30.04.2019

Mehr als ein Entrée vor dem Hauptgang Das Vorspiel: Mit diesen Ideen wird es richtig heiß!

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Das Intimste am Sex ist das Vorspiel. Mit diesen Ideen wird es richtig heiß!

Foto: iStock/Jacob Ammentorp Lund

Das Intimste am Sex ist das Vorspiel. Mit diesen Ideen wird es richtig heiß!

Sex ist gut und schön, aber das Vorspiel ist sehr viel mehr als ein Entrée vor dem Hauptgang. Ein Plädoyer für mehr Intimität!

Vorspiel: Da erwartet man eigentlich das, was danach kommen soll. Das eigentliche Spiel, so wie eine Vorwäsche die Kleidung ja nur auf den Hauptwaschgang vorbereitet. Oder wie eine Vorspeise, in Erwartung des phantastischen Hauptgangs, die Appetit auf mehr machen soll. Vielleicht ist diese Bezeichnung aber gar nicht so richtig? Denn das Vorspiel sollte nicht wie eine Vorband sein, schnell runter von der Bühne, damit der Hauptakt endlich loslegen kann. Denn es ist viel mehr! Das Vorspiel: Mit diesen Ideen wird es richtig heiß!

Das Vorspiel: Kaum ein intimerer Moment

Erfüllte Sexualität ist mehr als der Orgasmus und die Penetration. Nähe, Bindung, physische und psychische Lust vermischen sich. Und Vertrauen und Akzeptanz sind die Voraussetzung fürs komplette Loslassenkönnen.

Einige Sexualtherapeuten sehen im Vorspiel den Höhepunkt der Intimität, nicht etwa beim Geschlechtsakt, der Penetration an sich. Einige Menschen "flüchteten sich" geradezu in den Koitus, um das Vorspiel, das viel Nähe voraussetzt, zu vermeiden oder aufs "Notwendigste" zu reduzieren. So könne das Vorspiel bei Menschen mit Beziehungs- oder Bindungsängsten, sogar physisches Unbehagen auslösen.

Ein gutes Vorspiel ist alles: zärtlich, fordernd, innig und albern

Wenn das Vorspiel wie ein offenes "Gespräch" zu verstehen ist, bei dem man sein Gegenüber langsam kennenlernt. Ob beim ersten Mal oder immer wieder neu: Das Vorspiel kann sich in jede Richtung entwickeln, es kann zärtlich, fordernd, innig und albern sein. Wir probieren uns aus, lassen Dinge zu, wir wechseln die Rollen, spüren, was bestimmte Dinge mit uns und dem Partner machen. Wir verschmelzen liebevoll ineinander oder kämpfen ein erotisches Spiel. Alles ist erlaubt, was beiden gefällt.

Das bedeutet aber auch: Wir lassen uns auf alles ein. Wir riskieren eventuelles Misstrauen, Unsicherheit oder Zurückweisung. Verstehen wir, was der andere will? Trauen wir uns zu nehmen, was wir uns wünschen? Können wir Gefühle zeigen und sind wir bereit die des anderen zu akzeptieren? Können wir sogar nehmen, ohne zu geben? Und geben wir ohne etwas dafür zu erwarten?

"Das Vorspiel ist das, was passiert, bevor dich dein Partner vergisst."

Aus welcher Ebene von Emotion, Intimität und Erotik wir uns einlassen und auf welcher wir weitermachen entscheiden wir im Vorspiel. Wir können ihm folgen oder zum Geschlechtsverkehr übergehen, um uns gemeinsam auf den Weg zum Orgasmus zu machen.

Die amerikanische Paarexpertin Dr. Pepper Schwartz nennt es: "Das Vorspiel ist das, was passiert, bevor dich dein Partner vergisst." Im Orgasmus vergisst, möchte man erklärend hinzufügen.

Der Koitus dagegen ist der sicherere Ort und das verlässliche Ziel.

