Ist Intervallfasten gesund? Bei diesen Anzeichen solltest du damit aufhören
Hast du das Gefühl, Intervallfasten ist nicht das Richtige für dich? Sicher ist die Abnehm-Methode nicht für jede geeignet. Doch viele Frauen berichten von Zyklusveränderungen und Stimmungsschwankungen. Was ist da los?
Wir alle sind verschieden. Drum ist es auch klar, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, um abzunehmen. Um die Wunschfigur zu erreichen, gibt es viele Möglichkeiten. Doch besonders das Intervallfasten steht gerade hoch im Kurs.
In den letzten Jahren erfuhr die Abnehm-Methode einen regelrechten Hype. Doch was, wenn Intervallfasten mit Zyklusstörungen, Heißhunger und Konzentrationsschwierigkeiten einhergeht? Wir erklären, bei welchen Signalen du besser davon absehen solltest.
Warnsignale beim Intervallfasten:
1. Anhaltende Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
Es gibt verschiedene Methoden des Intervallfastens, von bestimmten Zeitfenstern bis hin zu ganzen Tagen, an denen gefastet wird. Je nachdem, wie deine Essroutine vorher aussah und welche Form des intermittierenden Fastens du wählst, kann die Umstellung für deinen Körper eine Extremsituation sein.
Gerade zu Beginn können dabei diverse Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen auftreten. Normalerweise sollten solche Körpersignale nach einer Weile verschwinden. Wenn du aufgrund von Intervallfasten jedoch anhaltende Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme hast, kann es sein, dass Intervallfasten oder zumindest die Methode, die du gewählt hast, nicht die richtige ist.
Probier, das Fastenfenster zu verkürzen, während deiner Essenszeit wirklich ausreichend zu essen – Müdigkeit und Kopfschmerzen können auch ein Signal für ein Energiedefizit sein – und achte darauf, genug zu trinken. Hilft alles nichts, kann es sein, dass Intervallfasten generell momentan nicht der passende Ansatz für dich und deinen Körper ist.
2. Ständiger Heißhunger und Essattacken
Solltest du beim Intervallfasten die Erfahrung machen, ständig hungrig zu sein, starken Heißhunger und Gelüste zu haben oder unter Essattacken zu leiden, kann es durchaus sein, dass du deinem Körper durch das Fasten zu wenig Energie zuführst.
Achte während der Essenszeiten darauf, dich ausreichend satt zu essen, oder verkürze die Zeit, in der du nicht isst – es müssen nicht unbedingt die 16 Stunden sein, auch 14 oder sogar 12 Stunden ohne Nahrung sind für den Körper bereits eine Entlastung.
Und: Iss während der Essenszeiten gesund! Intervallfasten ist nämlich kein Freifahrtschein, um die Essensfenster mit Süßigkeiten, Pizza, Chips & Co. zu füllen. Vielmehr ist es enorm wichtig, auch beim Intervallfasten auf eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise zu achten. Denn auch ein Nährstoffmangel kann eine Ursache für Essattacken und Heißhunger beim Intervallfasten sein.
3. Zyklusstörungen und Stimmungsschwankungen
Viele Frauen klagen in Online-Foren während des Intervallfastens über negative Veränderungen ihres Körpers. Die Rede ist von Stimmungsschwankungen und einem gestörten Menstruationszyklus. In einigen Fällen blieb die Menstruation sogar aus. Da stellt sich die Frage, ob die Abnehm-Methode bei Männern und Frauen unterschiedlich wirkt?
Gegenüber SRF erklärt die Ernährungsforscherin Lia Bally: "Wir beobachten ähnliche Phänomene bei Frauen mit chronisch tiefer Energieverfügbarkeit und Stress, etwa bei Leistungssportlerinnen. Die Extremvariante sind Frauen, die unter Anorexie leiden. Deren Stoffwechsel läuft auf Sparflamme".
Das bedeutet: Die Symptome sind keine direkte Folge des Intervallfastens. Vielmehr stecken die Sexualhormone Östrogen und Progesteron dahinter, die den Eisprung und die Stimmung regulieren. Sie spielen eine wichtige Rolle für den weiblichen Stoffwechsel und reagieren sehr sensibel auf die Energiezufuhr, insbesondere in der Fastenzeit. Nicht nur das Intervallfasten kann Grund für Unregelmäßigkeiten sein. Hinter Zyklusstörungen können auch andere Ursachen stecken.
4. Intervallfasten wird zum Zwang
Wenn Intervallfasten dazu führt, dass deine Gedanken ständig ums Essen kreisen oder du ein schlechtes Gewissen hast, wenn du dich einmal nicht an die Fastenzeiten hältst, können das Signale sein, dass Intervallfasten möglicherweise nicht das Richtige für dich ist.
Auch wenn deine neue gesunde Essroutine plötzlich zwanghaft wird, sich negativ auf dein Sozialleben auswirkt und du Verabredungen absagst, weil sie nicht zu deinem Intervallfasten-Plan passen, sollten deine Alarmglocken läuten. Beachte außerdem, dass bei akuten oder vorherigen Essstörungen Intervallfasten grundsätzlich nicht zu empfehlen ist.
In diesen Fällen solltest du nicht intervallfasten
Neben den anhaltenden Signalen gibt es auch Situationen, bei denen grundsätzlich auf Intervallfasten verzichtet werden sollte bzw. die vorherige Absprache mit einem Arzt sinnvoll ist. Neben den bereits genannten Essstörungen zählen außerdem dazu:
- Schwangere sollten Intervallfasten meiden
- Bei Untergewicht und Immunschwäche kann Intervallfasten zu Mangelerscheinungen führen und sollte daher eher gemieden werden
- Bei Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen oder während einer Therapie ist die vorherige ärztliche Absprache sinnvoll
Mein Fazit
Der Abnehm-Methode werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile zugeschrieben. Das Intervallfasten ist nicht nur gesund, sondern scheint für viele Menschen ein erfolgreicher Weg zum Abnehmen zu sein.
Doch dabei solltest du beachten, ob Intervallfasten für dich und wie es richtig funktioniert. Da es nicht die eine korrekte Methode gibt, werden beim Intervallfasten häufig Fehler gemacht.
Hör auf die individuellen Signale deines Körpers! Sollten Symptome wie andauernde Müdigkeit, zwanghaftes Verhalten, Heißhunger oder Zyklusveränderungen auftreten, passe die Methode entsprechend an oder gestehe dir gegebenenfalls ein, dass der Ansatz nicht das Richtige für dich ist. Auch das ist völlig in Ordnung.
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