Experte warnt

Wann die Gasheizung zur Kostenfalle wird

Mehrere gefaltete Euro-Banknoten ragen aus den Schlitzen eines weißen Toasters vor hellem Hintergrund und symbolisieren Geldverlust.
© Getty Images
Wärmepumpe oder Gas? Dieser Kosten-Irrtum kann dich tausende Euro kosten.

Die Gasheizung ist derzeit die günstigste Heizvariante? Warum der Experte vor dieser Annahme warnt.

Wer ein Haus baut, oder eine neue Heizung braucht, muss sich zwangsläufig damit beschäftigen, welches Heizsystem in der Immobilie eingebaut werden soll. Häufig werden Wärmepumpen empfohlen, weil sie klimafreundlicher sind.

Zudem wird der Einbau einer Gasheizung zukünftig stark eingeschränkt und ist an gewisse Bedingungen geknüpft. So müssen neue Heizungen in Deutschland ihre Wärme künftig zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien beziehen. Das besagt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024.

Fossile Heizungen sind daher zunehmend in Verruf geraten. Dennoch scheinen sie, Stand heute, noch immer die kostengünstigere Alternative zu sein. Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip hingegen warnt vor dieser Annahme.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur von Finanztip und einer der bekanntesten Finanzexperten Deutschlands. Seit vielen Jahren erklärt er einem breiten Publikum auf verständliche Art, worauf es in Sachen Job, Karriere und Finanzen wirklich ankommt.

Er weist darauf hin, dass die vermeintlich günstigste Variante langfristig eine Kostenfalle sein kann. Warum, das verraten wir hier.

Steigen Gaspreis und Netzentgelte weiter, wird die Gasheizung zur Kostenfalle

Wer eine Wärmepumpe installiert, muss mit Anschaffungskosten von etwa 30.000 Euro rechnen, während bei einer Gasheizung in der Regel nur rund 8000 Euro anfallen.

Was bei dieser Rechnung jedoch missachtet wird, sind die Gasrechnungen der Zukunft wie der Experte warnt: „Für jede Kilowattstunde Gas zahlt man derzeit rund 1,1 Cent extra, weil beim Verbrennen klimaschädliches Kohlendioxid entsteht. Das macht schon heute ca. zehn Prozent des Gaspreises aus.“

Hermann-Josef Tenhagen betont, dass eine Tonne CO2 im Jahr 2040 bereits rund 250 Euro kosten könnte und beruft sich damit auf das Forschungsprojekt "Ariadne".  

Damit würde sich der Preis verfünffachen. Wer heute 20.000 kWh pro Jahr verbraucht, müsste 2040 laut dieser Rechnung statt 220 über 1000 Euro zahlen.

Doch nicht nur die CO2-Abgaben steigen, auch die Netzentgelte werden teurer.
„Viele Kommunen wollen Gasnetze stilllegen. Zudem müssen neue Gasheizungen ab 2029 schrittweise mit Biogas betrieben werden. Biogas verursacht zwar keine CO2-Kosten, ist aber teurer als Erdgas.“, so der Experte.

Berücksichtigt man diese Kosten-Punkte, rechnet sich eine Wärmepumpe über die Jahre vermutlich mehr.  

Tipp vom Experten: Wer eine Wärmepumpe einbaut, kann eine KfW Förderung beantragen und sich somit 30 bis 70 Prozent sparen. Mehr zum Thema „KfW-Förderung für Heizungen“ findest du auf der Seite von Finanztip.

Mehr zum Thema
Inhalte durchsuchen: