Aktualisiert: 23.02.2021 - 10:22

Zyste an der Haarwurzel Atherom am Kopf: Deshalb sollten Sie "Grützbeutel" nie selbst entfernen!

Atherome wachsen vor allem am Kopf. Sie verursachen zwar selten Schmerzen, können aber stören. Das können Sie gegen die Grützbeutel tun.

Foto: istock.com / Thiago Santos

Atherome wachsen vor allem am Kopf. Sie verursachen zwar selten Schmerzen, können aber stören. Das können Sie gegen die Grützbeutel tun.

Die Knubbel, die meist am Kopf auftreten, sind zwar nicht gefährlich, können aber erheblich stören. Was gegen ein Atherom hilft und auf was Sie achten müssen, wenn es sich entzündet.

Atherome wachsen vor allem am Kopf, etwa auf der Kopfhaut, manchmal hinter den Ohren oder im Bartbereich, selten auch am Bauch oder in der Intimregion, etwa auf den Hoden oder am Steißbein. Sie wölben sich halbrund aus der Haut hervor und können durchaus mehrere Zentimeter groß werden. Die Knubbel tun nicht weh und kommen manchmal wie über Nacht, gehen aber nicht so einfach wieder weg. Entfernen sollten Sie ein Atherom aber niemals selbst!

Haut & Haare
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Atherom oder Grützbeutel – was ist das genau?

Früher wurden die meist ein bis zwei Zentimeter großen beulenförmigen, gutartigen Zysten uncharmant als "Grützbeutel" bezeichnet. Heute hat sich der Fachbegriff Atherom durchgesetzt, was auf Griechisch tatsächlich so viel wie Weizengrütze bedeutet.

Die Bezeichnungen kommen nicht von ungefähr: Beim Aufstechen der kleinen Hohlkörper tritt eine gallertartige Masse aus, die ähnlich wie Weizengrütze aussieht. Medizinisch wird das Atherom übrigens auch Trichilemmalzyste oder einfach Talgzyste genannt.

Ursachen: Verstopfte Talgdrüse ist der Auslöser

Die kleine Beule bildet sich in der Regel um einen Haarbalg herum und entsteht meist, wenn eine Talgdrüse verstopft. An jedem Haar sitzt eine solche Talgdrüse, deren Ausführungsgang, der "Isthmus", etwa durch Fettkristalle oder Hautzellen verstopfen kann. Diese Art von Zysten nennt man auch "Retentionzysten", im Falle eines Atheroms auch "Trichilemmalzyste", was übersetzt soviel wie "Haarwurzelscheiden-Zyste" bedeutet. Sie ist prall und lässt sich manchmal etwas verschieben.

Unter der verstopften Talgdrüse bildet sich ein Hohlraum unter der Haut, der sich mit einer weichen Masse aus Fettzellen und Hautzellen füllt, was medizinisch als Zyste bezeichnet wird. Von Atherom spricht der Arzt, wenn sich diese Hautzyste um eine Haarwurzel herum bildet. Die umgebende Hülle ist oft mit Keratin verhornt, also dem Material, aus dem auch die Haare gebildet werden.

Atherome treten vor allem einzeln auf. Selten entsteht eine ganze Gruppe. Diese Form wird als Atheromatose bezeichnet. Der Auslöser für ein Atherom ist übrigens unbekannt – allerdings gibt es Familien, in denen die Zysten häufig auftreten. Eine genetische Komponente gilt daher als sicher.

Symptome sind kosmetischer Natur – außer bei Entzündungen

Schmerzen bereitet ein Atherom nur selten. Die Erhebung kann aber durchaus größer als die typischen ein bis zwei Zentimeter werden. Manche Betroffene klagen über Schwellungen in Größe eines Hühnereis, selten kann eine solche Zyste auch Tennisball-Größe annehmen. Und dann kann es durchaus einmal zu Druckschmerzen kommen, je nach Lage der Zyste – etwa beim Schlafen.

Hauptsächlich macht sie sich aber optisch bemerkbar – und je nach Größe leider auch recht offensichtlich. Die Haut wird bei solch großen Zysten stark auseinandergedehnt, so dass auch die darin angelegten Haarwurzeln optisch weiter auseinander rücken. So wird die Stelle optisch auch nur von wenigen bis gar keinen Haaren bedeckt.

Manche Betroffene entdecken an der Oberfläche des Atheroms einen dunklen Punkt. Ansonsten hat die Schwellung aber die Farbe der umgebenden (Kopf-)Haut.

Entzündet sich ein Atherom, wird die Haut allerdings rötlich. Die Stelle schwillt weiter an und erwärmt sich, und nun können bei Druck oder Berührungen auch Schmerzen auftreten. Gefährlich sind Atherome nicht, so lange sie sich nicht entzünden. Dann füllen sie sich mit Eiter, ein Abszess entsteht.

Behandlung gehört in die Hand des Arztes

Sie sollten ein Atherom niemals selbst behandeln, daran herumdrücken oder es sogar aufstechen. Zu groß ist dabei die Gefahr, dass es sich entzündet und eitert. Ein entzündetes Atherom ist immer riskant, im schlimmsten Fall kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Oft wachsen Atherome nur bis zu einer bestimmten Größe. Normalerweise müssen sie nicht entfernt werden, solange sie keine Beschwerden verursachen und Sie sich nicht daran stören. Wenn es sich aber entzündet, sollten Sie es chirurgisch entfernen lassen.

Ansprechpartner ist dabei der Hautarzt. Er kann das Atherom ambulant unter lokaler Betäubung öffnen, entleeren oder spindelförmig herausschneiden. Dabei wird das Atherom mitsamt Kapsel und dem Ausführungsgang entfernt. Ein Druckverband sorgt danach dafür, dass sich der Hohlraum nicht wieder füllt. Trotzdem besteht das Risiko, dass der Grützbeutel wieder entsteht – vor allem dann, wenn Teile in der Haut zurückbleiben.

Früher haben auch manche Friseure Atherome aufgeschnitten. Doch wenn nicht alles entfernt wird, kann sich der Grützbeutel wieder füllen. Außerdem besteht durch die nichtsterile Umgebung die Gefahr einer Infektion! Ein zu entfernendes Atherom gehört also IMMER in medizinische Hände!

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Ebenfalls nicht selbst behandeln sollten Sie übrigens eine Haarwurzelentzündung – damit kein Furunkel daraus wird. Und was, wenn die Haarwurzeln schmerzen? Dann kann es sich um eine Trichodynie handeln. Mehr zu Hautproblemen und der richtigen Behandlung finden Sie auf der Themenseite Hautpflege.

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