20.04.2018

Plötzliche Schmerzen im Bein Wadenkrämpfe – warum sie nachts quälen & was Sie tun können

Wadenkrämpfe treten vor allem nachts auf.

Foto: iStock/demaerre

Wadenkrämpfe treten vor allem nachts auf.

Nächtliche Wadenkrämpfe schmerzen massiv und stören den Schlaf. Was dann sofort hilft und wie Sie erneuten Wadenkrämpfe vorbeugen.

Fast jeder hat diese Situation schon einmal erlebt: Gerade noch entspannt geschlafen, schrecken Sie aus dem Schlaf hoch, weil plötzlich Schmerz in die Wade schießt und die Muskeln am Unterschenkel steinhart sind. Ein schmerzhafter nächtlicher Wadenkrampf hat Ihren Schlaf beendet.

Deshalb schlägt der Wadenkrampf nachts zu

Zwar kann fast jeder Muskel im Körper mal einen Krampf haben. Aber warum trifft es so häufig den Wadenmuskel und dann vor allem nachts, beim Schlafen? Warum die Waden besonders häufig betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Sicher ist jedoch, dass Wadenkrämpfe oft bei Menschen auftreten, deren Beingefäße nicht mehr optimal funktionieren. Wer also Krampfadern hat, trägt ein höheres Risiko für nächtliche Wadenkrämpfe.

Eine Erklärung, warum Wadenkrämpfe überwiegend nachts und seltener tagsüber auftreten, gibt es jedoch. Während des Tages gehen und stehen wir meistens. Schon beim ersten Muskelzucken in der Wade würden wir den Muskel reflexartig dehnen und damit verhindern, dass die gesamte Wade steinhart wird. Nachts beim Schlafen bemerken wir erst dann den Wadenkrampf, wenn er bereits voll ausgeprägt ist und der gesamte Muskel massiv schmerzt.

Mit die wichtigste Ursache von Wadenkrämpfen ist übrigens Magnesiummangel. Dieser Mineralstoff ist wichtig für die Muskelentspannung. Fehlt Magnesium, kommt es deshalb nachweislich besonders häufig zu nächtlichen Wadenkrämpfen.

Wadenkrampf nachts – was tun?

Meistens tun wir bei einem Wadenkrampf instinktiv gleich das, was hilft: Den Muskel dehnen und damit den Krampf lösen. Dabei strecken Sie das betroffene Bein aus und drücken die Zehen mit der Hand sanft in Richtung Schienbein. Am besten massieren Sie dabei mit der anderen Hand die verkrampfte Wade. Oft verschwindet der Wadenkrampf durch diese Behandlung bereits nach wenigen Sekunden.

Wadenkrämpfe behandeln - Magnesium und Chininsulfat

Sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung hilft vor allem Magnesium. Bei einem Wadenkrampf sollten sie Magnesium hoch dosiert, also mindestens 360 Milligramm, einnehmen. Wird diese Dosis regelmäßig verabreicht, hilft das dabei, Wadenkrämpfe erst gar nicht mehr auftreten zu lassen. Zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen sollten Sie mindestens eine Woche lang täglich Magnesium einnehmen. Eine Überdosierung müssen Sie dabei kaum befürchten. Denn alles, was der Körper nicht an Magnesium braucht, wird mit Urin und Schweiß wieder ausgeschwemmt.

Bei besonders schweren und häufigen Wadenkrämpfen kann der Arzt auch Chininsulfat verschreiben. Das fiebersenkende Mittel löst Krämpfe sofort. Allerdings kann es auch Nebenwirkungen verursachen, wie Schwindel, manchmal auch Blutbildveränderungen.

Wadenkrämpfen mit der richtigen Ernährung vorbeugen

Wenn Sie zu Wadenkrämpfen neigen, sollten Sie Ihre Ernährung um Lebensmittel ergänzen, die besonders reich an Magnesium sind. Dazu gehören vor allem Nüsse, Haferflocken und Kartoffeln. Daneben gibt es jedoch auch "Magnesiumräuber", die Sie beachten sollten. Das sind Lebensmittel, die Phosphat enthalten. Vor allem Fertiggerichten und Fast Food ist viel Phosphat zugesetzt, um sie lange haltbar zu machen. Phosphat hat die E-Nummern E339, E340, E341, E450, E451 und E452. Verzichten Sie deshalb am besten auf diese Lebensmittel und Gerichte und kochen Sie lieber selbst mit frischen Zutaten.

Wadenkrämpfe können übrigens auch zu Muskelkater führen. Wenn Sie dazu noch Infos suchen, werfen Sie einen Blick auf unsere Themenseite.

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