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Hitzewelle in Deutschland: Warum du Rollläden im Sommer nicht komplett schließen solltest

Ein Rollo ist halb heruntergelassen, eine Balkontür ist geöffnet und gibt den Blick auf eine Terrasse mit einem Tisch und einem Stuhl aus Holz mit weißem Bezug frei.
Entscheidend ist im Sommer nicht nur, die Sonne zu blockieren, sondern vor allem extreme Temperaturunterschiede auf der Glasscheibe zu vermeiden.
© gettyimages/ Kinga Krzeminska
Eine blonde Frau im Vordergrund, die in die Kamera lächelt. Carolin John ist Redakteurin bei BILD der FRAU. Alles rund um Menschen, Reisen und hilfreiche Tipps. | © privat
23.06.2026 • 18:52 Uhr
Carolin John

Die Hitzewelle in Deutschland sorgt gerade dafür, dass sich viele Wohnungen schnell auf über 30 Grad aufheizen. Besonders betroffen sind Räume mit großen Fensterflächen. Mein erster Impuls ist dann: Rollläden komplett runter, alles abdunkeln, Hitze draußen halten. Doch dieses Verhalten kann zum Risiko werden.

Alle Fenster abdunkeln, Rolläden komplett verschließen und die heißen Temperaturen aussperren! Im ersten Moment klingt das ganz logisch und hilft dir grundsätzlich auch gegen die Sommerhitze. Doch diese Strategie kann auch genau das Gegenteil bewirken: Die Wärme staut sich direkt vor deinem Fenster und wärmt die Innenräume auf. Was das im schlimmsten Fall für das Glas bedeuten kann, ahnen die wenigsten.

Wohnung kühlen ohne Klimaanlage

Rollläden im Sommer richtig nutzen: Nie komplett zu bei Hitze!

Rollläden sind ein effektiver Sonnenschutz, weil sie direkte Sonnenstrahlen abhalten. Das ist natürlich super und ich möchte sie nicht missen! Problematisch wird es jedoch, wenn sie komplett geschlossen werden und die Sonne weiterhin gnadenlos darauf scheint.

Dann entsteht nämlich zwischen den Rollläden und den Fensterscheiben ein abgeschlossener Luftraum. Diese Luft wird durch die intensive Sonneneinstrahlung stark aufgeheizt, hat aber keine Möglichkeit, zu entweichen. Die Folge ist ein Wärmestau direkt vor deinem Fenster. Die Hitze wirkt wie ein zusätzlicher Wärmeschirm auf die Scheibe und kann sich sogar in den Innenraum deiner Wohnung übertragen. Statt erhoffter Abkühlung gerätst du so nur noch mehr ins Schwitzen!

Den schlimmsten Fehler, den du also bei der anhaltenden Hitzewelle machen kannst: Das "dichte" Verschließen der Rollläden über viele Stunden hinweg. Fachhändler*innen weisen entsprechend darauf hin, dass genau dieser Zustand zu einem unerwünschten Hitzestau führen kann, der auch Folgen für die Rolläden oder das Fensterglas haben kann.

Wird der Rollladen vollständig geschlossen, entsteht ein nahezu isolierter Zwischenraum ohne Luftaustausch. Die eingeschlossene Luft erhitzt sich stark und kann die Wärme wie eine Art Heizkörper an das Fenster und den dahinter liegenden Raum abgeben. Sollten deine Rollläden aus Kunststoff sein, könnte sich das Material bei anhaltender Hitze sogar dauerhaft verformen.

Hitzestau am Fenster: So entstehen extreme Temperaturen unter Rolläden

Rollläden sind natürlich ein sehr guter Sonnenschutz, weil sie direkte Einstrahlung in unser Wohzimmer oder Schlafzimmer reduzieren. Doch sobald wir diese komplett geschlossen halten, entsteht der abgeschlossener Luftraum zwischen dem Glas und dem Rollladen.

Dieser wird durch die Sonne erhitzt und eine starke Wärme kann entstehen. Da dort kaum Luft zirkulieren kann, steigt die Temperatur deutlich stärker an als im Außenbereich. Genau dieser Hitzestau wirkt direkt auf die Fensterscheibe zurück und kann das gesamte Fenstersystem zusätzlich belasten. Gerade bei großen Fensterflächen in südlicher oder westlicher Ausrichtung kann dieser Effekt dazu führen, dass sich Räume trotz geschlossener Rollläden nicht wirklich angenehm abkühlen. Denn der aufgeheizte Luftraum gibt die Wärme auch Richtung Innenraum ab.

