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"Lego-Oma" auf Mission: Rita Ebel baut Rollstuhlrampen aus bunten Bausteinen

Rita Ebel benutzt eine Lego-Rampe
© BILD der FRAU / Torsten Zimmermann

Weil die Hanauerin oft selbst an kleinen Stufen scheitert, schafft sie aus Legosteinen Rampen für Rollstuhlfahrer. Als „Lego-Oma“ macht sie Städte bunter – und das Leben vieler Menschen leichter.

Seit einem Verkehrsunfall vor 31 Jahren sitzt Rita Ebel im Rollstuhl. Aufgegeben hat sie nie. „Ich bin ein durch und durch positiver Mensch“, sagt die 68-Jährige und lacht. Trotz ihrer Einschränkung wird sie Europameisterin im Trick-Wasserski, fährt mit dem Rollstuhl SUP oder Kajak. „Ich wollte alles ausprobieren, mich nicht ausbremsen lassen.“ Doch im Alltag scheitert sie immer wieder an kleinen Stufen vor Geschäften oder Cafés. „Es hat mich geärgert, wenn Betreiber mir dann sofort Hilfe anbieten wollten“, erzählt Rita. „Man vertraut sich im Rollstuhl nicht einfach jeder Person an.“ Also sucht sie nach einer Lösung. Und weil professionelle Rampen teuer sind, greift Rita 2019 die Idee einer Rollstuhlfahrerin auf, die bereits Rollstuhlrampen aus Lego gebaut hatte. „Ich bekam die Bauanleitungund mein Mann Wolfgang und ich legten in unserer Küche direkt los.“ Am Anfang interessiert sich kaum jemand für die bunten Rampen. Dann machen zwei Geschäfte in Hanau mit, bald drei – und ihre Idee spricht sich rum! Heute ist Rita Ebel als „Lego-Oma“ bundesweit bekannt.

Mit ihrem Mann Wolfgang (69), ihrer Tochter Melanie (48) und vielen Helfern hat sie inzwischen schon 156 Auffahrhilfen gebaut. Aus mehr als drei Tonnen Legosteinen! Viele sind kleine Kunstwerke: fröhlich und ein echter Hingucker. Die Bauanleitung wurde schon in neun Sprachen übersetzt und weltweit über 1000-mal verschickt. Seit 2021 ist die AWO in Hanau Trägerin des Projekts. Inzwischen hat Rita sogar eine Werkstatt im Zentrum von Hanau, in der sie tüftelt. In hohen Regalen lagern die Legosteine, fein sortiert nach Größen und Farben, in durchsichtigen Behältern. „Für eine Rampe brauchen wir zehn bis 30 Kilo Legosteine, Industriekleber und bis zu 50 Stunden Zeit“, erzählt sie. 

Doch Rita baut nicht nur Rampen. Mit ihrem Projekt „Perspektivwechsel“ lädt sie Interessierte ein, selbst im Rollstuhl durch die Stadt zu fahren. Busfahren, einkaufen, Bordsteine überwinden – plötzlich wird spürbar, wie viele Hindernisse Menschen mit Einschränkungen jeden Tag meistern müssen. „Ich möchte auch Hemmschwellen in den Köpfen senken“, sagt Rita. „Menschen mit und ohne Einschränkungen näher zusammenbringen.“ Kleine Stufen können große Hindernisse sein. Rita 
Ebel baut sie einfach weg. Stein für Stein.

Infos

www.awo-hanau.de/projekte/lego-oma
INSTAGRAM: @die_lego_oma

SPENDEN: DE87 5065 0023 0000 1120 78 
Projekt: Legorampen

Rita in ihrer Lego-Werkstatt. Für eine Rampe braucht sie 5200 Steine | © BILD der FRAU / Torsten Zimmermann
© BILD der FRAU / Torsten Zimmermann