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Gurken und Tomaten nebeneinander pflanzen? So geht's

Tomaten und Gurken in einem Gewächshaus.
© Annabell Gsödl / stock.adobe.com
24.05.2026 • 18:00 Uhr
Mattias Nemeth

Eigentlich sollte man Tomaten und Gurken nicht nebeneinander pflanzen. Wenn aber ansonsten kein Platz ist, gibt es einen Trick, wie es trotzdem funktioniert. 

Jedes Jahr nehme ich mir vor, die perfekten Beetnachbarn für mein Gemüse auch wirklich nebeneinander zu pflanzen. Meistens gelingt mir das sogar. Doch mindestens ein Beet wird am Ende trotzdem zum Auffangbecken für Pflanzen, die eigentlich nirgends mehr Platz hätten. Da wachsen dann auch weniger ideale Nachbarn nebeneinander. Aber warum sollte es meinem Gemüse besser gehen als mir...?

Mit ein paar Tricks kann das trotzdem funktionieren. Selbst Tomaten und Gurken können unter Umständen in einem gemeinsamen Gewächshaus wachsen.

Warum Gurken und Tomaten keine guten Nachbarn sind

Denn die beiden passen zwar wunderbar zusammen, allerdings vor allem im Salat. Im Gewächshaus haben sie ziemlich unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein angenehmes Klima ist. Tomaten mögen es luftig und eher trocken. Gurken, vor allem Schlangengurken, lieben dagegen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Was für die Gurke gemütlich ist, findet die Tomate schnell zu feucht. Und was die Tomate als gute Durchlüftung schätzt, empfindet die Gurke eher als zugig.

Gerade bei Tomaten ist das ein wichtiger Punkt. Werden ihre Blätter beim Gießen feucht oder steht die Luft zu lange im Gewächshaus, steigt das Risiko für Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule. Gurken reagieren dagegen empfindlicher auf trockene Luft und bekommen dann schneller Probleme mit Mehltau oder der Weißen Fliege. Die beiden Kulturen machen sich also nicht gegenseitig kaputt, sondern sie wollen einfach nur sehr unterschiedliche Wohnbedingungen.

 

So funktionieren Gurken und Tomaten nebeneinander

Ganz hoffnungslos ist diese Gemüse-WG deshalb trotzdem nicht. Wer nur ein Gewächshaus hat oder sich schlicht nicht zwischen Tomaten und Gurken entscheiden möchte, kann mit ein paar Tricks ganz gut einen Kompromiss schaffen.

Am besten funktioniert es, wenn du versuchst, im Gewächshaus zwei kleine Klimazonen anzulegen. Gurken bekommen den geschützteren, etwas feuchteren Bereich, Tomaten die luftigeren Plätze an Türen, Fenstern oder anderen Öffnungen. Hilfreich kann auch eine Trennwand aus festerer Folie sein, die vom Boden bis zum Dach reicht. So trennst du beide Kulturen wenigstens ein Stück weit voneinander.

Gurken und Tomaten als Beetnachbarn

Wenn so eine Trennung nicht möglich ist, hilft eine strategische Platzierung. Tomaten sollten möglichst dort stehen, wo die Luft zirkuliert. Gurken bekommen den ruhigeren Bereich. Auch ein größerer Pflanzabstand zwischen beiden ist sinnvoll. Ganz optimal ist das nicht, aber praktikabel. Und manchmal ist im Gewächshaus ja schon viel gewonnen, wenn sich die Pflanzen wenigstens nicht ständig gegenseitig in die Quere kommen.

Ein anderer Weg ist, das Klima insgesamt eher trockener zu halten und die Gurken gezielter zu versorgen. Dann werden sie einfach etwas häufiger gegossen, bei Bedarf mit lauwarmem Wasser besprüht und insgesamt ein wenig aufmerksamer beobachtet. Die Tomate bekommt damit eher ihr Wunschklima, und die Gurke muss nicht gleich ausziehen.

Die Gemeinsamkeiten von Tomaten und Gurken

Beim Boden sind sich beide immerhin erfreulich einig. Tomaten und Gurken mögen einen humosen, nährstoffreichen Boden und freuen sich über reichlich Kompost vor der Pflanzung. Beide gehören klar zu den Starkzehrern. 
Wird der Gewächshausboden nicht regelmäßig ausgetauscht oder gut aufbereitet, können veredelte Pflanzen sinnvoll sein. Sie sind oft robuster gegenüber Bodenkrankheiten und verzeihen kleine Probleme eher. Gerade wenn man auf engem Raum gärtnert und der Boden schon einiges mitgemacht hat, ist das oft kein schlechter Gedanke.

Die beste Lösung für Gurken und Tomaten

Wenn du sowohl Tomatenpflanzen als auch Gurken anbauen möchtest, ist die beste Lösung meist, nur eine von beiden ins Gewächshaus zu pflanzen. Sowohl bei Gurken als auch bei Tomaten gibt es schließlich gute Freilandsorten. Du musst dich also nicht grundsätzlich zwischen beiden Kulturen entscheiden, sondern nur überlegen, welche von ihnen am meisten vom geschützten Platz profitiert. Beide lassen sich anbauen, allerdings nur mit ein paar Kompromissen.