So krass hat sich der Frauenkörper verändert – ein Blick durch die Jahrzehnte
Viele Frauen jagen dem Idealbild des weiblichen Körpers hinterher, dem sie entsprechen wollen – manchmal ein ganzes Leben lang. Aber was ist eigentlich ideal? Die Antwort darauf hat sich im letzten Jahrhundert ganz schön verändert!
Wie Frauen heutzutage auszusehen haben, um als besonders attraktiv zu gelten, ist im Zeitalter von Social Media so präsent wie nie. Dabei wissen wir längst, dass oftmals mehr Schein als Sein der Fall ist – Photoshop lässt grüßen! Denn welche Frau ist schon perfekt? Und dennoch streben viel zu viele danach...
Dennoch handelt es sich dabei nicht um ein Phänomen unserer heutigen Zeit: Eigentlich gab es schon immer den gerade angesagten "idealen" Frauenkörper, dem es hinterherzujagen galt. Das Ideal selbst allerdings, das verändert sich stetig – allein in den letzten 120 Jahren hat es sich immer wieder gewandelt. Zeit, einen Blick zurückzuwerfen.
Der ideale Frauenkörper im Wandel der Zeit
Frauen gingen in den letzten 120 Jahren buchstäblich durch dick und dünn: Galt ein üppiger Körper mit reichlich Busen noch bis zur Jahrhundertwende 1900 als schön, begann sich das Ideal ab da bis in die 1920er-Jahre zu wandeln: Kleine Brüste waren angesagt, das lange Haar wich den Charleston-Bubiköpfen, und statt Korsett trug die Frau von Welt nun immer kürzere, schmal geschnittene Kleider. Gerne auch noch mit dem Statement, Zigaretten zu rauchen, war jetzt klar: Frauen behaupteten sich in der Männerwelt und wurden androgyner. Das wollten sie auch mit ihrem Körper ausdrücken.
In der Mitte des Jahrhunderts kehrte der Vamp zurück. Marilyn Monroe, Liz Taylor, Brigitte Bardot: Sinnlichkeit war wieder angesagt – in Form von schmaler Taille und üppigem Busen, Schmollmund und Wallemähne, figurbetonten Kleidern und hochhackigen Schuhen.
Der Gegenentwurf ließ nicht lange auf sich warten: Twiggy, das spindeldürre Model aus London, verkörperte den kindlichen, vollkommen kurvenfreien Typ – und war überaus erfolgreich.
Diese unterschiedlichen Typen tauchten in den letzten Jahrzehnten immer wieder auf: Mal ist es eine Claudia Schiffer, die die Reinkarnation von Brigitte Bardot darstellt, mal ist es Kate Moss, die stark an Twiggy erinnert – und heute zeigt uns Kim Kardashian, dass offenbar auch ein voluminöser Hintern so etwas wie Sex-Appeal verströmt.
Das Idealbild des weiblichen Körpers: Die Entwicklung von 1900 bis heute
Wie ließe sich der Wandel eines Idealbildes besser darstellen als in: genau, Bildern? Klicke dich durch Fotos von Frauen und dem Körperideal ihrer Zeit – von 1900 bis heute:
Der ideale Frauenkörper im Wandel der Zeit
Was ist schön? Diese Frage beschäftigt die Menschheit nicht erst seit Social Media. Der weibliche Körper stand dabei stets im Zentrum gesellschaftlicher Erwartungen – und wurde über die Jahrhunderte hinweg immer wieder neu definiert.
Mal galt ein üppiger Busen als Zeichen von Reichtum, dann wieder die androgyn-schlanke Figur als Ausdruck von Moderne. Ob Marilyn Monroe oder Twiggy, ob Kim Kardashian oder Ashley Graham – sie alle stehen sinnbildlich für die Schönheitsideale ihrer Zeit.
Doch woher kommen diese Körperbilder? Oft spiegeln sie politische, wirtschaftliche oder kulturelle Entwicklungen wider. Im Krieg wurde Natürlichkeit betont, in Wohlstandszeiten hingegen Fülle. Mal ging es darum, sich anzupassen – mal darum, auszubrechen. Mal war das Ideal „ehrlich“, mal von Illusionen und Photoshop geprägt.
Der ideale Frauenkörper im Wandel der Zeit: Seit Jahrzehnten jagen Frauen einem Ideal hinterher – und dieses Ideal hat sich im letzten Jahrhundert mehrmals radikal gewandelt.
In dieser Bildergalerie werfen wir einen Blick zurück auf über 120 Jahre Schönheitsgeschichte – und zeigen, wie unterschiedlich das Ideal des „perfekten“ Frauenkörpers je nach Epoche und Zeitgeist aussehen konnte. Und vor allem: wie wenig das alles eigentlich mit dir zu tun haben sollte.
Um 1900
... galt ein üppiger, femininer Körper mit großer Oberweite, breiten Hüften und schmaler Taille als Nonplusultra – das "Gibson Girl" war geboren.
Camille Clifford
... verkörperte mit ihrer eleganten Haltung und Sanduhrfigur das Schönheitsideal ihrer Zeit. Sie war das perfekte "Poster Girl" des frühen 20. Jahrhunderts.
Auch Lillian Biron
... machte sich diesen Look zunutze und wurde zu einer gefeierten Stummfilmdiva – rundlich, reizvoll und dabei elegant zurückhaltend.
In den 1920er-Jahren
... brach eine neue Ära an: Frauen trugen Hosen, tanzten Charleston und verabschiedeten sich von steifen Rollenbildern – auch optisch.
Sie nannten sich "Flapper Girls"
... und waren die Rebellion in Person: schlank, androgyn, kurzhaarig und unabhängig – ein Aufbruch in eine neue weibliche Identität.
Frauen dieser Zeit
... setzten Statements: Zigarettenhalter, Hüftlosigkeit und lose Hängerkleider wurden zum Symbol für Freiheit und Gleichberechtigung.
In den 30er-Jahren
... kehrte Weiblichkeit zurück ins Rampenlicht. Kurven galten wieder als attraktiv, Eleganz war das neue Maß der Dinge.
Eine Ikone des Jahrzehnts: Jean Harlow
Mit ihrem platinblonden Haar, sinnlichen Lippen und weichen Formen stand sie für Glamour pur – auf und abseits der Leinwand. Mit ihrem großen Busen verkörperte sie eine sinnlich-explosive Mischung aus Weiblichkeit und Provokation – ein Hollywood-Star mit Sexappeal.
In den 40ern
... wurde das Schönheitsideal pragmatischer: Der Krieg ließ wenig Raum für Luxus – gepflegte Schlichtheit dominierte.
Ein Grund dafür:
Der Alltag war geprägt von Arbeit und Verzicht. Kosmetika waren rar, Kleidung funktional – dennoch blieb das Streben nach Schönheit bestehen.
Katharine Hepburn
... strahlte durch Intellekt und Natürlichkeit. Ihre sportliche Erscheinung und rebellische Attitüde machten sie zur Stilikone ihrer Generation.
In den 50er-Jahren
... feierten Rundungen ihr großes Comeback: Der Pin-up-Look mit üppigen Kurven wurde durch Stars wie Marilyn Monroe verkörpert.
Bei den Bademoden
... setzten die 50er zwar noch auf Zurückhaltung – doch das Spiel mit Reizen und Weiblichkeit war bereits unübersehbar.
Auch Elizabeth Taylor
... vereinte Schönheit, Eleganz und Sinnlichkeit – sie war das stilvolle Gegenstück zur frivolen Monroe.
Twiggy läutete
... mit ihrem mädchenhaften Körperbau und dem Bubikopf in den 60ern ein radikales Umdenken ein: Plötzlich war weniger mehr.
Mit ihren langen Beinen
... wurde Twiggy zum ersten echten Supermodel – eine lebende Leinwand für Mode, Stil und Jugendkultur.
Der sexy Kurven-Look
... lebte dennoch weiter – in der Rückschau ist Monroe das Symbol für ein Ideal, das bis heute viele Menschen fasziniert.
In den 70er-Jahren
... dominierten natürliche Schönheit, gebräunte Haut und sportliche Eleganz – Frauen wollten frei und selbstbestimmt wirken.
