24.06.2020 - 09:32

Fast jeder Dritte betroffen Die richtige Ernährung bei einer Fettleber

Die richtige Ernährung bei einer Fettleber

Die richtige Ernährung bei einer Fettleber

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Meist ist falsches Essen schuld an Fetteinlagerungen in der Leber. Wird die Fettleber nicht behandelt, kann sich das Organ entzünden. Aber Sie können selbst was dafür tun, Ihr Entgiftungsorgan zu entlasten.

Typische Anzeichen dafür, dass die Leber verfettet, gibt es kaum – denn die Leber leidet stumm. Erst wenn die Fetteinlagerungen ausgeprägt sind, wird die Leber etwas dicker. Das kann sich durch leichten Druck im rechten Oberbauch zeigen, weil die Leber dann an die unterste Rippe drückt.

Weiteres Anzeichen für eine Fettleber, medizinisch Steatosis hepatis: ständige Müdigkeit – doch dieses Symptom wird meist nicht als Krankheitsanzeichen gewertet, sondern auf Stress zurückgeführt.

Symptome der Fettleber erst im fortgeschrittenen Stadium

Die Fettleber begünstigt jedoch Entzündungen. Sobald die Leber erste entzündliche Veränderungen aufweist, kommt es zu weiteren Symptomen wie:

  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit

Spätestens wenn Sie diese Anzeichen bemerken, sollten Sie zum Arzt gehen.

Fettleber – der Test

Mit einem einfachen Bluttest kann der Arzt feststellen, wie hoch die Blutfettwerte sind und wie die Leber arbeitet. Zu den Blutfettwerten gehören Gesamtcholesterin, sowie HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, und Triglyceride. Vor allem letztere lagern sich bei Fettleber vermehrt in den Leberzellen (Hepatozyten) ein. Sie können die Werte zusammen mit Ihrem Arzt auswerten. Was die einzelnen Blutbild-Abkürzungen bedeuten, verraten wir Ihnen im Vorfeld.

Über die Leberfunktion geben folgende Werte Auskunft

  • GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase): Normalwert bei Frauen unter 35 , Männer unter 50
  • GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase): Normalwert Frauen unter 35, Männer unter 50
  • AP (Alkalische Phosphatase): Normalwert Frauen 35 bis 105, für Männer 40 bis 130
  • GGT (Gamma-Glutamyl-Transferase) – dieser Wert ist besonders aussagekräftig, er steigt bereits dann an, wenn die Leber minimal belastet ist. Normalwert bei Frauen unter 39, bei Männern unter 66.

Bauchumfang und gesunde Leber

Einen ersten Hinweis darauf, dass sich gefährliches Organfett auch um die Leber angesammelt hat, gibt der Taillenumfang. Liegt er bei Frauen unter 80 Zentimetern und bei Männern unter 94, besteht vermutlich kein Risiko für eine Fettleber.

Ergibt die Messung mehr, kann sich eine Fettleber gebildet haben. Das ist vor allem bei Werten über 88 (Frauen) und über 102 Zentimetern (Männer) der Fall. Wie gefährlich ist Bauchfett wirklich?

Auch bei Kindern kann sich aufgrund von falscher Ernährung schon eine Fettleber entwickeln. Rund drei bis elf Prozent der Kinder sind laut Experten davon betroffen. Sie vermuten, dass hier vor allem Softdrinks ausschlaggebend sind, wie die Apotheken-Umschau berichtet.

Man geht davon aus, dass rund ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland zumindest an einer leichten Form der Fettleber erkrankt ist. Um herauszufinden, wie ausgeprägt die Erkrankung bereits ist, entnehmen Ärzte eine Gewebeprobe aus der Leber. Bei dieser Leberbiopsie wird mit einer Hohlnadel durch die Bauchhaut gestochen. Dies geschieht in der Regel unter örtlicher Betäubung. Zuerst wird die passende Stelle über Ultraschall gefunden und markiert. Der Einstich dauert höchstens eine Sekunde, die Nadel wird direkt wieder herausgezogen.