Das Vorspiel: Die Chance, die eigenen Wünsche zu erforschen

Es gibt beim Vorspiel kein Skript. In der menschlichen Sexualität geht es, auch wenn sie sich biologisch gesehen deshalb entwickelt hat, nicht mehr nur um Fortpflanzung. Themen sind vielmehr Nähe, Ekstase, Fantasie, sich Fallenlassen, das Wiedererwecken romantischer Gefühle und Begegnung.

Das gute Vorspiel: So geht‘s

Nehmen Sie sich Zeit: Schnell, schnell ist hier nicht. Verstehen Sie das Vorspiel als Hauptspiel und setzen Sie sich nicht unter Druck.

Nähe zulassen können: Die Intimität des Vorspiels erfordert Nähe physischer, aber auch psychischer Natur. Trauen Sie sich und lassen Sie sich fallen.

Spielen, ausprobieren und loslassen können: Es gibt kein Schema F beim Vorspiel, lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf, probieren Sie (sich) aus und machen Sie, was Ihnen und dem Partner gefällt. Spielen Sie eben.

Kein Druck: Lösen Sie sich vom Es-recht-machen-Wollen, von Erwartungen und Idealen, sowohl von den eigenen als auch von denen des Partners.

Vorspiel-Tipps – für Männer und für Frauen

Männer wollen nur Sex und nur Frauen genießen das Vorspiel? Absoluter Quatsch! Das Vorspiel hält unzählige Möglichkeiten der Stimulation bereit.

Kopfsache: Ein gutes Vorspiel beginnt im Kopf. Der Phantasie freien Lauf lassen, sich selbst und dem Partner erotische Gedanken zugestehen ist der erste Schritt zu einer gelungenen Ouvertüre. Und es ist in Ordnung, sich in Gedanken und anschließend mit Worten zum Beispiel auf ein Rollenspiel einzulassen. Den Dreier einfach im Kopf durchzuspielen und den intensiven Kick daraus zu genießen. Oder seine dominante oder devote Seite zunächst im Kopf zu erleben. Sie dürfen, aber müssen nicht über Ihre Phantasien sprechen.

Überraschungen: Sie wollten die Sache mit den Federn mal ausprobieren und wie war das nochmal mit den Heiß-Kalt-Überraschungen? Das Vorspiel ist auch für Überraschungen da. Ob vorsichtiges Fesseln, Bondage für Anfänger, ob ungewöhnliche Dessous, Massagen, "Dirty Talk", Rollenspiele, den Nachtisch vom Körper des Partners lecken, die Varianten sind schier unerschöpflich. Das haben Sie noch nie gemacht? Umso besser. Überraschen Sie sich und Ihren Partner beim Vorspiel, denn genau dafür ist es auch da. Und wenn das alles gar keinen Spaß macht und sich einfach nur schräg anfühlt? Dann nehmen Sie es mit Humor. Sie haben es versucht und können sich gemeinsam kaputtlachen. Humor gehört übrigens zu den erotischsten Elementen der Zweisamkeit.

Zungenspiel: Saugen, knabbern, andeuten, zappeln lassen, variieren. Vorsichtig und zaghaft oder direkt und fordernd: Kaum etwas ist aufregender als ein erotisches Zungenspiel. Spielen Sie mit den Variante und Sie werden sehen: Der Partner wird verrückt vor Freude, wenn Sie ihm oben andeuten, was Sie unten weiterzumachen gedenken.

Handspiel/Mundarbeit: Ob Mann oder Frau, wer den andere oral oder händisch verwöhnt, sollte keinem Plan folgen, sondern seiner eigenen Lust nachgehen und die Reaktionen des Partners empfangen. Diese Kombination macht aus dem Vorspiel schnell die tollste Sache der Welt. Schnell, langsam, fest, vorsichtig: Sie werden hören und spüren, was der andere genießt. Lustvolles Stöhnen, führende Hände, ein "sag mir, wie du es magst", machen Sie sich locker und genießen Sie, ob Sie der Empfangende oder Gebende sind ist dabei völlig egal.

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