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102-Jährige verrät: "Dieses Unkraut im Garten gehört auf den Teller!"

Hände mit essbarem Unkraut, daneben Bild von einer 102-jährigen Frau
Helene Belke (102) weiß, welches Unkraut im Garten essbar ist.
© Getty Images, Ann-Karthrin Schöll
05.05.2026 • 12:45 Uhr
Ann-Kathrin Schöll

Unkraut gehört auf den Teller und nicht in die Tonne! Das weiß meine 102-jährige Uroma Leni. Sie hat mir gezeigt, welches Unkraut im Garten eine echte Delikatesse und sogar richtig gesund ist. Also, her mit dem Grünzeug!

 

Du hast das Unkraut in deinem Garten bisher immer nur gejätet und dann weggeworfen? Ab sofort sollte es auf deinem Teller landen! Denn die „unnötigen Kräuter“ sind in Wahrheit wertvolle, wohlschmeckende Wildkräuter.

Daran hat mich kürzlich meine Uroma Leni (Helene Belke) erinnert, die am 30. April mit uns ihren 102.(!) Geburtstag gefeiert hat.

Früher warf man die Pflanzen nicht achtlos weg, sondern schätzte sie als gesundes Lebensmittel. Man bediente sich an dem, was die Natur kostenlos zur Verfügung stellte und zauberte daraus schmackhafte Gerichte.

Aus Unkraut wird Superfood: Darum solltest du Giersch essen

Die Superfood-Selbstbedienung im Garten

Davon inspiriert ging ich mit meinem 5-jährigen Sohn (für ihn ist Leni sogar seine Ururoma) auf Unkraut-Sammel-Expedition in unserem Garten und wir wurden fündig.

Unsere Ausbeute: jede Menge Löwenzahn, Giersch und Vogelmiere. Drei Wildkräuter, die richtig gesund sind und aus denen man tolle Gerichte zaubern kann. Und dank des Suchabenteuers hat mein Sohn auch alles freiwillig probiert.

Giersch ist eine Vitamin-C-Bombe

Giersch breitet sich in vielen Gärten rasant aus. Ein Glück für alle, die den kräutrigen Geschmack von Petersilie oder Basilikum lieben. Denn Giersch kann prima als mild-würziges Küchenkraut eingesetzt oder wie Spinat zubereitet werden.

Giersch gehört zu den Spitzenreitern, wenn es um Vitamin C geht. Mit bis zu 200 Milligramm pro 100 Gramm übertrifft er sogar Orangen deutlich, die im Vergleich etwa 50 Milligramm liefern.

Dazu kommen wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen. Kein Wunder also, dass Giersch früher als Heilpflanze geschätzt wurde, etwa bei entzündlichen Beschwerden.

Giersch | © Adobe Stock
© Adobe Stock

Rezept-Idee: Giersch-Pesto

Wenn du gerne Pesto isst, solltest du es zukünftig mal mit Giersch statt klassisch mit Basilikum probieren. Das heimische Wildkraut gilt als echtes Superfood. Hier kommt das schnelle und einfache Rezept.

Zutaten:

  • 100 g Giersch
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 50 g geriebener Parmesan
  • 2 Knoblauchzehen
  • Saft einer halben Zitrone
  • 100 ml Olivenöl
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Den Giersch waschen und trocken tupfen. Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl leicht anrösten, bis sie goldbraun sind.

Jetzt den Giersch, die gerösteten Sonnenblumenkerne, den Parmesan, die Knoblauchzehen und den Zitronensaft in einen Mixer geben.

Nach und nach das Olivenöl hinzufügen und zu einer cremigen Konsistenz mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Pesto in ein sauberes Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Gut verschlossen hält sich das selbstgemachte Giersch-Pesto 2 Wochen im Kühlschrank. 

Giersch Pesto auf Holzbrett | © Adobe Stock
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Vogelmiere enthält Eisen und Kalzium

Kaum ein Unkraut breitet sich so explosionsartig aus wie die Vogelmiere, das Kraut mit den kleinen weißen Blüten und den essbaren Blättchen. Das Wildkraut gehört zu den gesündesten heimischen Wildpflanzen. Der Geschmack der Vogelmiere-Blätter ist mild-würzig und erinnert an Mais.

