Großartig, wie aus einem einfachen Tetra Pak ein dekorativer Pflanzen-Übertopf wird – veredelt mit einer gehäkelten Kante. Ein individuelles Geschenk zum Muttertag oder als DIY-Serie für die Fensterbank: so einfach, so genial!
Upcycling-Projekte haben einen besonderen Charme: Aus etwas Alltäglichem entsteht ein individuelles Stück mit Charakter. Ein Tetra Pak ist dafür perfekt geeignet – stabil, formbar und überraschend dekorativ. Mit einem gehäkelten Rand wird daraus ein liebevoller Übertopf für kleine Pflanzen oder Kräuter. Perfekt auch als süße, kleine Überraschung zum Muttertag!
Was den Tetra Pak zusätzlich so tauglich als Übertopf macht: Er ist nicht nur stabil, sondern vor allem auch dicht. Durch seine Innenbeschichtung lässt er keine Feuchtigkeit durch – immerhin war er in seinem ersten Leben ja auch ein Flüssigkeitsbehälter.
Und schließlich kommen Fans des Shabby Chic voll auf ihre Kosten, denn der Tetra Pak wird von seiner äußeren Schicht befreit. Dadurch erhält er einen etwas "angekratzten" Charakter, zusätzliche Knitterfalten machen den Look perfekt. Du wirst sehen, das sieht richtig toll aus!
Tetra Pak als Pflanzen-Übertopf mit gehäkeltem Rand
Das brauchst du:
- Tetra Pak
- Schere
- Prickelnadel, dicke Nadel oder kleiner Nagel, um Löcher zu stechen
- Wolle (dick, dünn, flauschig oder sogar geflochten – je nach gewünschtem Effekt)
- Häkelnadel passend zur Garnstärke
- optional: Stift und Lineal zum Vorzeichnen der Lochlinie und Holzbrett oder feste Unterlage zum leichteren Einstechen der Löcher
Und so geht's:
Tetra Pak vorbereiten: Schneide den oberen Teil des Tetra Paks ab in der Höhe, wie du deinen Übertopf haben willst.
Säubere den Tetra Pak gründlich von innen und lass ihn gut trocknen.
Entferne dann die oberste Schicht vom Tetra Pak, sodass der braune Karton übrig bleibt. Das kann etwas Geduld erfordern. Leichtes Kneten hilft oft, der entstehende Knitter-Look macht das Ergebnis noch interessanter. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Löcher anbringen: Jetzt markierst du eine Linie etwa 0,5 bis 1 cm unter der oberen Kante und stichst gleichmäßige Löcher in den Rand. Der Abstand sollte etwa 0,5 bis 0,8 cm betragen. Beide Angaben sind Vorschäge, du kannst die Löcher auch deutlich weiter unten anbringen, so dass von den durchgezogenen Wollfäden mehr zu sehen ist. Du kannst sie auch in unterschiedlichen Höhen anbringen, auch das kann einen tollen Look erzeugen. Probiere einfach aus, was dir gefällt.
Falls du aber auf eine klare Reihe mit sauberen Abständen setzt, empfiehlt es sich, mit Lineal und Bleistift zu arbeiten und die Punkte für die Löcher exakt aufzuzeichnen.
Bohre dann die Löcher, am besten auf einer festen Unterlage, um Unfälle und auch ungewollte Löcher in Tischplatten etc. zu vermeiden. Sie sollten so groß sein, dass du mit deiner Häkelnadel gut hindurchkommst.
Rand häkeln: Beginne mit einer Anfangsschlinge. Häkle eine Luftmasche, führe dann die Häkelnadel durch ein erstes Loch und ziehe die Wolle von hinten durch das Loch nach vorne. Lass die so gewonnene Schlaufe auf deiner Häkelnadel und ziehe sie so lang, dass sie bis an den oberen Rand deines Tetra Paks reicht. Häkle jetzt diese lange Schlaufe ab, mach einen Umschlag und ziehe die Wolle dann durch beide Schlaufen.
Wiederhole das rundherum: Wollfaden mit der Häkelnadel durch das Loch holen, Schlaufe lang ziehen, dann erst die eine Schlaufe und anschließend beide Schlaufen abhäkeln. Vom Prinzip her ähnelt die Vorgehensweise der, wie du mit CDs häkelst.
Wenn du einmal rundherum durch alle Löcher gehäkelt hast, kannst du im Prinzip schon aufhören: Je nach Dicke deiner Wolle ist so schon ein schöner Rand entstanden. Du kannst aber auch noch eine oder zwei Reihen draufsetzen. Mehr sollte es nicht sein, sonst wir der Rand instabil.
Für einen geraden, sauberen Abschluss sorgt eine Runde Kettmaschen. Etwas höher wird die Kante, wenn du halbe Stäbchen häkelst. Für einen geschwungenen Rand kannst du kleine Luftmaschen-Bögen (eine feste Masche, zwei Luftmaschen, zwei Maschen auslassen, wieder eine feste Masche usw.) häkeln. Auch hier kannst du kreativ werden und den Rand deiner Wahl häkeln. Eine der vielen Möglichkeiten: feste Maschen einfach in die andere Richtung häkeln.
Je nach Wollwahl verändert sich der gesamte Charakter des Übertopfs: Dünne Baumwolle wirkt fein und sauber, dickes Garn eher rustikal und deutlich sichtbar. Flauschige Wolle ergibt einen weichen, verspielten Eindruck, und wenn du mehrere Wollfäden vorher zu einer Kordel flichst und diese verhäkelst, erzeugt das nochmal einen ganz eigenen Stil – hier solltest du allerdings nur die erste Reihe häkeln, der Rand wird sonst zu wulstig.
Auch die Fadenenden können bewusst sichtbar bleiben, zum Beispiel als kleine Schleife gebunden oder als dekoratives Detail hängen gelassen. Du kannst sie natürlich auch unsichtbar machen, indem du sie im Inneren des Topfes verschwinden lässt.
Schön sieht es auch aus, wenn du mehrere dieser Übertöpfe miteinander gruppierst. Einheitlich gestaltet entsteht ein ruhiger, moderner Eindruck. Mit unterschiedlichen Farben und Randarten wird es lebendig und individuell. In Kombination mit Kräutern, Sukkulenten oder kleinen Blühpflanzen entsteht schnell eine dekorative Fensterbank- oder Balkongestaltung.
Übrigens: Die Tetra Pak-Töpfchen lassen sich natürlich auch anderweitig nutzen. Sie eignen sich als Stiftehalter auf dem Schreibtisch, für Bastelmaterial wie Scheren, Pinsel oder Garn, als Aufbewahrung im Badezimmer für Make-up oder kleine Utensilien, als Sammelbehälter für Schlüssel oder Kleinkram oder als dekorative Hülle für kleine Geschenksets wie Süßigkeiten oder Gutscheine.
Verwandle also ruhig ein paar mehr Tetra Paks, auch auf Vorrat. Das ist nicht nur eine prima Art des Upcyclings, sondern so hast du auch immer eine Geschenk-Kleinigkeit in petto. Tolle Idee, oder?
Du kannst noch so viel mehr häkeln. Hier ein paar Ideen:
- Amigurumi-Anleitung: Häkle dir deinen süßen Mini-Wal
- Amigurumi so easy: Dieses Mini-Küken ist superfix gehäkelt
- Rose häkeln: Die Blüte ist ein Kreis, den du nur falten musst
- Gekauft? Nö, gehäkelt: Diese Tulpen bringen den Frühling ins Haus