Eine Marke von
Menü Zurück

Amerikanische Kiefernwanze – ist die Plage auch in deinem Garten?

Braune Kiefernwanze mit langen Fühlern sitzt auf violett blühendem Sommerflieder, grüne Blätter im Hintergrund unscharf.
Wanzen haben ja im Allgemeinen keinen allzu guten Ruf. Wie sieht es mit der Amerikanischen Kiefernwanze aus? Ist sie ein Schädling?
© Adobe Stock / Rolf Müller
Das Bild zeigt eine Frau mit freundlichem Lächeln, die direkt in die Kamera blickt. Sie hat mittellanges blondes Haar, blaue Augen und trägt ein graues T-Shirt mit einer offenen grauen Jacke. Der Hintergrund ist schlicht und unauffällig, was den Fokus auf die Frau lenkt. Ihr Ausdruck wirkt offen und zugänglich. | © BILD der FRAU
21.05.2026 • 11:04 Uhr
Mirjam Beile

Im Frühling krabbeln sie wieder los – und sind wegen ihrer Größe auch kaum zu übersehen: Was Amerikanische Kiefernwanzen in deinem Garten anrichten und wie du sie in der Wohnung loswirst.

Die Amerikanische Kiefernwanze, auch Zapfenwanze genannt, stammt eigentlich aus Nordamerika, seit 1999 ist sie auch in Europa verbreitet. Zu erkennen ist die Kiefernwanze an den gebogenen, abstehenden Fühlern und den blattförmigen Hinterbeinen. Breitet sie ihre Flügel aus, wird die orangefarbene Oberseite des Hinterleibes sichtbar. Die charakteristisch braun-ocker gefärbten Tierchen sind zwischen 15 und 20 Millimeter lang. 

Feuerwanzen ohne Chemie vertreiben
Fliegengitter am Fenster | © iStock/karayuschij
© iStock/karayuschij

Sobald Amerikanische Kiefernwanzen im Frühling ihre Winterverstecke verlassen, machen sie sich bemerkbar: Die 15 bis 20 Millimeter großen Tiere wärmen sich dann gerne an Hauswänden oder rund um Tür- und Fensterrahmen auf. Im Sommer wie im Winter bekommt man sie dagegen kaum zu Gesicht – entweder sitzen sie hoch oben in Kiefern und anderen Nadelbäumen oder haben sich wieder in ihr Winterquartier zurückgezogen.

Seit einiger Zeit breitet sich die Kiefernwanze zunehmend in nördlicher Richtung aus. Insektenkundler*innen haben beobachtet, wie sich die Tiere an Hausfassaden entlang bewegen. Sie vermuten, dass die Wanzen hierzulande bereits deutlich weiter verbreitet sind, als bislang angenommen wird.

Auch diese Schädlinge sind relativ neu unterwegs:

Sind Amerikanische Kiefernwanzen Schädlinge?

Das Wichtigste zuerst: Die Präsenz der Krabbler im eigenen Heim mag unangenehm sein, gefährlich für den Menschen sind diese Tiere aber nicht. Die ausgewiesenen Pflanzenfresser würden einen Menschen weder beißen noch stechen.

Aber: In ihrer ursprünglichen Heimat, dem milden Westen der USA, richten Amerikanische Kiefernwanzen hingegen spürbare Schäden an Nadelbäumen an und behindern die natürliche Verjüngung des Waldes. Förster*innen und Waldbesitzende bleiben daher wachsam: Die Insekten ernähren sich von Samen, jungen Samenanlagen und Trieben sowie Blüten, indem sie sie aussaugen. 2008 kam es in Italien und Slowenien stellenweise zu erheblichen Ausfällen bei der Samenproduktion verschiedener Kiefernarten – was die Regeneration der Bestände deutlich erschwerte. Hierzulande gelten die Wanzen bislang eher als lästig denn als gefährlich.

Welche Pflanzen die Kiefernwanze mag

Wie schon gesagt – der Name legt es ja auch nahe: Diese Wanzenart hat es vor allem auf Kiefern abgesehen – Baumarten, die sowohl in Nordamerika als auch in Europa in mehreren Varianten vorkommen. Ihre starke Verbreitung lässt sich wohl auch durch ihre wenig spezialisierten Fressgewohnheiten erklären: So nimmt sie auch mit anderen Nadelgehölzen vorlieb, etwa

  • Tannen
  • Fichten
  • Wacholder
  • Douglasien
  • Lebensbäume

Weil diese Arten häufig als Zierpflanzen eingesetzt werden, taucht die Wanze nicht selten auch in Gärten auf.

Die besten Hausmittel zur Vertreibung von Kiefernwanzen

Wenn die Kiefernwanzen in großen Ansammlungen von draußen hereinkommen und durch die Wohnung patroullieren, wird womöglich auch der geduldigste Tierfreund zu diesen Hausmitteln greifen. 

Da die Kiefernwanze Haus oder Wohnung zum Überwintern heimsucht und sich die Tierchen zu Tausenden einnisten, sind diese Hausmittel besonders geeignet:

Braune Kiefernwanze mit auffälligen Fühlern krabbelt auf langen, grünen Kiefern-Nadeln bei natürlichem Tageslicht. | ©  imago images / blickwinkel
© imago images / blickwinkel
  1. Vorbeugen: Setze spätestens zum Herbst Fliegengitter ein. Auf dem Dachboden, wo die Kiefernwanze sich gern zuallererst einnistet, kannst du diese auch das ganze Jahr über belassen, da Fliegengitter auch dem Einnisten von Bienen und Wespen entgegenwirken und Mücken und Hausfliegen abhalten.
  2. Untersuche dein Haus oder deine Wohnung zusätzlich auf Schlupflöcher und Spalten, auch im Mobiliar, die den Kiefernwanzen das Eindringen ermöglichen. Diese sollten entsprechend abgedichtet werden.
  3. Einfangen, ohne zu töten: Wenn Kiefernwanzen nur in kleinerer Anzahl auftreten, lassen sie sich gut mit einem Wasser- oder Marmeladenglas einfangen, da sie nicht besonders reaktionsschnell sind. Bring die Insekten anschließend an einen ähnlich geschützten Platz (Gartenschuppen etc.), damit sie sich dort einnisten und sich so wohlfühlen, dass sie nicht wieder zurückkommen.
  4. Nicht zerquetschen: Fühlen Wanzen sich bedroht oder werden sie sogar zerquetscht, sondern sie ein besonders übelriechendes Sekret ab, dem sie auch ihren Zweitnamen (Stinkwanze) verdanken. Deshalb solltest du die Wanzen auch nicht mit dem Staubsauger einsaugen. Je nach Wanzenart kann das Sekret bei Berührung auch Reizungen und Allergien auslösen.
  5. Stark riechende ätherische Öle können Stinkwanzen fernhalten. So eignen sich Salmiak, Wacholder, Nelkenöl und intensive Zitrusöle. Natürlich musst auch du dann mit diesen Gerüchen leben.
  6. Finger weg von Insektiziden: Insektizide wirken auf das Nervensystem der Wanzen und können auch deine Gesundheit beeinträchtigen. Sie sind also kein probates Mittel zur Vertreibung von Kiefernwanzen und anderen Insekten.

Weitere Insekten und Krabbler, die uns das Leben im und ums Haus schwer machen:

iva.de, berlin.nabu.de, schleswig-holstein.nabu.de
Zählbild