Thermoschock bei Fenstern: Was zu Glasbruch führen kann

Fensterglas wirkt zwar stabil, aber es gibt während der jetzigen Hitzewelle in Deutschland einiges zu beachten. Ein Thermoschock bei Fensterglas kann nämlich entstehen, wenn sich innerhalb einer Scheibe plötzlich große Temperaturunterschiede aufbauen. Diese liegen meist im Bereich von etwa 30 bis 40 Grad oder sogar mehr. Das Material gerät an seine physikalischen Grenzen, weil Glas Wärme nur sehr schlecht weiterleitet.

Stark aufgeheizte Bereiche dehnen sich in der Sonne aus. Doch kühlere Zonen, wie etwa am Rand im Fensterrahmen oder im Schatten eines Rollladens, bleiben deutlich stabiler. Diese unterschiedliche Ausdehnung sorgt dafür, dass sich im Glas enorme innere Spannungen aufbauen können. Während ein Teil die Ausdehnung anstrebt, hält der andere dagegen. Fensterglas reagiert auf genau diese Temperaturunterschiede innerhalb der Scheibe empfindlich. Diese unsichtbare Spannung reicht aus, um das Glas plötzlich reißen zu lassen oder im Extremfall einen spontanen Bruch auszulösen.

 

Warum moderne Isolierverglasungen besonders betroffen sein können

Gerade moderne Wärmeschutz- und Isoliergläser sind hoch effizient. Sie sind so aufgebaut, dass sie Energie sehr gut dämmen. Das ist im Winter ein großer Vorteil, im Sommer kann es jedoch dazu führen, dass sich Wärme langsamer verteilt oder abgebaut wird.

Zusätzlich besitzen viele Scheiben spezielle Beschichtungen, die Sonnenenergie reflektieren oder teilweise absorbieren. Dadurch entstehen bei starker Sonneneinstrahlung schneller Temperaturunterschiede innerhalb einer einzigen Scheibe. In diesem Bereich steigt die mechanische Belastung deutlich an, weil die Spannungen im Glas nicht mehr gleichmäßig ausgeglichen werden können.

Rollläden und Hitze: So wird Teilbeschattung gefährlich für deine Fensterscheiben

Besonders kritisch wird es, wenn Rollläden nur teilweise geschlossen sind. Dann entsteht eine Mischung aus direkter Sonneneinstrahlung und Schattenzonen auf derselben Scheibe und sorgt für starke Temperaturunterschiede innerhalb der Glasfläche. So werden thermische Spannungen begünstigt.

Doch auch vollständig geschlossene Rollläden können eben problematisch sein, weil kein Luftaustausch möglich ist. Die heiße Luft bleibt dann im Zwischenraum stehen und erhöht die Temperatur an der Außenscheibe zusätzlich.

Fenster im Sommer schützen: So vermeidest du Hitzestau und Spannungen im Glas

Entscheidend ist im Sommer also nicht nur die Sonne zu blockieren, sondern vor allem die extremen Temperaturunterschiede auf dem Glas zu vermeiden. Wenn du also Rollläden gegen die Sonne einsetzt, dann bitte so, dass eine gewisse Luftzirkulation möglich bleibt und keine starke Teilbeschattung entsteht.

Kleine Öffnungen lassen, oder die bereits integrierten Lüftungsschlitze, helfen dabei, dass sich keine Hitze direkt vor dem Fenster staut. Ebenso wichtig ist es, zusätzliche Wärmequellen in Fensternähe im Innenraum zu vermeiden. Schwere Möbel oder dicke Vorhänge, die die Luftzirkulation behindern und Wärme lokal speichern, sollten ein wenig Abstand haben.

Entscheidend ist die Hitze-Verteilung

Hohe Sommertemperaturen sind für moderne Fenster in der Regel kein Problem! Kritisch wird es eben erst dann, wenn sich innerhalb einer Scheibe starke Temperaturunterschiede bilden können. Genau das kann durch geschlossene oder ungünstig eingestellte Rollläden verstärkt werden – besonders bei fehlender Luftzirkulation und der aktuell ingtensiven Sonneneinstrahlung.

Wer Rollläden bewusst nutzt und für etwas Luftbewegung sorgt, schützt nicht nur das Raumklima, sondern reduziert auch das Risiko von Spannungen im Glas durch Thermoschock deutlich.

Mit der richtigen Verwendung deiner Rolläden wirst du sicher ohne Schäden durch die aktuelle Hitzewelle in Deutschland kommen!