Schmetterlingsflieder gehört neben dem Kirschlorbeer zu den beliebtesten Sträuchern im Garten. Doch Naturschützer wollen die Pflanze verbieten lassen. Lies hier, was Buddleja so gefährlich macht und was du tun kannst, wenn du den Strauch schon im Garten hast.
Ich bin seit zwei Jahren stolze Gartenbesitzerin und mein erstes Projekt war, unseren tristen Hang in ein Blütenmeer zu verwandeln. Auf meiner Pflanzen-Einkaufsliste stand der Schmetterlingsflieder ganz weit oben.
Mit der Pflanze wollte ich Insekten wie Bienen und Schmetterlinge in den Garten locken und mir außerdem Stress ersparen. Schließlich gilt Buddleja als pflegeleichter und schnell wachsender Strauch. Perfekt für mich als Garten-Anfängerin, oder?
Stolz erzählte ich meinem Kollegen Mattias Nemeth von meinen Plänen. Er ist erfahrener Hobby-Gärtner und Experte für insektenfreundliche Gärten.
Seine Reaktion: "Du weißt schon, dass Schmetterlingsflieder eine invasive Art ist?" Inva... was?
Darum steht Schmetterlingsflieder in der Kritik
Kurze Erklärung: Eine invasive Pflanzenart ist eine Art, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt wurde und sich aggressiv ausbreitet.
Und das geschieht leider oft auf Kosten der heimischen Artenvielfalt und Ökosysteme. Invasive Pflanzen vermehren sich meist schnell und verdrängen nicht selten Pflanzen, die hier zuhause sind.
Ein solcher "Eindringling" ist leider auch der beliebte Schmetterlingsstrauch. Er stammt ursprünglich aus dem Hochland des südwestlichen China und Tibet. Allerdings fühlt er sich in unseren Gefilden so wohl, dass er sich rasant und fast unaufhaltsam ausbreitet.
Was Hobby-Gärtner*innen erfreut, ruft Naturschützer*innen auf den Plan. So ist der Schmetterlingsstrauch in der Schweiz sogar auf der Liste der verbotenen Pflanzenarten und darf dort zukünftig nicht mehr verkauft werden.
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Wie schädlich ist Schmetterlingsflieder wirklich?
Schmetterlingsflieder lockt Schmetterlinge, Schwärmer und andere Insekten an. Doch das heißt nicht, dass er auch automatisch insektenfreundlich ist.
Wegen seines Nektars ist er zwar eine ergiebige Futterquelle für die Fluginsekten, doch die Tiere scheuen die Pflanze, wenn es darum geht, ihre Eier darauf abzulegen. Und das ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Insektenfreundlichkeit einer Pflanze geht.
Auf den Blättern des Schmetterlingsflieders finden sich kaum Larven oder Raupen. Da die wiederrum anderen Insekten und Vögeln als Nahrung dienen, ist der Schmetterlingsstrauch, was seine Insekten- und Vogelfreundlichkeit angeht, eher eine Mogelpackung.
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Tipp für alle Buddleja-Besitzer
Trotz seiner negativen Eigenschaften gehört der Schmetterlingsflieder zu den Bestsellern unter den Ziersträuchern und bevölkert zu tausendfach deutsche Gärten. Er ist einfach zu schön!
Wenn auch deinen Garten die lila-, weiß- oder purpurblühenden Büsche zieren, dann hat Gartenexperte Matthias Nemeth zum Schluss noch einen tollen Tipp für dich.
Mattias Tipp für Schmetterlingsflieder:
"Pflanze unter dem Schmetterlingsflieder Brennnessel-Arten, Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke. Hier können Schmetterlinge dann ihre Eier ablegen."
Gibt es bessere Alternativen zum Schmetterlingsflieder?
Wer den Buddleja lieber gänzlich in seinem Garten ersetzen möchte, dem stehen tolle, heimische Alternativen zur Verfügung.
In der Größe fast identisch und ebenfalls mit Blütenrispen bestückt: der Edelflieder, auch Gewöhnlicher oder Gemeiner Flieder genannt. Seine bis zu 20 Zentimeter langen vielblümigen Rispen sind ein Paradies für Insekten und Bienen.
Für den Garten und an Wegen eignet sich auch das Gewöhnliche Leimkraut. Die weißen Blüten mit aufgeblasenen Kelchröhren sind wie gemacht für Schmetterlinge und ein regelrechter Magnet unter den Pflanzen.