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Preisträgerin Charlotte Arnold lässt junge Mütter mit Krebs nicht allein

Charlotte mit ihrem Wundermädchen Sophia (8), das trotz Chemo gesund geboren wurde
Charlotte mit ihrem Wundermädchen Sophia (8), das trotz Chemo gesund geboren wurde
© BILD der FRAU / Ulrike Schacht

Mit 31 wird Charlotte Arnold schwanger – kurz darauf erhält sie die Diagnose Brustkrebs. Bald merkt sie: Hilfe für kranke Schwangere und Mütter fehlt. Also gründet die Frankfurterin „Pro Mater Sano e.V.“

Wenn sich die Arme ihrer Tochter um Charlottes Hals legen, spürt sie vor allem eines: Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass es dieses kleine Mädchen gibt. Neun Jahre ist es her, dass Charlotte erfährt: „Sie sind schwanger.“ Sie kann’s kaum glauben: „Die Ärzte hatten immer gesagt, ich könne keine Kinder kriegen.“ Doch die unbeschwerte Freude hält nur fünf Tage. Dann tastet Charlotte einen Knoten. In der zehnten Schwangerschaftswoche die Diagnose: Brustkrebs. Die Frauenärztin rät zur Abtreibung. „Aber das kam für mich nie infrage“, sagt Charlotte. „Dieses Kind hatte mich gesucht. Ich wollte seine Mama werden.“ Über die Berliner Charité findet sie eine Chemotherapie, die das ungeborene Baby nicht schädigt. Charlotte streicht sich über die Arme – noch heute bekommt sie Gänsehaut, wenn sie davon erzählt. Die Chemo dauert bis zur Geburt. Danach folgen Bestrahlungen. Charlotte lässt Fotos machen: mit Kugelbauch und Glatze. Und sie schafft es. Ihre Tochter Sophia kommt gesund zur Welt. 

Charlotte weiß, wie es ist, wenn Anträge auf Haushaltshilfe abgelehnt werden, die Kraft für Widersprüche fehlt oder man keine Reha mit Baby findet. „Unser System hat viele Lücken“, sagt sie. Wer sie damals auffängt, als zusätzlich ihre Partnerschaft zerbricht? „Meine Familie und Freundinnen.“ Diese Unterstützung will Charlotte weitergeben. Als es ihr besser geht, gründet sie 2019 bei ihrem Dankes-Gartenfest „Pro Mater Sano e.V.“ Ihr Verein begleitet heute Schwangere und Mütter mit Krebs und Kindern bis sieben Jahre. Zwei Sozialarbeiterinnen erklären, welche Hilfen ihnen zustehen, unterstützen bei Anträgen und Widersprüchen gegen Kassen und Behörden. Es gibt psychosoziale Beratung und Hilfspakete. Und wenn durch die Krankheit plötzlich Geld fehlt, springt der spendenfinanzierte Verein ein – mit individuellen Nothilfen.

Das half auch Kim (35), die im Mai 2025 erkrankte. „Ich war wochenlang ein Pflegefall“, erzählt sie. „Dank Charlotte bekam ich wieder Mut, dass es weitergeht.“ 62 Frauen hat der Verein 2025 unterstützt. Charlotte, die als Fachanwältin für Arbeitsrecht eine eigene Kanzlei führt, arbeitet ehrenamtlich mit drei Angestellten, ihren Vorständen 
Ina und Carina sowie einem Team aus engagierten ehrenamtlichen Frauen. Was sie antreibt? „Wenn ich sehe, welche Last krebskranke Mütter tragen müssen, weil 
Unterstützung fehlt. Wir möchten die helfende Hand sein.“ Damit junge Mütter ihre Kraft fürs Gesundwerden behalten. Und für die Kinderarme, die sich um sie schlingen.

Infos

www.pro-mater-sano.de
INSTAGRAM: @promatersano

SPENDEN: DE17 5236 0059 0005 6089 10

Charlotte Arnold mit Kim (35), die 2025 erkrankte und zwei Kinder (6 und 8) erzieht | © BILD der FRAU / Ulrike Schacht
© BILD der FRAU / Ulrike Schacht