Vogelmiere liefert mehr als 100 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm und damit ein Vielfaches von dem, was etwa in Kopfsalat steckt. Zusätzlich enthält sie Eisen und Kalzium, die wichtig für Blutbildung und Knochen sind. 

Kleine weiße Blüten auf grünem Blätterteppich in Nahaufnahme bei Tageslicht. | © Shutterstock/Orest lyzhechka
© Shutterstock/Orest lyzhechka

Rezept-Idee: Vogelmiere-Salat

Lust auf einen Salat, der frisch, knackig und super gesund ist? Dann solltest du das Unkraut Vogelmiere als Zutat einsetzen. Es wächst unglaublich schnell und ist ein unermüdlicher Quell für Vitamine und Mineralstoffe.

Zutaten:

  • 100g Vogelmiere
  • 1 reife Avocado
  • 1 Handvoll Kirschtomaten
  • 50g Fetakäse
  • 1 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Die Vogelmiere gründlich waschen und trocken schleudern. Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Die Kirschtomaten halbieren. Den Fetakäse in kleine Würfel schneiden.

Alle Zutaten in eine große Schüssel geben. Olivenöl und Zitronensaft hinzufügen und vorsichtig vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Löwenzahn ist gut für die Verdauung

Ein echter Allrounder unter den essbaren Pflanzen im Garten ist der Löwenzahn. Heute bei uns als Unkraut verschmäht, galt er früher als wertvolles Gemüse. In anderen Kulturen ist Löwenzahn noch immer ein beliebtes Lebensmittel.

Löwenzahn punktet nicht nur mit Vitamin C, das etwa auf dem Niveau von Spinat liegt, sondern vor allem mit seinen Bitterstoffen. Diese regen die Verdauung an und unterstützen Leber und Stoffwechsel. Gleichzeitig liefert er wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium – eine Kombination, die ihn zu einem echten Frühlings-Booster macht.

Löwenzahn im Rasen | © Shutterstock/VisualArtStudio
© Shutterstock/VisualArtStudio

Rezept-Idee: Gebratener Löwenzahn

Mit frischem Löwenzahn aus dem Garten lässt sich eine tolle Beilage zaubern. Sie gelingt schnell und einfach, enthält viele gesunde Inhaltsstoffe und ist noch dazu low carb. Perfekt für alle, die ein paar Kilos verlieren möchten.

Zutaten:

  • 300 g Löwenzahnblätter
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Die Löwenzahnblätter waschen und trocken tupfen. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und den Knoblauch darin anbraten, bis er duftet.

Die Löwenzahnblätter hinzufügen und etwa 3-4 Minuten braten, bis sie weich sind. Mit Salz und Pfeffer würzen und heiß servieren.

Rezept-Idee: Frittierte Löwenzahnblüten

Löwenzahnblüten lassen sich ähnlich wie Zucchiniblüten frittieren. Dazu die Blüten waschen, gut abtupfen und anschließend erst in Mehl, dann in einem verquirlten Ei wenden. In einer Pfanne mit sehr heißem Pflanzenöl knusprig-gold ausbacken.

Frittierte Löwenzahnblüten auf einem Teller | © Adobe Stock
© Adobe Stock

Unkraut richtig ernten

Auch, wenn sie aus dem eigenen Garten stammen: Wildkräuter sollten immer gründlich gewaschen werden. Am besten in einer Schüssel mit reichlich Wasser, um Erde, kleine Insekten und mögliche Rückstände zu entfernen.

Auch das Thema Dünger spielt eine Rolle. Wachsen die Pflanzen im eigenen Garten, kommt es darauf an, womit gedüngt wurde. Mineralische Dünger sind in der Regel unproblematisch, bei frischem Mist oder nicht vollständig verrottetem Kompost sollte man jedoch vorsichtig sein, da hier Keime anhaften können.

Mein Tipp:

Wer ganz sicher gehen möchte, dass das Unkraut aus dem Garten auch gesund ist, erntet nur an Stellen, die nicht gedüngt wurden oder greift auf junge, saubere Triebe zurück.

Ich hoffe, das dir die Rezepte helfen werden, die Sicht auf Unkraut in deinem Garten zu verändern.