pro Kilogramm Körpergewicht an.

Eine Frau, die 70 kg wiegt und mit 32 ml rechnet, kommt auf 70 x 32 = 2240 ml. Sie braucht also 2,24 Liter Flüssigkeit pro Tag.

Was viele Menschen dabei vergessen: Diese Menge muss nicht ausschließlich über Getränke gedeckt werden. Etwa 300 ml fallen automatisch bei Stoffwechselprozessen an, denn wenn Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße verdaut werden, entsteht sogenanntes Oxidationswasser, das sich der Körper zunutze macht. 

Zudem wird auch fester Nahrung Wasser entzogen. Das macht etwa einen Liter aus, je nachdem, wie wasserreich das Obst (z.B. Äpfel und Wassermelone) und Gemüse (z.B. Gurken und Tomaten) ist, das du zu dir nimmst.

Es bleibt also noch zirka 1 bis 1,5 Liter Flüssigkeit, die du über Getränke decken musst – und das ist mehr als machbar.

Womit den Flüssigkeitsbedarf decken?

Im Sinne der Gesundheit meint das: Wasser, ungesüßte Tees und – in Maßen – Kaffee schwarz.

Natürlich steckt auch in anderen Getränken Wasser. Leider bringen Limonaden und Cola viel Zucker mit und sind deshalb wenig empfehlenswert, um den Durst zu löschen. Genau wie andere Genussmittel sollten sie in sehr überschaubaren Maßen verzehrt werden. 

Obwohl sie Vitamine enthalten, gilt das auch für Fruchtsäfte. Sie sollten am besten verdünnt verzehrt werden, also als Schorlen im Verhältnis 1:3 (1 Anteil Fruchtsaft, 3 Anteile Wasser). So bleibt der Geschmack erhalten und du fühlst dich dennoch erfrischt.

Keine guten Durstlöscher:

  • Milch und Gemüsesäfte machen eher satt und sollten eher Ergänzung als Hauptgetränk sein. 
  • Alkohol gilt wegen seiner inzwischen sehr gut belegten gesundheitlichen Folgen inzwischen nicht mehr als Lebensmittel und sollte in dieser Rechnung gar nicht vorkommen. 
  • Alkoholfreies Bier wird von einigen Menschen gern als Sportgetränk gebraucht, eignet sich aber nur bedingt als Durstlöscher. Obwohl es isotonisch ist, kann es je nach Hersteller noch bis zu 0,5 Prozent Alkohol und Zucker enthalten. Zudem sind Hopfen und Kohlensäure nicht gut verträglich.

Eine gute Orientierung bietet dir das 80:20-Prinzip: 80 Prozent deiner Flüssigkeitszufuhr sollten aus Wasser und ungesüßten Tees bestehen, ergänzt durch 20 Prozent Flüssigkeit aus "Genuss", also Schorlen, Kaffee und alkoholfreies Bier. 

Flüssigkeitsverluste ausgleichen

Wenn wir viel Flüssigkeit verlieren, zum Beispiel beim Sport oder wenn es sehr warm ist, müssen wir nachsteuern. Das Schwitzen ermöglicht es uns, unsere Körpertemperatur zu regulieren. Der Schweiß bildet einen feinen Film auf der Haut und verdunstet, wodurch eine kühlende Wirkung entsteht und unsere Körpertemperatur sinkt, die sogenannte Verdunstungskälte.

An einem normalen Tag scheiden wir auf diese Weise etwa einen halben Liter Flüssigkeit aus, die mit dem oben genannten täglichen Flüssigkeitsbedarf bereits berücksichtigt ist. An besonders heißen Sommertagen und bei starker körperlicher Aktivität werden aus dem halben Liter Verlust schon mal zwei Liter – pro Stunde! Die gilt es dann auszugleichen.

Flüssigkeit, die wir im Schlaf verlieren

Viele Menschen unterschätzen auch die Flüssigkeitsverluste im Schlaf. Durch die Atmung, den Zellstoffwechsel und das Schwitzen verlieren wir auch nachts Flüssigkeit. Die Zahlen schwanken stark und sind abhängig vom Körpergewicht und Schlafklima, aber man geht von mindestens einem halben bis zu einem Liter aus.

Während wir schlafen, sind Organe wie Leber und Niere keineswegs untätig. Sie arbeiten rund um die Uhr – nur mit genügend Flüssigkeit können Schadstoffe transportiert und ausgeschieden werden. Es ist also eine gute Idee, den Körper nach der nächtlichen Durststrecke so schnell wie möglich wieder mit Flüssigkeit zu versorgen, um unseren Entgiftungsorganen ihre Arbeit nicht schwieriger als nötig zu machen.

Deshalb sollte das Glas (Zitronen-)Wasser am Morgen zu deiner täglichen Routine gehören. 

Fehler beim Trinken

Kaum zu glauben, aber wir können auch beim Trinken etwas falsch machen: Zum Beispiel, wenn wir viel Flüssigkeit auf einmal trinken. Am sinnvollsten ist es, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken, denn der Magen-Darm-Trakt kann keine großen Flüssigkeitsmengen auf einmal aufnehmen.

Laut Trinkreport der Techiker Krankenkasse beugt regelmäßiges Trinken außerdem Erschöpfungs- und Ermüdungssymptomen sowie Konzentrationsschwächen vor. Auch die körperliche und geistige Fitness im Alltag wird durch regelmäßigen Konsum besser.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die das – zum Beispiel bei Stress – gern mal vergessen, kann eine Trink-App dich zuverlässig daran erinnern. Oft hilft aber schon ein ganz einfacher Trick: Stelle dir ein Glas und eine Karaffe Wasser gut sichtbar in deine Nähe.

Kann man auch zu viel trinken? Ja, das geht. Ab einer Menge von circa 6 Litern kann es gefährlich werden.

Ein weiterer Fehler: Oft verwechseln wir Durst mit Hunger und greifen zu etwas Essbarem, obwohl unser Körper eigentlich Flüssigkeit braucht. Allein schon aus diesem Grund lohnt es sich, darauf zu achten, unseren Flüssigkeitsbedarf immer gut zu decken.

Auch spannend:

  • Rotwein als Herzschutz? Klingt schön – stimmt aber nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist in ihrem Positionspapier "Alkohol" sehr eindeutig, denn schon kleine Mengen können große Schäden anrichten. Wie viel Alkohol du im Alter (lieber nicht) trinken solltest.
  • Espresso fördert die Gesundheit: Eine italienische Studie zeigt, dass das beliebte Heißgetränk besonders effektiv gegen eine bestimmte Krankheitsgruppe wirkt.
  • Der Blutdruck lässt sich längst nicht nur mit Tabletten senken. Auch Sport und ausgewogene Ernährung... ja ja, wir kennen das ja. Doch sogar ein eigentlich sehr leckeres Getränk kann sich bei regelmäßigem Konsum positiv auf unser Herz und den Blutdruck auswirken: Tomatensaft!
  • Stress oder schlechte Angewohnheiten: Gründe dafür, warum wir im Alltag oder Büro zu wenig trinken, gibt es viele. Vielleicht ist ein DIY-Wasser-Tracker die perfekte Lösung für dich.

 

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