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Gartenarbeiten im Juli: Gratis Pflanzen und lebensrettendes Wasser

Zwei reife Brombeeren in der Sommersonne.
© Mattias Nemeth
28.06.2026 • 07:00 Uhr
Mattias Nemeth

Der Juli ist Erntezeit, Pflegezeit und Hochsommerstress zugleich. Das sind jetzt die wichtigsten Gartenarbeiten bei Gemüse, Obst, Zierpflanzen und Tieren.

 

Der Juli ist dabei ein Monat, der von Weitem betrachtet herrlich entspannt aussieht. Überall reift etwas, die Beete quellen über, die Himbeeren leuchten, die Tomaten hängen endlich vielversprechend an ihren Rispen und eigentlich müsste jetzt die Zeit gekommen sein, in der man sich einfach mit einem Getränk in den Garten setzt und stolz auf alles blickt. Der Garten selbst hat dazu allerdings eine etwas andere Meinung.

Gemüseanbau im Juli: Das kannst du noch säen

Gemüse: Gratis Tomaten, hochbinden und ausgeizen

Am meisten Aufmerksamkeit verlangt im Juli natürlich mein Gemüse. Die Tomaten wachsen jetzt mit einer Entschlossenheit, als wollten sie sich gegenseitig übertreffen, endlich. Also geize ich weiter aus und binde die Pflanzen regelmässig neu an. Und weil ich es jedes Jahr schade finde, kräftige Geiztriebe einfach auf den Kompost zu werfen, nutze ich die Besten gleich zur Vermehrung. Dazu nehme ich einen etwas größeren Geiztrieb und bewurzel diesen in Wasser. 

Auch Gurken und Kürbisse wollen weiter geleitet werden, damit sie nicht beschließen, sich einfach den halben Garten einzuverleiben. Dazu kommt jetzt das regelmäßige und vor allem gründliches Gießen. Gerade an heißen Tagen bringt es wenig, nur kurz die Oberfläche nass zu machen. Viel sinnvoller ist es, tief zu wässern und den Boden danach möglichst gut zu schützen. Genau deshalb mulche ich im Juli so konsequent. Ich merke jedes Jahr wieder, wie viel gleichmäßiger der Boden feucht bleibt und wie viel weniger ich gießen muss, wenn ich rechtzeitig mulche.

Und auch bei der Aussaat ist noch lange nicht Schluss. Buschbohnen und Stangenbohnen können jetzt ein letztes Mal gelegt werden. Dazu kommen Fenchel, Feldsalat, Möhren, Radieschen, Mangold, Spinat, Kopfsalat, Rettich und Rucola.

Gerade Radieschen säe ich gern zwischen die Möhren, weil sie schneller auflaufen und mir zuverlässig zeigen, wo später die eigentliche Reihe verläuft. Allerdings nutze ich jetzt nur noch das Saatgut von schoßsicheren Radieschensorten. Es ist mittlerweile aber so heiß, dass ich an meinen Radieschen mehr Blüten als Knollen finde. 

Obst: Himbeeren mulchen und Beeren vermehren

Während ich beim Gemüse noch auf Ernte warte, komme ich in meinem Beerenbeet manchmal nicht an meine Ernte heran. Denn bei meinem Obst geht es im Juli vor allem um drei Dinge: die Wege zu meinen Beerenbeeten vorm Überwuchern zu schützen, meine Beerensträucher vermehren und meine Beeren mit Rasenschnitt mulchen. Das hält die Feuchtigkeit besser im Boden, schützt vor dem schnellen Austrocknen und spart mir an heißen Tagen einiges an Gießarbeit.

Gerade bei Himbeeren macht das im Hochsommer einen erstaunlichen Unterschied. Außerdem vermehre ich Beeren jetzt gern über Absenker. Ein Trieb wird heruntergebogen, fixiert, leicht mit Erde bedeckt und darf dann erst einmal in Ruhe wachsen. Nächstes Jahr habe ich dann wieder mehr zu ernten. 

Zierpflanzen: Rosen stärken, Lavendel schneiden, Buchsbaum retten

Auch im Ziergarten ist im Juli nicht nur Anschauen angesagt. Meine Rosen bekommen jetzt noch einmal Dünger, damit sie genug Kraft für die weitere Blüte haben, ohne geschwächt in den Herbst zu gehen. Der Lavendel wird geschnitten, damit er kompakt bleibt und nicht von unten verkahlt. 

Weniger idyllisch ist der Blick auf den Buchsbaum. Wenn ich im Garten meiner Eltern bin, dann kontrolliere ich jetzt regelmäßig auf Buchsbaumzünsler, gemeinsam sammeln wir dann die Raupen ab, bevor sie aus dem Buchsbaum wieder ein trauriges Gerippe machen. Seit letztem Jahr helfen uns dabei auch die Spatzen, denen scheinen die Buchsbäume zu gefallen.

Tiere im Garten: Wasser ist jetzt das Wichtigste

Nach den Arbeiten im Garten, such ich mir eines schattiges Plätzchen mit einem kühlen Getränk. Das ist meistens der Moment, in dem mir siedenheiß einfällt, ich muss die Tränken wieder auffüllen. Denn auch die Tiere im Garten brauchen jetzt vor allem eines: Wasser. Vogeltränken und Insektentränken gehören für mich deshalb im Juli ganz selbstverständlich dazu.

Gerade an warmen Tagen sind saubere Wasserstellen eine der einfachsten und sinnvollsten Hilfen überhaupt.Wenn es so heiß ist wie heute, dann reinige ich diese auch täglich. Ich achte dabei besonders darauf, dass das Wasser frisch bleibt und die Tränken sauber sind. Denn das ist für Vögel, Wildbienen und Falter in trockenen Phasen oft überlebenswichtig.

Und dann gibt es im Juli noch all die Dinge, bei denen ich nachts aus dem Schlaf aufwache, weil ich sie mal wieder komplett vergessen habe. Mein Kompost ist so ein Fall. Bei trockener Hitze sollte er regelmässig gewässert werden, damit der Rotteprozess nicht ins Stocken gerät. Das geht mir aber im Sommer immer wieder unter.

Ganz fertig wird man damit natürlich trotzdem nie. Aber das ist im Juli vielleicht auch gar nicht die Aufgabe. Der Garten soll jetzt nicht geschniegelt und abgeschlossen wirken. Er soll voll sein, lebendig und ein bisschen zu viel von allem. Und genau deshalb ist er gerade jetzt am schönsten. Aber nun genieße ich wirklich mein kühles Getränk unterm Baum. Wir lesen uns nächsten Monat wieder!