Der Eingriff darf aber nur bei Patienten durchgeführt werden, die keine Blutgerinnungsstörungen haben, da das Lebergewebe sehr gut durchblutet ist. Die Biopsie ist zwar minimalinvasiv, zur Beobachtung bleiben Patienten in der Regel aber die folgenden 24 Stunden im Krankenhaus, um Nachblutungen im Ernstfall direkt festzustellen.

Die Ursachen für Fettleber sind vielfältig

Die Fettleber gehört zu den häufigsten chronischen Lebererkrankungen in Deutschland. Geht es um die Ursachen für die Volkskrankheit Fettleber, stehen vor allem falsche Ernährung mit zu viel Zucker (auch Glukosesirup, Maissirup) und tierischen Fetten (Wurst, Fleisch, Frittiertes) sowie Bewegungsmangel im Vordergrund. Diese Form der Fettleber betrifft etwas häufiger Frauen und heißt nicht-alkoholbedingte Fettleber (NAFLD, Non-Alcoholic Fat Liver Disease) – wird aber auch als "Wohlstandserkrankung" bezeichnet. Fast alle Patienten sind übergewichtig. Zudem ist fast jeder Zweite mit Fettleber auch zuckerkrank oder weist erhöhte Blutfettwerte auf. Die nicht-alkoholbedingte Fettleber tritt in Deutschland am häufigsten auf.

Auch Alkohol kann die Leber verfetten. Unter dieser Form der Fettleber, der alkoholbedingten Fettleber (AFLD, Alcoholic Fat Liver Disease), leiden in Deutschland vor allem Männer. Dass Alkohol ein so hoher Risikofaktor ist, liegt einerseits an seinem Kalorienreichtum und andererseits daran, dass er eben in der Leber abgebaut wird. Beim Abbau entstehen Fettsäuren, die sich in der Leber ablagern. Bei Frauen liegt die kritische Grenze bei 20 g Alkohol täglich (ca. 0,5 Liter Bier), bei Männern bei 40 g täglich (ca. 1 Liter Bier). Hierbei handelt es sich um Richtwerte, weitere Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit (Adipositas) können die alkoholbedingte Fettleber begünstigen. Nicht alle Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, entwickeln eine Fettleber.

Aber auch Medikamente, darunter synthetische Östrogene oder Steroide, oder bestimmte Operationen und Darmerkrankungen können in seltenen Fällen eine Fettleber begünstigen. Zudem ist die Fettleber oft Begleiterscheinung des Metabolischen Syndroms.

Die Folgen aller Formen sind die gleichen: Werden die Lebensgewohnheiten nicht umgestellt, drohen Leberentzündung und Leberzirrhose sowie auch Leberkrebs.

Die richtige Diät bei Fettleber

Medikamente gegen die Fettleber gibt es nicht. Doch Sie können selbst etwas dafür tun, dass die Fettleber abgebaut wird und das Organ wieder normal funktionieren kann. Hierfür müssen die Ursachen der Fettleber ausgeschaltet werden.

Dazu gehören nicht nur weitgehender Alkoholverzicht, sondern auch die Umstellung der Ernährung. Statt Wurst, Fettem und Süßigkeiten – vor allem Softdrinks – gehören zur Leber-Diät also frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Fisch und ausschließlich Pflanzenöle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, wie Rapsöl und Olivenöl. Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren nicht nur das Herz schützen, sondern auch die Leber.

Auch Kaffee scheint hilfreich im Kampf gegen Fettleber zu sein.

Das Gute ist, dass sich eine durch Ernährung und Bewegungsmangel hervorgerufene Fettleber sehr gut behandeln lässt – sofern sie früh genug entdeckt wird. Die Leber gehört zu den regenerationsfähigsten Organen und kann sich daher gut erholen. Etwas schwieriger wird es bei einer durch Alkohol hervorgerufenen Fettleber.

Ist die Fettleber aber schon soweit fortgeschritten, dass sich eine Leberzirrhose entwickelt hat, stehen die Heilungschancen schlechter. Denn dabei werden Leberzellen zerstört und durch Narbengewebe ersetzt. Dann kann sich die Leber nicht mehr erholen.

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