Die Eisheiligen stehen vor der Tür und können im Mai nochmal Frost bringen. Wer jetzt weiß, welche Pflanzen empfindlich sind, spart sich später braune Blätter und Frust im Beet.
Die Sonne meint es gut, die Erde ist warm, und es kribbelt in den Fingern: Endlich wieder pflanzen! Auf Balkonen sprießen die ersten Blüten, im Beet stehen vielleicht schon Tomaten, und der Garten fühlt sich fast nach Sommer an. Fast. Denn mitten in diese Aufbruchsstimmung platzen sie jedes Jahr ziemlich zuverlässig hinein: die Eisheiligen. Und die haben die unangenehme Angewohnheit, dem Frühling noch einmal einen eisigen Dämpfer zu verpassen.
Gemeint ist die Zeit zwischen dem 11. und 15. Mai. Klingt harmlos, ist es aber nicht unbedingt. Denn auch wenn die Tage mild sind, können die Nächte überraschend kalt werden. Manchmal sogar mit Bodenfrost. Die "kalte Sophie" am 15. Mai markiert dabei so etwas wie die Ziellinie: Wer sie abgewartet hat, ist in der Regel auf der sicheren Seite. Davor gilt im Garten eher: Vorsicht statt Vorfreude.
Hier erfährst du, ob die Eisheiligen ein echtes Wetterphänomen- oder nur ein Mythos sind:
Eisheilige im Mai: Diese Pflanzen solltest du jetzt unbedingt schützen
Empfindlich sind vor allem die Pflanzen, die man sofort mit Sommer verbindet. Alles, was üppig blüht oder schnell wächst, hat mit Kälte meist wenig Geduld. Geranien, Fuchsien, Begonien oder Zinnien zum Beispiel reagieren schnell beleidigt, wenn es nachts zu kalt wird.
Im Gemüsebeet sieht es ähnlich aus: Gurken, Zucchini, Kürbisse oder Bohnen brauchen Wärme, genauso wie Tomaten, Paprika oder Basilikum. Sobald die Temperaturen nachts deutlich unter zehn Grad fallen, wird es für sie kritisch.
Wer diese Pflanzen schon draußen hat, sollte sie im Blick behalten. Ein paar kalte Nächte reichen aus, um das Wachstum auszubremsen oder Schäden zu verursachen.
Auch spannend: Daniel Jung beantwortet BILD der FRAU meterologische Fragen rund um die Eisheiligen.
Eisheilige im Mai: Diese Pflanzen bleiben entspannt draußen
Es gibt aber auch noch andere Pflanzen, die sich vom wechselhaften Maiwetter nicht beeindrucken lassen. Klassische Frühjahrsblumen wie Primeln oder Stiefmütterchen sind an kühle Temperaturen gewöhnt. Sie blühen oft gerade dann besonders schön, wenn es nochmal frisch wird.
Auch viele Sträucher und Stauden sind robuster, als man denkt. Forsythien, Buchs oder andere winterharte Pflanzen kommen mit den Temperaturschwankungen gut zurecht. Wer also nicht warten will, kann mit diesen Kandidaten schon jetzt für Farbe im Garten sorgen.
Eisheilige im Mai: So schützt du empfindliche Pflanzen richtig
Wenn empfindliche Pflanzen bereits draußen sind, hilft vor allem eins: schnell reagieren. Gartenvlies ist dabei die einfachste Lösung, weil es die Wärme hält, ohne die Pflanzen "einzusperren". Aber auch eine Decke, ein Tuch oder im Zweifel ein Karton können kurzfristig schützen.
Für einzelne Pflanzen reichen oft ganz einfache Tricks: ein umgedrehter Topf, ein Eimer oder eine abgeschnittene Plastikflasche wirken wie kleine Schutzhauben. Wichtig ist nur, dass alles nicht direkt auf den Blättern aufliegt und tagsüber wieder entfernt wird.
Kübelpflanzen lassen sich unkompliziert in Sicherheit bringen. Ein Platz an der Hauswand hilft oft schon, weil sich dort Wärme staut. Wenn es richtig kalt wird, ist ein kurzer Umzug nach drinnen die sicherste Lösung.
Eisheilige im Mai: Gewächshaus und Boden nicht unterschätzen
Auch im Gewächshaus kann es nachts überraschend kühl werden. Ohne Heizung fällt die Temperatur schnell ab. Hier lohnt sich ein Blick aufs Thermometer. Im Zweifel hilft es, alles zusätzlich etwas abzudecken.
Und auch der Zustand des Bodens spielt eine Rolle: Leicht feuchte Erde speichert Wärme besser, eine Mulchschicht schützt zusätzlich vor dem Auskühlen. Das klingt unspektakulär, macht aber oft den entscheidenden Unterschied in kalten Nächten.
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