Walle-Mähne
... und "California Glow" – Farrah Fawcett wurde durch TV und Poster zum Gesicht dieses Jahrzehnts.
Auch Agnetha
... von ABBA galt als Ikone: blonde Haarpracht, Bühnenpräsenz und ein Look, der Weiblichkeit mit Coolness verband.
ABBA-Kollegin Anni-Frid
... bewies Modegespür – mit auffälligen Styles, die zeitlos geblieben sind.
Die 80er-Jahre...
... brachten Supermodels wie Cindy, Naomi & Co: definierte Körper, lange Beine und sportliche Looks – oft gestählt durch Aerobic.
Kaum zu glauben
... aber auch Janice Dickinson – selbsternanntes "erstes Supermodel" – prägte diesen Look mit kantiger Schönheit und Selbstbewusstsein.
Badeanzüge mit tiefem
... Beinausschnitt betonten Oberschenkel und Taille – sie wurden zur Modewaffe des Fitness-Zeitalters.
Knapp, knapper, die 80er!
Der Bikini wurde knapp wie nie – eine Ära, in der Haut zeigen zur Norm wurde.
Den angesagten Heroin-Chic
... brachte Kate Moss in den 90ern auf die Laufstege: dünn, müde, unnahbar – ein Look, der auch kritisiert wurde.
Kindliches Gesicht
und ein Millionenvertrag – Kate Moss polarisierte, faszinierte, dominierte.
Die 2000er-Jahre
gehörten Popdiven: trainierte Körper, Sixpacks und Sex-Appeal prägten das Bild in Musikvideos und Magazinen.
Und Britney Spears
... zeigte, dass sportlich UND sexy kein Widerspruch sein muss – ihr Look wurde weltweit kopiert.
Doch auch die "Victoria's Secret"-Engel
... standen für eine makellose Mischung aus Glanz, Disziplin und genetischem Jackpot.
Seit 2010 heißt es
... "Kurven sind zurück" – allen voran durch Kim Kardashian, die Po und Taille neu definierte.
Frauen wie Nicki Minaj
... feiern ihre Figur offensiv – endlich dürfen auch üppige Körper wieder selbstbewusst Raum einnehmen.
Sogar auf dem Laufsteg
... zeigen Models wie Ashley Graham, dass Schönheit keine Frage der Konfektionsgröße ist.
Und Angelina Kirsch
... beweist: Auch Mode jenseits von Size Zero kann sexy, elegant und erfolgreich sein.
Sogar bei Heidi Klums "Germany's next Topmodel"
halten Plus-Size-Models inzwischen Einzug – ein kleiner, aber bedeutender Schritt in Richtung Diversität.
Anfang 2025
... zeigt sich auf den Laufstegen allerdings: Magermodels sind zurück – ganz weg waren sie ja ohnehin nie so richtig. Doch der Ozempic-Hype zeigt sich leider verstärkt auch in der Mode-Branche – Size Zero ist wieder salonfähig.
Schönheit ist wandelbar – und du bestimmst, was zählt
Die Geschichte des weiblichen Schönheitsideals ist auch eine Geschichte der Kontrolle – und des Aufbegehrens. Immer wieder haben Frauen versucht, sich in vorgegebene Formen zu pressen – manchmal buchstäblich. Korsetts, Crash-Diäten, digitale Filter – die Werkzeuge ändern sich, der Druck bleibt.
Aber es tut sich was: Nie zuvor war das Körperbild so vielfältig wie heute. Nie wurden so viele Stimmen laut, die sagen: „Du bist genug, so wie du bist.“ Initiativen wie Body Positivity und Body Neutrality ermutigen Frauen weltweit, sich von starren Normen zu lösen – und sich selbst neu zu definieren.
Natürlich ist der Weg noch lang. Schlankheitswahn, Beautyfilter und Bodyshaming sind noch längst nicht verschwunden. Doch jede Frau, die ihren Körper liebt, wie er ist – und das zeigt –, macht diesen Wandel ein Stück weit realer.
Denn wahre Schönheit ist nicht das, was andere von dir sehen wollen. Sie ist das, was du über dich selbst denkst, wenn du in den Spiegel schaust. Und sie beginnt genau da, wo du aufhörst, dich zu vergleichen.