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Achtung! So wird dein Gewächshaus zur Gefahrenquelle

Gewächshaus im englischen Garten Stil in einer grünen Gartenoase
© reichdernatur / stock.adobe.com
28.04.2026 • 09:00 Uhr
Mattias Nemeth

Mäusespuren im Gartenhaus können zum Gesundheitsrisiko werden. So erkennst du die Gefahr und schützt dich beim Aufräumen richtig.

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da begann ich, von einem Leben als Selbstversorger zu träumen. Je mehr ich frisch aus dem Garten probierte, desto größer wurde mein Ehrgeiz, schließlich schmeckt Selbstangebautes einfach besser. Für meine zwei Gärten setzte ich mir also ein ehrgeiziges Ziel: möglichst kein Obst, Gemüse und keine Kräuter mehr kaufen zu müssen. Doch genau dort, wo ich Saatgut, Werkzeuge und Vorräte lagere, lauert auch eine unsichtbare Gefahr. Das merkte ich letztes Jahr an einem sonnigen Nachmittag.

So wird deine Gartenhütte oder dein Gewächshaus zur Falle

Endlich war es warm genug, um mich mit einem Glas Wein in den Garten zu setzen. Also öffnete ich die Kissentruhe in meiner Gartenhütte und blickte auf zerfetzte Füllung, angefressenes Material und mittendrin ein Wespennest. Ich machte die Truhe sofort wieder zu. Zum Glück. Denn die eigentliche Gefahr hatte ich in diesem Moment komplett übersehen. 
Erst ein paar Minuten später wurde mir klar, dass die Wespen mich vermutlich eher vor etwas bewahrt hatten. In der Gartenhütte lagen angefressene Samentüten, überall waren Fraßspuren, und plötzlich war ziemlich eindeutig, wer hier eingezogen war: Mäuse. Und genau da wurde aus einem lästigen Gartenschaden für mich ein deutlich ernsteres Thema. Denn Mäuse ruinieren nicht nur Saatgut und nisten sich in Kisten, Polstern und Vorräten ein. Das Problem sind dabei nicht nur die Nagespuren, sondern vor allem Kot, Urin und verunreinigter Staub.

Hanta- und Bornavirus aus der Gartenhütte

Gerade das machte mir im Nachhinein am meisten zu schaffen. Denn mit Mäusen kommen nicht nur kaputte Samentüten und zerfetzte Kissen ins Spiel, sondern im schlimmsten Fall auch Krankheitserreger. Bei Hantaviren wird es vor allem dann heikel, wenn beim Fegen, Umräumen oder Reinigen belasteter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird. Und gerade in Bayern kommt noch ein zweites Thema dazu: das Borna Disease Virus 1. Das bekannte Reservoir ist die Feldspitzmaus. Wichtig ist dabei die saubere Einordnung: Der genaue Übertragungsweg auf den Menschen ist bislang nicht abschließend geklärt. Bekannt ist aber, dass humane BoDV-1-Erkrankungen sehr selten sind, beim Menschen jedoch eine schwere, meist tödlich verlaufende Gehirnentzündung verursachen können. 

Spätestens an diesem Punkt war mir klar, dass ich mein Gartenhaus nicht einfach mit einem schnellen Besenstrich abhaken sollte. Seitdem sehe ich Gartenhütte, Gewächshaus und Saatgutlager etwas anders. Nicht panisch, aber eben auch nicht mehr mit dieser typischen „Ich fege da schnell mal durch“-Haltung.

Gartenhütte sicher aufräumen

Als ich den Befall bemerkt hatte, habe ich deshalb nicht einfach losgelegt. Erst habe ich darauf geachtet, dass ich keine offenen Wunden an den Händen habe. Dann rüstete ich mich mit Handschuhen und Maske aus. Alles, was staubig war oder nach Mäusespuren aussah, habe ich zunächst angefeuchtet, damit ich möglichst wenig aufwirble. Erst danach wurde gründlich geputzt und desinfiziert. Auch die noch unbeschädigten Kissen wollte ich danach ehrlich gesagt nicht mehr auf meiner Gartenbank sehen und habe sie entsorgt. Genau dieses vorsichtige Vorgehen passt auch zu den Empfehlungen: belastete Bereiche erst lüften, nicht trocken kehren oder saugen, sondern feucht reinigen und Schutzmaßnahmen tragen. 

Meine Kleidung wanderte anschließend direkt mit Waschmittel in die Waschmaschine, und ich selbst erst einmal unter die Dusche. Das war vielleicht nicht gerade der idyllischste Selbstversorger-Moment des Jahres, aber definitiv einer mit Lerneffekt.

So wird dein Garten mäusesicher

Die Maus hatte ich beim Ausräumen aus dem Haus gejagt, die Schlupflöcher wurden sofort verschlossen. Aber ich habe genug Tom und Jerry gesehen, um zu wissen: Das allein wird sie kaum nachhaltig beeindrucken.

Also habe ich versucht, es ihr so ungemütlich wie möglich zu machen. Auf den Wegen und rund ums Gartenhaus verteilte ich Pfefferminzöl. Davor stellte ich Töpfe mit Lavendel, Rosmarin und Thymian auf. Dass sie nicht einfach ins Gewächshaus umzieht, war nicht sehr wahrscheinlich, dort wachsen Knoblauch, Zwiebeln und Minze, also alles, was ziemlich intensiv riecht.

Am Ende saß ich an diesem Abend dann doch noch mit meinem Wein auf der Bank. Ganz ohne Kissen war das zwar nicht mehr besonders gemütlich, aber immerhin deutlich beruhigender. Und seitdem weiß ich: Zur Selbstversorgung gehören eben nicht nur Tomaten, Kräuter und Vorratsgläser, sondern manchmal auch Handschuhe, Maske und die Einsicht, dass eine gute Gartenhütte im besten Fall nicht nur trocken, sondern auch maussicher sein sollte.